Dank Magnet – OP ohne Narbe möglich

Phyllis Kuhn Medizinredakteurin
Frau mit Magen-Darm-Beschwerden
Magnete könnten Nadel und Faden nach chirurgischen Eingriffen im Magen-Darm-Trakt zukünftig überflüssig machen © alamy

Kleine Hilfsmittel könnten Nadel und Faden nach chirurgischen Eingriffen im Darmtrakt zukünftig überflüssig machen: Magnete. Sie senken nicht nur das Risiko für Komplikationen, sondern haben auch noch weitere Vorteile.

Operationen am Magen oder Darm werden häufig durch eine sogenannte Anastomose abgeschlossen. Dabei werden Blutgefäße solange künstlich miteinander verbunden, bis sie von selbst zusammengewachsen sind. Diese Technik kommt häufig bei Magenverkleinerungen, Krebserkrankungen im Magen-Darm-Trakt oder Darmentzündungen zum Einsatz. Allerdings ist das Verfahren mit Nadel und Faden oder medizinischen Tackern nicht nur zeitaufwendig, sondern auch teilweise riskant, da immer die Gefahr für ein Reißen der Nähte und damit verbundene innere Blutungen besteht.

 

Magnet ersetzt Nadel und Tacker

Die sogennante Magnamosie, ein neues Verfahren aus den USA könnte Nadel und Faden in Zukunft überflüssig machen: Kleine ringförmige Magnete, die auf je einer Seite der Darmwand angebracht werden, halten die Blutgefäße zusammen und lassen Wunden schneller verheilen, als wenn sie genäht sind. Ist die Wundheilung nach etwa einer Woche abgeschlossen, werden die nur wenige Zentimeter großen Magnet-Ringe einfach über den Darm ausgeschieden.

 

Kürzere Operationszeit, schnellere Heilung

Da die Magnet-Ringe in sehr kurzer Zeit platziert werden können, verkürzt sich die Operationszeit im Vergleich mit bisherigen Anastomose-Techniken. Ärzte berichten außerdem, dass Wunden, die mit Magneten versorgt wurden, schneller heilten.

Da es keine Nähte mehr gibt, die aufreißen können, besteht keine Gefahr des Nachblutens, auch Kosten können durch die praktischen Magnet-Ringe gesenkt werden.

Die Ringe bestehen größtenteils aus seltenen Erdmagneten, die von einer Kunststoffschicht umhüllt werden. Mittels eines kleines Schlauchs und einer Kamera werden sie an die richtige Stelle im Darm geleitet und dort auf je einer Seite des Gewebes zusammengebracht. Wenn nötig, kann, das Gewebe an einer kleinen Stelle durchstochen werden, um einen Austausch von Flüssigkeiten zu ermöglichen.

In Tierversuchen hat das Verfahren bisher gute Ergebnisse gezeigt. Es soll im nächsten Schritt auch bei Menschen getestet werden.

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 28.06.2016

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.