Cyclamat – ein ungefährlicher, synthetischer Süßstoff?

Michelle Kröger

Süßstoffe wie Cyclamat sind oftmals viel süßer als herkömmlicher Zucker. Außerdem haben sie weniger Kalorien – und sind in den meisten Fällen auch für Diabetiker geeignet. Doch was steckt wirklich hinter dem synthetischen Süßstoff Cyclamat? Warum ist er in den USA verboten? Und in welchen Produkten ist der Zuckeraustauschstoff zu finden?

Holzlöffel mit Cyclamat
Cyclamat ist sehr viel süßer als normaler Haushaltszucker und wird nicht verstoffwechselt Foto:  iStock/saknakorn
Inhalt
  1. Was ist Cyclamat?
  2. Wie viel Süßkraft besitzt Cyclamat?
  3. Wie hoch ist die maximale Tagesdosis?
  4. In welchen Produkten ist Cyclamat enthalten?
  5. Welche Risiken bestehen beim Verzehr von Cyclamat?
  6. Warum ist Cyclamat in den USA verboten?
 

Was ist Cyclamat?

Cyclamat ist ein kalorienfreier, synthetischer Süßstoff, der 1937 an der Universität von Illinois (USA) entdeckt wurde. Es handelt sich dabei um einen Oberbegriff für Cyclohexylsulfaminsäure sowie ihre Natrium- und Calciumsalze (auch: Natriumcyclamat und Calciumcyclamat). Der Süßstoff Cyclamat wird durch chemische Reaktionen aus Cyclohexylamin und Amidosulfonsäure künstlich hergestellt. In der Europäischen Union ist der Süßstoff auch unter der Kennzeichnung E 952 bekannt.

 

Wie viel Süßkraft besitzt Cyclamat?

Cyclamat ist 35 mal süßer als normaler Haushaltszucker (Saccharose), hitzebeständig und findet deshalb auch beim Backen oder Kochen Verwendung. Trotz alledem: Cyclamat besitzt im Vergleich mit allen anderen Zuckerersatzstoffen die geringste Süßkraft. Doch Cyclamat verstärkt die Wirkung von anderen Süßstoffen, weshalb es in Produkten besonders häufig in Kombination vorkommt  – oftmals zusammen mit Saccharin. Der süße Geschmack von Cyclamat hält außerdem um einiges länger an als bei Saccharose.

 

Wie hoch ist die maximale Tagesdosis?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von auf 7 mg pro Kilogramm Körpergewicht. In beispielsweise Kaugummi, Bonbons oder Eiscreme darf kein Cyclamat verwendet werden. Warum? So stellt man sicher, dass die tägliche Menge nicht so leicht überschritten wird. Per Gesetz darf in Lebensmitteln pro Kilogramm zwischen 250 und 2500 Milligramm Cyclamat enthalten sein.

Geerntete Zuckerrübe
Gesunde Ernährung Zuckerrübensirup: Der natürliche Zuckerersatz

 

In welchen Produkten ist Cyclamat enthalten?

Der synthetische Süßstoff Cyclamat besitzt eine hohe Lagerfähigkeit. Auch nach langer Lagerung verliert er nicht an Geschmack oder Süße. Weil er besonders hitzeresistent ist, eignet er sich gut zum Kochen und Backen. Neben einigen Kosmetikprodukten und Arzneimitteln kommt Cyclamat häufig in folgenden Lebensmitteln zum Einsatz:

  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Süßigkeiten oder Desserts
  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Getränke
  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Konserven (z.B. Obst)
  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Brotaufstriche (z.B. Konfitüren, Marmeladen, Gelees)
  • Tafelsüße (Flüssigkeit, Pulver oder Tablette)
  • Nahrungsergänzungsmittel
 

Welche Risiken bestehen beim Verzehr von Cyclamat?

Der Süßstoff Cyclamat wird ganz im Gegensatz zum Haushaltszucker nicht verstoffwechselt und nach der Aufnahme unverändert wieder ausgeschieden. E 952 wirkt sich nicht auf den Blutzuckerspiegel des Konsumenten aus. Aus diesem Grund ist Cyclamat auch für Diabetiker geeignet. Auch wenn Cyclamat bei einer täglichen Menge von 7 mg pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich gilt, raten Experten allgemein eher von einem häufigen Verzehr ab.

 

Warum ist Cyclamat in den USA verboten?

Seit 1969 ist der Einsatz von Cyclamat in den USA verboten, denn in Tierversuchen wurde ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs festgestellt. Ob eine ähnliche Wirkung von Cyclamat auch für den Menschen besteht, ist bis heute nicht eindeutig feststellbar. Dennoch nahmen die US-amerikanischen Behörden den synthetischen Süßstoff vom Markt. Außerdem vermuten einige Forscher, dass Cyclamat den Blutdruck erhöht.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.