Dapagliflozin: Besserung des Wohlbefindens bei Herzschwäche

Vor drei Jahren hat mein Patient eine Grippe verschleppt. Dadurch hat im vergangenen Jahr sein Herz schlapp gemacht. Es pumpt zu schwach. Alle sinnvollen Medikamente nimmt  er bereits – dennoch quälen ihn Luftnot, Müdigkeit und dicke Beine. 

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Dapagliflozin verbessert allgemeinen Gesundheitszustand

Am 1. September wurde auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris eine aufsehenerregende Studie vorgestellt, die – nicht nur dort – für langen Applaus sorgte. Der Wirkstoff Dapagliflozin, der bislang in der Behandlung der Diabetes-Erkrankung zur Blutzuckersenkung eingesetzt wird, zeigte in der sogenannten DAPA HF-Studie Unglaubliches: Zehn Milligramm des Wirkstoffs pro Tag waren in der Lage, das Wohlbefinden, Krankenhauseinweisungen als Zeichen einer Verschlechterung und sogar das Überleben bei herzschwachen Betroffenen um ein Drittel (und mehr) zu verbessern. Und das bei Patienten, die (mit dem bisherigen Wissen) schon optimal behandelt waren!

Wie bekomme ich Dapagliflozin?

Obwohl schon kurz nach der Vorstellung die Behörden informiert wurden, kann es mit der Zulassung gegen Herzschwäche leider noch ein oder zwei Jahre dauern. Dennoch ist der Wirkstoff Dapagliflozin auf Rezept in Deutschland bereits zu haben! Es ist seit 2012 als Medikament gegen Diabetes zugelassen. Weil mein Patient dringend mehr Unterstützung braucht, verschreibe ich ihm das Medikament auf Privatrezept. Off-Label-Nutzung nennen wir das dann. Ich spreche lange mit ihm über das Für und Wider. Vermutlich wird er die Kosten selbst tragen müssen – doch das ist es ihm wert.

Wie wirkt das Medikament?

Dapagliflozin bringt die Nieren dazu, mehr Zucker mit dem Urin auszuscheiden. Dadurch senkt es den Blutzuckerspiegel – und zwar unabhängig davon, ob die Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert oder nicht. Positiver Nebeneffekt: Es purzelt auch das ein oder andere Kilo ... Die unterstützende Wirkung des Dapagliflozins auf das Herz ist bislang noch nicht ganz erklärt und wird aktuell untersucht.

Nebenwirkungen

Eine mögliche Nebenwirkung bei etwa jedem 20. Patienten: Pilzinfektionen im Genitalbereich. Die wachsen durch den Zucker im Urin besonders gut. Der Trick: Nach dem täglichen Duschen mit dem Haarfön alles Wasser wegtrocknen und sich ein wenig eincremen. Dann haben die Pilze es schwerer.