COVID-19 Behandlung: Kosten pro Patient im fünfstelligen Bereich

Kim Kraft Journalistenschülerin

Eine stationäre Behandlung bei einer Corona-Infektion ist nicht nur für den Patienten eine enorme Belastung, sondern schlägt auch aus finanzieller Sicht zu Buche. 

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Die Corona-Pandemie bestimmt immer noch den Alltag in Deutschland. Zur Zeit steigen die Zahlen wieder und der erste Lockdown seit den Höchstzahlen im Frühling wurde bereits ausgerufen. Doch zumeist verläuft die Krankheit milde - das Robert Koch-Institut schätzt die Zahl auf etwa 81 Prozent. Einige wenige Fälle, etwa 14 Prozent, sind allerdings schwerwiegend und eine stationäre Behandlung in einer Klinik ist notwendig. Aktuell sind 908 Patienten in Deutschland wegen des neuartigen Virus in Behandlung. Dabei werden sogar 401 invasiv beatmet, wie das Divi Intensivregister berichtet (Stand 21.10.2010).

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Kosten einer stationären Behandlung bei schwererem Corona-Verlauf

Die AOK, mit 26,5 Millionen Versicherten einer der größten Versicherer der Bundesrepublik, wertete auf Anfrage der Welt am Sonntag die Kosten für einen stationären Aufenthalt wegen der Behandlung von COVID-19 aus. Dabei ergab sich pro Patient ein Wert von 10.700 Euro für die ärztliche Zuwendung. Bei Patienten, die beatmet werden mussten - etwa zehn Prozent der stationär Behandelten - stiegen die Kosten auf rund 38.500 Euro an, so Martin Litsch, Bundesvorstand der AOK gegenüber der Presse. Im Einzelfall könnten die Zahlungen sogar bis zu 85.000 Euro ansteigen

Auch die Barmer Ersatzkasse wertete die Zahlungen für einen stationären Klinikaufenthalt ihrer Versicherten - etwa neun Millionen Mitglieder - aus. Dabei betrugen hier die durchschnittlichen Kosten 6.900 Euro im Falle einer einfachen stationären Behandlung. 31.700 Euro kostete im Durchschnitt die Versorgung bei Patienten, die beatmet werden mussten. 

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Die Kosten für eine COVID-19-Behandlung werden weiter steigen

Doch bei diesen Kosten wird es nicht bleiben, warnt SPD-Gesundheitserxperte Karl Lauterbach. Er vermutet, dass es zu schweren Folgeschäden durch eine COVID-19-Infektion kommen werde, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen sei. Besonders chronische Erkrankungen wie Lungen- und Nierenleiden sowie Demenz, die in zwei bis drei Jahren sichtbar werden würden, würden als Folge der jetzigen Pandemie und einer Erkrankung auftreten. Die Kosten für das Gesundheitssystem würden noch einmal erheblich steigen und seien noch nicht abzuschätzen, so der Experte.

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Quellen:

"COVID-19: Kosten für stationäre Behandlung im fünfstelligen Bereich", in: arerzteblatt.de

"So teuer ist jede Corona-Behandlung in der Klinik für die Krankenkassen", in: welt.de

"Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19", in: rki.de

"DIVI-Intensivregister", in: intensivregister.de

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