Coronavirus: erste Fälle in Deutschland

Verena Elson Medizinredakteurin

Inzwischen gibt es vier Fälle des Coronavirus in Bayern – das bestätigte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Dienstagabend. Bei allen vier Patienten handelt es sich um Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto.

Ein Laborarbeiter im Schutzanzug untersucht eine Probe unter dem Mikroskop
Es gibt erste Fälle des neuartigen Coronavirus in Deutschland, das bestätigten bayerische Behörden Foto:  iStock/choja

 +++29.1.: Drei weitere Deusche erkrankt+++

Drei weitere Deutsche haben sich mit dem neuen Coronavirus infiziert – das bestätigte am Dienstagabend das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Demnach handelt es sich bei den drei Patienten ebenfalls um Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto im Landkreis Starnberg. Die drei Kollegen des ersten deutschen Patienten werden nun ebenfalls in der Klinik Schwabing behandelt. Bei allen vier soll der Krankheitsverlauf sehr milde sein. 40 weitere Mitarbeiter der Firma, die als enge Kontaktpersonen der vier Erkrankten in Frage kommen, sollen nun auf das Virus getestet werden.

+++28.1.: Pressekonferenz zur Lage in Bayern+++

„Wir nehmen die Lage sehr ernst, aber wir sind sehr gut vorbereitet. Die entsprechende Taskforce arbeitet unter Hochdruck“, erklärte Melanie Huml, die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, auf der Pressekonferenz am Dienstagvormittag. Der 33-jährige Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech wird in der München Klinik Schwabing  im Münchner Stadtteil Schwabing-West behandelt, wird dort isoliert und medizinisch überwacht.

„Dem Patienten geht es sehr gut. Er ist fieberfrei und hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr“, versichert sein behandelnder Chefarzt Prof. Dr. Clemens Wendtner. Die engen Kontaktpersonen des Patienten werden derweil auf Symptome des Coronavirus untersucht. Bis eine Ansteckung ausgeschlossen ist, bleiben sie zu Hause und stehen unter Beobachtung. Auch der Kindergarten der Kinder des Patienten werde überprüft, so der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

 

Bei chinesischer Kollegin angesteckt

Der Patient hat sich bei einer Frau aus China angesteckt, die in seiner Firma (der Autozulieferer Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern) zu Gast war und dort am 21. Januar eine Fortbildung leitete. Die Chinesin lebt in Shanghai, ihre Eltern sollen aber aus der betroffenen Provinz Hubei stammen. Das Neue an diesem Fall: Offensichtlich war die Patientin bereits ansteckend, bevor sie die ersten Symptome entwickelte. Diese traten erst auf dem Heimflug nach China am 23. Januar auf. Dort angekommen, begab die Chinesin sich sofort in ärztliche Behandlung – Mediziner stellten dann das neue Coronavirus bei ihr fest. Die Firma Webasto informierte daraufhin das Gesundheitsamt.

Schließlich klagte auch der Webasto-Mitarbeiter in Bayern über Grippesymptome – am Montagabend fiel ein Test auf das neue Coronavirus auch bei ihm positiv aus.

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Was verbirgt sich hinter dem neuen Coronavirus?

Das neuartige Coronavirus trägt den Namen 2019-nCoV und gehört zur Gruppe der Coronaviren. Diese verdanken ihren Namen der sie umgebenden Struktur, die an die Zacken einer Krone erinnert. Das Virus kann Symptome wie Husten, Fieber und Atembeschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen auslösen. Experten vergleichen das Virus häufig mit dem SARS-Erreger, an dem in den Jahren 2002 und 2003 weltweit 8.096 Menschen erkrankten und 774 starben.

2019-nCoV sprang Ende Dezember 2019 vermutlich auf einem Tiermarkt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan von Tieren auf Menschen über. Das Virus kann durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden. Am wahrscheinlichsten wird die Infektion bei einem längeren persönlichen Kontakt, etwa einem 15-minütigen Gespräch. Die Inkubationszeit beträgt ein bis 14 Tage. Der beste Schutz vor einer Ansteckung ist regelmäßiges Händewaschen – ein Mundschutz ist aus Expertensicht weder notwendig noch sinnvoll.

 

Coronavirus: Breitet sich das Virus in Deutschland aus?

Die Gefahr für die Gesund der Menschen in Deutschland stufen Experten insgesamt als „moderat“ ein. An den deutschen Flughäfen sind entsprechende Alarmpläne in Kraft getreten, berichtete Dr. Martin Hoch, Leiter der „Taskforce Infektiologie“. Verdachtsfälle werden demnach sofort überprüft, etwa durch Fiebermessen bei den betroffenen Personen. Bisher habe sich aber kein Verdachtsfall bestätigt. Das Auswärtige Amt rät aktuell von Reisen in die Region Wuhan ab.

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Coronavirus breitet sich weiter in China aus

In China sind bereits mehr als 100 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben – in den meisten Fällen handelte es sich dabei um ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Insgesamt zählen die Behörden bisher 4.515 bestätigte Fälle der Lungenerkrankung in China.

 

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