COVID-19: Neue lebensrettende Corona-Medikamente

Ines Fedder Medizinredakteurin

Britische Forscher haben gleich zwei Arzneimittel entdeckt, die bei einer lebensbedrohlichen Corona-Erkrankung helfen und nun auch auf Empfehlung der Regierung eingesetzt werden sollen. Laut Studien kann durch sie die Todesrate auf Intensivstationen um ein Viertel verringert werden!

Bisher fehlt es noch – ein Mittel, das bei einer akuten, lebensbedrohlichen Corona-Erkrankung das Schlimmste verhindern und entscheidend dazu beitragen könnte, die Corona-Todesrate zu senken. Forschern aus Großbritannien ist nun der Nachweis gelungen, das gleich zwei bisher schon existierende Medikamente bei einem schweren Verlauf helfen können. 

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Neue Corona-Medikamente Tocilizumab und Sarilumab?

Wie u.a. die „BBC“ berichtet, habe die Anwendung der Medikamente Tocilizumab und Sarilumab, intravenös über einen Tropf verabreicht, gezeigt, dass dadurch Entzündungen im Körper effektiv bekämpft werden konnten und so die Todesrate auf den Intensivstationen um ein Viertel reduziert werden kann. Einziger Haken: Die Medikamente müssen möglichst früh verabreicht werden.

Die Arzneimittel Tocilizumab und Sarilumab werden in Europa bisher zur Behandlung von rheumatischer Arthritis eingesetzt.

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Corona-Behandlung durch Tocilizumab und Sarilumab? Skepsis in Deutschland

„Der Umstand, dass es nun eine weitere Medizin gibt, um die Sterblichkeit bei Patienten mit COVID-19 zu senken, ist eine sehr willkommene Nachricht“, erklärte Stephen Powis, medizinischer Direktor des britischen Gesundheitssystems NHS. Die Arzneimittel sollen in Großbritannien so schnell wie möglich bei der Behandlung von Corona-Patienten zum Einsatz kommen. In Deutschland ist ein möglicher Einsatz von Tocilizumab und Sarilumab jedoch noch umstritten. Zu Recht? 

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So wurde das Arzneimittel Sarilumab in einer Phase-III-Studie vom Pharma-Unternehmen Sanofi bereits in der Vergangenheit in einer Studie mit rund 420 Probanden getestet – die Sterblichkeit bei COVID-19-Patienten sank jedoch nicht, signifikante Ergebnisse blieben aus.

Stefan Kluge, Experte für die Behandlung von COVID-Patienten, kritisiert die Empfehlung für den Einsatz beider Arzneimittel in Großbritannien. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte er: „Das überrascht mich schon ein bisschen, dass der britische Premierminister den Einsatz der Medikamente schon empfiehlt.“

 

Keine signifikanten Studienergebnisse

Die Studienergebnisse aus Großbritannien seien nicht signifikant genug. Sie seien zwar methodisch solide, haben allerdings nur eine kleine Fallzahl an Patienten untersucht, kritisiert Kluge gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zudem gebe es Studien, wie die von Sanofi, die das positive Studienergebnis nicht unterstützen. 

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Ob die beiden Medikamente Tocilizumab und Sarilumab tatsächlich so „lebensrettend“ sind, wie die britische Forschung beteuert, kann derzeit noch nicht bestätigt werden. In Deutschland werden die Arzneimittel für die Behandlung bei einer Corona-Infektion wohl vorerst nicht angewandt. In Großbritannien sollen beide Arzneimittel zum festen Bestand bei der Behandlung von Corona-Patienten zählen.

Quellen:
Sarilumab ohne Effekt bei schwerem COVID-19, in: pharmazeutische-zeitung.de
Experten zu britischer Strategie: Empfehlung der Medikamente hat weder Hand noch Fuß, in: rnd.de

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