"Dank Hörgerät genieße ich mein Leben wieder"

Eine Frau macht einen Hörtest beim Hörgerät-Akustiker
Per Hörtest ermittelt der Hörgeräte-Akustiker, welches Hörgerät das richtige ist © Shutterstock

Nach einem Hörsturz hört Nora Fritsche (45) dauerhaft schlecht. Doch sie findet Hilfe, die ihr wieder ein normales Leben ermöglicht. Lesen Sie hier Ihre Geschichte.

Das Letzte, was Nora Fritsche (45) klar und deutlich hören konnte, war das Piepsen des EKG-Geräts. Die Verkäuferin aus Stuttgart saß im Aufwachzimmer am Bett ihres Sohnes. Die letzten Stunden hatten einiges an Nerven gekostet: Eine halbe Stunde sollte der Eingriff am Knie des jungen Mannes dauern. Doch Nora musste zwei Stunden vor dem OP ausharren – ohne ein Wort der Erklärung. „Ich machte mir die ganze Zeit schreckliche Sorgen“, erinnert sie sich. Zum Glück hatte ein harmloses, technisches Problem hinter der Verzögerung gesteckt. Noras Sohn konnte noch am selben Tag nach Hause. Die Erleichterung war groß, dennoch nahm sie mit dem linken Ohr weiterhin alles wie durch Watte wahr. Besorgt fuhr die Stuttgarterin erneut ins Katharinenhospital, um sich untersuchen zu lassen.

 

Wenn Stress dem Gehör schadet

Die Ärzte veranlassten sofort einen Hörtest. Die Diagnose war eindeutig: akuter Hörsturz – auch Ohrinfarkt genannt. Nora bekam sofort eine Medikamenten-Infusion. „Doch besser wurde es durch das hochdosierte Kortison nicht“, erzählt sie. Umso nervöser war die 45-Jährige, als sie von Prof. Christian Sittel zum Gespräch gebeten wurde. Der ärztliche Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten erklärte: „Was bei dieser zweithäufigsten Störung des Innenohrs genau geschieht, wissen wir bis heute nicht endgültig. Es wird eine Art Durchblutungsstörung in der Hörschnecke vermutet.“ Dort werden etwa 16.000 sogenannte Haarzellen durch Schallwellen hin und her bewegt, erzeugen so Impulse, die wir im Gehirn schließlich als Geräusche erkennen. Durch eine Mangelversorgung nehmen diese wichtigen Sinneszellen Schaden, es kommt dadurch zum Hörverlust. Stress, Rauchen, Infektionen, aber auch Diabetes oder Bluthochdruck gelten als Risikofaktoren, die einen Ohrinfarkt begünstigen.

 

Spontanheilung ausgeschlossen

Bei einigen Patienten erholt sich das Gehör durch Medikamente oder ganz von selbst von einem Hörsturz. Doch Nora hatte keine Aussicht auf eine spontane Heilung. Prof. Sittel war hart, aber ehrlich: „Ich habe eine Brille. Und Sie tragen von nun an ein Hörgerät – so einfach ist das. Je eher Sie das Gerät akzeptieren, umso besser und leichter die Anwendung!“

 

Nur noch ein halber Mensch

Die 45-Jährige suchte sofort einen Hörgeräte-Akustiker auf. Doch bis sie die ersten, auf ihre Bedürfnisse passenden Geräte testen konnte, vergingen zwei Tage. In dieser Zeit bemerkte Nora, wie sehr sie als Verkäuferin auf zwei gesunde Ohren angewiesen ist. Anrufe oder Kundengespräche – alles wurde zur Qual. „Ich fühlte mich, als wäre ich nicht mehr zurechnungsfähig!“, erinnert sie sich heute daran zurück.

 

Gerät imitiert das menschliche Gehör

Nora entschied sich nach einem Probetragen für ein Gerät, dass der menschlichen Hörschnecke technisch nachempfunden ist und somit Töne möglichst wirklichkeitsgetreu überträgt. Auch optisch war Sie davon sofort überzeugt: „Von außen sieht man kaum den hauchdünnen Schlauch, der in den Gehörgang führt. Das winzige Gerät verschwindet hinter der Ohrmuschel.“ Deshalb gewöhnte sich die 45-Jährige auch rasch an den „Fremdkörper“. Heute trägt sie das Gerät von morgens bis abends, nimmt es nur zum Reinigen heraus. Oder wenn sie alle fünf Tage die Batterien aufladen muss. Sie ist glücklich mit ihrem „Technikwunder“.

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