Cyclamat: Wie ungesund ist das Süßungsmittel wirklich?

Redaktion PraxisVITA

Cyclamat verspricht schnelleres Abnehmen ohne Verzicht: Obwohl der Süßstoff wesentlich süßer ist als herkömmlicher Zucker, hat er viel weniger Kalorien. Doch deswegen ist das Süßungsmittel nicht automatisch gesund. In den USA ist es sogar seit mehr als fünfzig Jahren verboten. Alle Infos!

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Inhalt
  1. Was ist Cyclamat?
  2. Wie viel Süßkraft besitzt Cyclamat?
  3. Wie hoch ist die maximale Tagesdosis bei Natriumcyclamat?
  4. In welchen Lebensmitteln ist Cyclamat enthalten?
  5. Ist das Süßungsmittel Cyclamat ungesund oder gar gefährlich?
  6. Cyclamat in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
  7. Cyclamat erschwert das Abnehmen

Bei Abnehmwilligen steht der Süßstoff Cyclamat hoch im Kurs. Er soll dabei helfen, Kalorien einzusparen und dadurch die Gewichtsabnahme zu beschleunigen. Zudem gelten Süßstoffe als Teil einer gesunden Ernährung, da sie Zucker ersetzen. Aber trifft das auf Cyclamat wirklich zu? 

 

Was ist Cyclamat?

Cyclamat, auch Natriumcyclamat genannt, ist ein kalorienfreier, synthetischer Süßstoff, der 1937 an der Universität von Illinois (USA) entdeckt wurde. Genau wie andere bekannte Süßstoffe wie Saccharin, Aspartam oder Acesulfam enthält Cyclamat keine Kalorien, da es ganz im Gegensatz zu normalem Zucker nicht verstoffwechselt und nach der Aufnahme unverändert wieder ausgeschieden wird. In der Europäischen Union ist der Süßstoff auch unter der Kennzeichnung E 952 bekannt.

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Wie viel Süßkraft besitzt Cyclamat?

Cyclamat ist 35 mal süßer als normaler Zucker (Saccharose), hitzebeständig und findet deshalb auch beim Backen oder Kochen Verwendung. Trotz alledem: Cyclamat besitzt im Vergleich mit allen anderen Zuckerersatzstoffen die geringste Süßkraft. Doch es verstärkt die Wirkung von anderen Süßstoffen, weshalb es in Produkten besonders häufig in Kombination vorkommt – oftmals zusammen mit Saccharin. Der süße Geschmack von Cyclamat hält außerdem um einiges länger an als bei Saccharose.

 

Wie hoch ist die maximale Tagesdosis bei Natriumcyclamat?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. In beispielsweise Kaugummi, Bonbons oder Eiscreme darf kein Cyclamat verwendet werden. Warum? So stellt man sicher, dass die tägliche Menge nicht so leicht überschritten wird. Dem Gesetz nach darf in Lebensmitteln pro Liter und Kilogramm maximal 250 und 2500 Milligramm enthalten sein, in Brotaufstrichen und Obstkonserven liegt die Grenze bei 1000 Milligramm.

 

In welchen Lebensmitteln ist Cyclamat enthalten?

Der synthetische Süßstoff Cyclamat besitzt eine hohe Lagerfähigkeit. Auch nach langer Lagerung verliert er weder an Geschmack noch an Süße. Weil er besonders hitzeresistent ist, eignet er sich gut zum Kochen und Backen. Neben einigen Kosmetikprodukten und Arzneimitteln kommt Cyclamat häufig in folgenden Lebensmitteln zum Einsatz:

  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Süßigkeiten oder Desserts
  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Getränke
  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Konserven (z.B. Obst)
  • Kalorienreduzierte/zuckerfreie Brotaufstriche (z.B. Konfitüren, Marmeladen, Gelees)
  • Tafelsüße (Flüssigkeit, Pulver oder Tablette)
  • Nahrungsergänzungsmittel

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Ist das Süßungsmittel Cyclamat ungesund oder gar gefährlich?

Dass der Einsatz von Natriumcyclamat in Lebensmitteln gesetzlich reglementiert ist, zeigt, dass der Verzehr des Süßstoffs nicht ganz unbedenklich ist. In den USA ist Cyclamat sogar seit 1969 verboten, denn in Tierversuchen wurde ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs und Fruchtbarkeitsstörungen festgestellt. Ob eine ähnliche Wirkung von Cyclamat auch für den Menschen besteht, ist bis heute weder bestätigt noch widerlegt worden.

Was aber feststeht: Gesundheitsschädlich wird Natriumcyclamat erst aber einer größeren Menge. Die von der EFSA festgelegten Werte sind so niedrig, dass ein mit Cyclamat gesüßtes Lebensmittel keine Nebenwirkungen hat. Problematisch wird es aber, wenn viele Produkte mit diesem Süßungsmittel verzehrt werden. Daher sollte beim Einkaufen immer ein Blick auf die Zutatenliste geworfen werden.

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Cyclamat in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert

Für Cyclamat gilt in der Schwangerschaft genau dasselbe wie für andere künstliche Süßungsmittel: In Maßen konsumiert, gilt er sie als unbedenklich. Zu empfehlen sind Natriumcylamat, Aspartam und Co. für Schwangere jedoch trotzdem nicht. Die synthetischen Stoffe gelangen in die Plazenta und in die Muttermilch und können so Einfluss auf den Stoffwechsel des Babys nehmen.

Mehrere Studien liefern Hinweise darauf, dass Süßstoffe wie Natriumcyclamat die Darmflora verändern sowie das Risiko für Übergewicht und die Entwicklung von Diabetes Typ 2 beim ungeborenen Kind erhöhen können. Und auch Schwangere setzen sich durch einen starken Konsum von Cyclamat dem Risiko aus, einen Schwangerschaftsdiabetes oder einen späteren Diabetes zu entwickeln.

 

Cyclamat erschwert das Abnehmen

Mit Cyclamat versetzte Lebensmittel enthalten keine Glukose. Und trotzdem zeigt der Körper dieselbe Reaktion darauf wie beim Verzehr von normalem Zucker, weil der Süßstoff an dieselben Geschmacksrezeptoren andockt. Der Blutzuckerspiegel steigt an und die Bauchspeicheldrüse stößt Insulin aus, das eigentlich über die Nahrung aufgenommene Glukose-Teilchen vom Blut in die Zellen transportieren soll. Das kann zur Entstehung von Diabetes Typ 2 betragen, wie Forscher vermuten.

Auch den Erfolg einer Diät kann Cyclamat beeinträchtigen. Denn ein hoher Insulinspiegel blockiert die Fettverbrennung, sodass das Abnehmen mitunter nicht erleichtert, sondern vielmehr erschwert wird.

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Hinzu kommt, dass mit Süßstoffen versetze Lebensmittel appetitanregend wirken können, da sie zwar sehr süß sind, aber weitaus weniger Energie liefern als zuckerhaltige Produkte. Auch wenn sich mit Cyclamat Kalorien einsparen lassen – ein Abnehmerfolg lässt sich dadurch nicht erreichen.

Quellen:

Zuckerersatz und Insulinresistenz: Süßstoffe als Stoffwechselrisiko, in: Ärzteblatt

Künstliche Süßstoffe in der Schwangerschaft machen Kinder dicker, in: Ärzteblatt

Gewichtsreduktion. Süßstoff als Helfer oder Hindernis?, in: Pharmazeutische Zeitung

 

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