Darmbewegungen: Was tun bei funktionellen Störungen?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Durch sogenannte Darmbewegungen wird die Verdauung erst so richtig in Gang gesetzt. Was es mit ihnen auf sich hat und warum sie besonders wichtig sind; alle Infos hier!

Inhalt
  1. Darmbewegungen: Was tun bei funktionellen Störungen?
  2. Was sind Darmbewegungen?
  3. Gestörte Peristaltik: Was schadet dem Darm?
  4. Darmbewegung anregen: So klappt‘s
  5. Funktionelle Darm-Störungen: Wenn der Verdauungstrakt keine Ruhe gibt
 

Darmbewegungen: Was tun bei funktionellen Störungen?

Stress, ungesunde Ernährung und Genussmittel schlagen uns leider nur allzu häufig auf den Magen. Die Folge: Magen-Darm-Probleme wie Darmgeräusche, Diarrhöe oder Sodbrennen. Eine nicht unwesentliche Rolle bei Problemen mit dem Verdauungsapparat spielt die sogenannte „Peristaltik“, die Bewegung des Darms. Ist sie gestört, kann es unter anderem zu Darmträgheit und Verstopfungen kommen.

 

Was sind Darmbewegungen?

Kaum zu glauben, aber der menschliche Darm umfasst circa eine Länge von bis zu acht Metern. Er bildet somit den größten Teil des Verdauungskanals. Damit die Nahrung, welche durch den Mund aufgenommen, durch die Speiseröhre geleitet und im Magen zersetzt wird, entsprechend verdaut und anschließend wieder ausgeschieden werden kann, muss sie den langen Weg vom Dünn- in den Dickdarm nehmen. Dies geschieht durch wellenförmige Darmbewegungen.

Darmbewegungen werden auch unter dem Begriff der „Peristaltik“ zusammengefasst, der sich aus dem Griechischen ableitet und übersetzt so viel wie „festhaltend und zusammendrückend“ bedeutet. Und genau dieser Vorgang geschieht, wenn sich der Darm bewegt. Durch das wellenförmige Zusammenziehen und Entspannen der Längs- und Ringmuskeln des Darms wird der Darminhalt so transportiert und der Nahrungsbrei durchmischt. Die Bewegungen des Darms werden dabei übrigens über das vegetative Nervensystem gesteuert.

Sind die Nerven also wieder einmal mehr besonders angespannt, hat dies nicht zuletzt auch häufig Auswirkung auf die Verdauung.

 

Gestörte Peristaltik: Was schadet dem Darm?

Stress und Entzündungen – aber auch Verletzungen – können sich negativ auf die Darmbewegung auswirken. Wird die Kontraktionsfähigkeit der Darmmuskulatur herabgesetzt oder setzt sie gar ganz aus, sprechen Mediziner von einer sogenannten „Darmatonie“, der Darmlähmung. Sie tritt häufig nach Verletzungen und Operationen auf, kann aber auch als Begleiterscheinung bei Vergiftungen, Gallenblasen- und Nierenkoliken eintreten.[1]

Patienten mit einer Darmatonie klagen zunächst über Verstopfungen, bleibt die Darmlähmung unbehandelt, führt sie im schlimmsten Fall zu einem kompletten Darmverschluss

Übersicht Darmverschluss vermeiden: Wie behandelt man die Beschwerden im Verdauungstrakt?

 

Darmbewegung anregen: So klappt‘s

Nicht immer muss es jedoch gleich zu einer Darmlähmung kommen. Häufig ist der Darm auch einfach nur vorübergehend ein wenig träge. Einer Darmträgheit kann man vorbeugen, indem man die Darmbewegung anregt. Dabei können unter anderem

  • Massagen
  • Bewegung und Sport
  • eine Ernährungsumstellung (mehr Ballaststoffe)
  • und der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin

helfen.

Aber auch pflanzliche Arzneimittel können dazu beitragen, die Darmbewegung wieder in Gang zu bringen. Präparate, die eine Kombination von Kümmel- und Pfefferminzöl beinhalten, haben zum Beispiel eine positive Wirkung auf den Verdauungstrakt. Mit Pfefferminzöl und Kümmelöl wurden verschiedene Studien zur Motilität (Bewegungsfähigkeit) des Verdauungstraktes durchgeführt. Diese zeigten, dass Pfefferminzöl und Kümmel eine entspannende Wirkung auf die Gallenblase und damit auf die Verdauungssäfte ausüben. Pfefferminzöl verlangsamt den Darmtransit, was besonders hilfreich ist, wenn Patienten zu Durchfallerkrankungen neigen. Pfefferminzöl und Kümmelöl verringern auch die Motilität des Magens und des Zwölffingerdarms, so dass Speisen länger und besser verdaut werden können.

Achten Sie unbedingt auf einen Ausgleich in Ihrer Freizeit z. B. Walken
Krankheiten & Behandlung Die besten Tipps gegen Darmträgheit

 

Funktionelle Darm-Störungen: Wenn der Verdauungstrakt keine Ruhe gibt

Der Verdauungsvorgang ist eines der komplexesten Systeme, die unser menschlicher Körper zu bewältigen hat. Unzählige Risikofaktoren können die Verdauung beeinflussen. Patienten, die mit Verdauungsproblemen kämpfen, durchlaufen daher in der Regel oft einen langen Diagnose-Weg, ohne eine eindeutige Ursache für die Beschwerden zu finden.

Sind Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen nicht auf eine eindeutige Ursache zurückzuführen, etwa einer Krankheit wie Morbus Crohn (Verlinkung), spricht man von sogenannten „funktionellen Darmstörungen“ (Verlinkung). Die Diagnose wird nach Ausschlusskriterium gestellt, wenn alle anderen möglichen Erkrankungen, die den Verdauungsapparat betreffen, ausgeschlossen werden können.

Aber bedeutet keine eindeutige Diagnose auch, dass keine Behandlung der Beschwerden möglich ist? Nein. Auch hier haben sich pflanzliche Mittel bei vielen Betroffenen bewährt. Der Vorteil: Sie bringen in der Regel keine Nebenwirkungen mit und helfen auf sanfte Weise, ohne zusätzlich zu belasten.

Denn: Vor allem bei Beschwerden, die den Magen-Darm-Bereich betreffen, ist es wichtig, Darm und Magen nicht zusätzlich zu reizen.

Auch hier hat sich hoch dosiertes Kümmelöl in Kombination mit Pfefferminzöl bewährt. Das Pfefferminzöl lindert den Schmerz und entkrampft den Darm, Kümmelöl wirkt sich wachstumshemmend auf störende Darmbakterien aus, die Blähungen und andere Beschwerden verursachen. 

Darmbewegungen sind ein wichtiger Teil des Verdauungsprozesses – die bei einer gestörten Funktionalität eine Vielzahl an Darmbeschwerden verursachen können. Eine „darmgesunde Ernährung“ und ausreichend Bewegung sind daher besonders wichtig.

Quellen:


[1] Grönemeyer, Prof. Dr. med. Dietrich, Neues Hausbuch der Gesundheit (2008), Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch (2002), Walter de Gruyter Verlag, Berlin

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