Coronavirus: Ist Blutspenden noch unbedenklich?

Verena Elson Medizinredakteurin

Blutspenden sind für viele Menschen überlebenswichtig – auch in Zeiten des Coronavirus. Doch setzen sich Blutspender jetzt der Gefahr einer Ansteckung aus? Und kann man sich mit Corona infizieren, wenn man eine Bluttransfusion erhält?

Einer Frau wird Blut abgenommen
Auch in Zeiten des Coronavirus sind viele Menschen auf Blutspenden angewiesen Foto:  iStock/andresr

In der Corona-Krise kommt das öffentliche Leben immer mehr zum Stillstand. Der Bevölkerung wird geraten, Menschenansammlungen zu meiden und wenn möglich zu Hause zu bleiben. Gilt das auch für Blutspender? Immerhin muss man sich für die Blutspende unter Leute begeben. Diese Frage sorgt für Verunsicherung.

Das Gesundheitswesen bekommt das zu spüren: In weiten Teilen Deutschlands sei die Blutspende-Bereitschaft deutlich zurückgegangen, berichtet der NDR. Auf Dauer kann das zu einem großen Problem werden: Bundeweit werden täglich über 15.000 Blutspenden benötigt – zum Beispiel im Zuge von Operationen, nach Unfällen oder von chronisch Kranken, etwa mit Krebserkrankungen. Zwar sind Krankenhäuser in der Lage, geplante Operationen in Krisenzeiten zu verschieben, doch in Notfällen und bei vielen chronisch Kranken lässt sich die Bluttransfusion nicht verschieben.

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Ist Blutspenden trotz Coronavirus sicher?

„Grundsätzlich sollten Menschen, die spendebereit sind, auch weiterhin zur Blutspende gehen“, sagte der RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montagmorgen in Berlin. Die dortigen hohen Hygienestandards machten die Blutspende für Spendewillige sicher.

Auch aus Sicht des DKR ist das Risiko einer Ansteckung mit Corona beim Blutspenden nicht höher einzustufen als etwa beim Einkaufen – durch die strengen Hygieneregeln sogar eher niedriger. Als Reaktion auf die Corona-Pandemie werden beim Blutspenden zurzeit sogar weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Bei jedem Spendewilligen wird zunächst Fieber gemessen und er wird nach zurückliegenden Reisen befragt. Ist er kürzlich aus einem Corona-Risikogebiet zurückgekehrt oder zeigt Erkältungssymptome, wird er sofort wieder weggeschickt.

 

Kann ich mich als Empfänger einer Bluttransfusion mit Corona infizieren?

Das DRK betont, dass Bluttransfusionen auch in Zeiten von Covid-19 für die Empfänger sicher sind. Es gebe bisher keine gesicherten Hinweise auf die Übertragung des Virus durch Blut oder Blutprodukte, heißt es auf der Website des DRK-Blutspendedienst West.

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Wer sollte jetzt nicht Blut spenden?

Eine allgemeine Regel beim Blutspenden lautet: Blutspender müssen gesund sein. Wer krank ist oder erste Anzeichen einer Erkrankung spürt, sollte nicht Blut spenden, sondern warten, bis er sich wieder ganz fit fühlt. Das gilt in Zeiten von Corona selbstverständlich auch. Zusätzlich gilt jetzt: Wer kürzlich aus einem Corona-Risikogebiet zurückgekehrt ist, darf nicht zur Blutspende. 

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Aufruf zur Blutspende trotz Coronavirus

Der DRK-Blutspendedienst West bittet darum, Blutspenden nicht mit anderen „sozialen“ Aktivitäten gleichzusetzen, die jetzt gemieden werden sollten: „Ein Cafébesuch lässt sich nachholen, eine lebensrettende Blutspende nicht! Auch wenn die Maßgabe jetzt heißt, möglichst Sozialkontakte zu meiden, gibt es Bereiche in der grundlegenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung, in denen wir dennoch zusammenstehen müssen.“ Die Mediziner hoffen, dass die Zahlen der Blutspenden auch in Coronavirus-Zeiten wieder steigen werden, damit nicht noch mehr Menschenleben durch die Pandemie in Gefahr geraten.

Quellen:

Ruhig Blut - Blutspenden in Zeiten des Coronavirus (Sars-CoV-2), in: blutspendedienst-west.de

Engagiert gegen Krebs – Blutspender helfen, in: blutspendedienst-west.de

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