Cortison bei Hörsturz: Wie wirksam ist das?

Starker Druck auf den Ohren ist eines der Symptome unter denen Hörsturzbetroffene zu leiden haben
Starker Druck auf den Ohren ist eines der Symptome unter denen Hörsturzbetroffene zu leiden haben © Fotolia

Betroffene eines Ohrinfarkts werden in der Regel mit sogenannten Glukokortikoiden behandelt. Experten haben diese Methode genauer untersucht – mit überraschenden Ergebnissen. PraxisVITA erklärt, wie wirksam Cortison bei Hörsturz ist.

Hörsturzpatienten klagen oftmals über eine plötzliche Taubheit, Schwindelgefühle, Tinnitus, starken Druck auf dem betroffenen Ohr oder ein eingeschränktes Hörvermögen.  Die Entstehungsmechanismen, die hinter einem Hörsturz stecken, sind oft unklar. Diese Ungewissheit erschwert die Behandlung.

 

Cortison bei Hörsturz – die beste Behandlung?

Eine der üblichen Behandlungsmethoden ist die Glukokortikoid-Therapie. Es wird also mit Cortison bei Hörsturz beziehungsweise mit entsprechenden Wirkstoffen (zum Beispiel Prednisolon) behandelt. Hierbei nimmt der Patient das Medikament in Form von Tabletten oder einer Infusion über einen Zeitraum von mehreren Tagen ein.

 

Studien zweifeln an Wirksamkeit von Cortison

Allerdings ist der Erfolg dieser Methode fragwürdig: Das geht jetzt aus einer Untersuchung des MDS (Medizinischen Dienst der Krankenkassen) hervor. Dieser hat mehrere Übersichtsstudien zum Thema ausgewertet und kommt zu dem Schluss: Cortison bei Hörsturz ist nicht erfolgreich.

Cortison bei Hörsturz
Eine Studienanalyse hat ergeben, dass Cortison bei Hörsturz nicht besser wirkt als ein Placebo© iStock

Die zwei untersuchten Übersichtstudien werteten mehrere Einzelstudien aus, die bei Patienten die Wirkung von Cortison bei Hörsturz mit einem Placebo verglichen. Dabei konnten die Wissenschaftler keinen wesentlichen Unterschied entdecken.

Ein weiterer Grund auf die Behandlung mit Cortison bei Hörsturz zu verzichten ist: Kassenpatienten müssen die Kosten der Therapie selbst tragen.

Eine wenig bekannte Ursache für einen Hörsturz ist eine mangelnde Durchblutung. Der Grund: Über das Blut werden die empfindlichen Nervenzellen im Innenohr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Gelingt es dem Organismus nicht, ausreichend Blut zu den Fasern zu pumpen, nehmen diese Schaden. Durchblutungsförderer Nummer eins: regelmäßige Bewegung!

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