COVID-Arm: Was hat es mit dieser Impf-Nebenwirkung auf sich?

Mona Eichler Health-Redakteurin

Ist es normal, dass der Arm nach einer Corona-Impfung wehtut und vor allem um die Einstichstelle der Spritze juckt? Oder muss man sich wegen dieser Nebenwirkung, die als COVID-Arm bezeichnet wird, Sorgen machen?

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Inhalt
  1. Armbeschwerden nach mRNA-Impfung
  2. COVID-Arm: Symptome
  3. Corona-Impfstoffe und Nebenwirkungen
  4. Das sagen Experten zum COVID-Arm
 

Armbeschwerden nach mRNA-Impfung

Es ist selten und doch kommt es vor: Einige Personen klagen nach einer Immunisierung mit mRNA-Impfstoffen über (bisweilen starke) Schmerzen im Impfarm, gepaart mit Juckreiz, Schwellungen und Hautrötungen um die Einstichstelle der Impfspritze. 

Das Phänomen ist als COVID-Arm bekannt. Es tritt besonders nach Impfungen mit mRNA-Stoffen auf, verstärkt bei Impfungen mit dem Wirkstoff von Moderna. Frauen sind häufiger von einem COVID-Arm betroffen als Männer.

Die Nebenwirkung wird von Wissenschaftlern weltweit genauestens beobachtet. Erste Erkenntnisse weisen jedoch darauf hin, dass ein COVID-Arm nicht gesundheitsgefährdend ist. 

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COVID-Arm: Symptome

Betroffene berichten davon, dass sich ihr Impfarm schwer und ausgelaugt anfühle – wie ein heftiger Muskelkater nach einem intensiven Hanteltraining. Jede Bewegung verursache leichte bis starke Schmerzen. Auch von Juckreiz, Schwellungen und Hautrötungen um die Einstichstelle berichten die Betroffenen. 

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Das Besondere am COVID-Arm ist, dass er nicht, wie viele andere Nebenwirkungen, direkt nach der Immunisierung auftritt. Ab Impfung können bis zu acht Tage vergehen, bis sich die Schmerzen im Arm bilden.

 

Corona-Impfstoffe und Nebenwirkungen

Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung rufen immer wieder Verunsicherung hervor. Vor allem der Vektorimpfstoff AstraZeneca sorgte für Aufruhr, als bekannt wurde, dass er als seltene Nebenwirkung Sinusvenenthrombosen, also Blutgerinnsel im Hirn, auslösen kann. 
Aktuell prüft die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) seltene Nebenwirkungen in Verbindung mit den Corona-Impfstoffen von Moderna, Johnson & Johnson sowie Biontech/Pfizer – darunter Gesichtsschwellung, Thrombosen und Muskelschwäche.

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Das sagen Experten zum COVID-Arm

Obwohl Schmerzen im Arm nach einer Corona-Impfung belastend für die Betroffenen sein können, scheint es im Fall von COVID-Armen keinen Grund zur übermäßigen Sorge zu geben. 

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland unter anderem die Sicherheit bestimmter Arzneimittel prüft, beschreibt den COVID-Arm in seinem Sicherheitsbericht als „Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang mit dem Aufbau des körpereigenen Immunsystems“ und weist darauf hin, dass Armschmerzen und Juckreiz sowie Hautrötungen und -schwellungen zu den erwarteten Nebenwirkungen einer Impfung gehören. Der COVID-Arm sei „nicht gesundheitsschädlich“, die Beschwerden verschwinden „nach einigen Tagen wieder“. 

Eine Studie, die im Februar im „New England Journal of Medicine“ erschienen ist, unterstrich die Seltenheit des COVID-Arms. Unter 30.351 Geimpften, die den Moderna-Impfstoff mRNA-1273 erhalten hatten, wiesen nur 244 Personen (0,8%) die Nebenwirkung nach der Erstimpfung und 68 (0,2%) nach der Zweitimpfung auf. 

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Quellen:
Sicherheitsbericht: Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19, in: pei.de
Efficacy and Safety of the mRNA-1273 SARS-CoV-2 Vaccine, in: nejm.org
„COVID-Arm“ nach Moderna und Biontech: Das steckt dahinter, in: morgenpost.de

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