Coronavirus: Warum erkranken jetzt so viele junge Menschen an COVID-19?

Auch viele junge Menschen erkranken neuerdings an Corona. Warum es jetzt auch Personen außerhalb der Risiko-Gruppe trifft? Eine Virologin erklärt.

Frau mit Mundschutz hält Handy in der Hand
Coronavirus: Auch junge Menschen trifft es Foto: istock/tuiphotoengineer

Das Coronavirus grassiert weiterhin in Deutschland. Derzeit sind bereits über 200 Tote dem COVID-19-Virus zum Opfer gefallen. Aktuelle Zahlen besagen, dass es bereits über 37.000 Infizierte in Deutschland gibt - und darunter fallen auch immer mehr junge Menschen außerhalb der Risiko-Gruppe. Laut Medienberichten sei in den vergangenen Tagen in den USA sogar ein kerngesunder Teenager aus Los Angeles an Corona verstorben. "Dies kann auch euch treffen", erklärte der Bürgermeister von Los Angeles Eric Garcetti gegenüber den Medien bezüglich des tragischen Todesfalls. Daher fragen sich immer mehr Menschen auch in Deutschland: Warum trifft es jetzt ausgerechnet die junge Generation? Und wie klärt man Kinder eigentlich richtig über das Coronavirus auf?

Warum auch junge Menschen von Corona infiziert?

Im Talk mit Markus Lanz erklärt Virologin Prof. Melanie Brinkmann die neuen Zahlen und versucht zu besänftigen und Mut zu machen. "Ein neues Phänomen, dass so viele junge Menschen derzeit an COVID-19 erkranken, sei es eigentlich nicht", so die Virologin. Für die ansteigenden Zahlen gebe es eine relativ simple Erklärung: "Die Leute, die wir jetzt sehen, viele waren in den Skiferien, die waren in Ischgl." Nun sorgen die Ski-Urlaubs-Rückkehrer aus den Krisengebieten für mehr Erkrankungen bei jungen Menschen. Ein besonderer Hot-Spot für Viren seien die Après-Ski-Partys. "Das sind Orte, wo die Leute eng gedrängt stehen. Da kann sich das Virus wunderbar verteilen", so die Virologin weiter. Nach der Inkubationszeit steigen nun also die Zahlen der Erkrankungen durch die Tröpfcheninfektion bei jungen Menschen.

Mögliche Langzeitschäden durch Corona bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Weniger beruhigend sei laut der Virologin allerdings die Tatsache, dass Langzeitschäden durch Corona nicht auszuschließen seien. Und davon seien auch die jungen Menschen betroffen. So bestünde die Gefahr, dass Lungengewebe zerstört werde und dass es zu Narbenbildungen in der Lunge kommt. Man müsse jetzt gucken, wie die Dauerschäden seien, so Brinkmann. Fest steht jedenfalls, auch junge Menschen können an Corona erkranken und Folgeschäden erleiden, das Risiko liegt jedoch bei der Generation 60+ deutlich höher.