Tipps für sicheres Bahnfahren an Weihnachten trotz Corona

Daphne Sekertzi

Wer für die Heimreise an Weihnachten auf die Bahn angewiesen ist, der beschäftigt sich nun vor allem mit einer Frage: Ist das Bahnfahren sicher und wie verhindere ich, dass ich mich im Zug so kurz vor den Feiertagen mit Corona anstecke? Die Bahn hat einige Maßnahme ergriffen, aber man kann auch selbst viel tun, um das Infektionsrisiko zu minimieren.  

 

Sicheres Bahnfahren an Weihnachten: Die Maßnahmen der Deutschen Bahn

Um ihren Kunden kurz vor Weihnachten trotz Corona ein sicheres Bahnfahren zu ermöglichen, erhöht die Deutsche Bahn die Anzahl der Züge über die Feiertage. Durch die Sonderzüge werden 50.000 zusätzliche Sitzplätze geschaffen. Auf diese Weise lässt sich die Personendichte in den Zügen reduzieren – und damit auch das Infektionsrisiko. Zusätzlich dazu ist pro Doppelsitz nur ein Sitzplatz reservierbar, Plätze am Gang werden geblockt und Buchungen für Züge werden gesperrt, wenn sie stark ausgelastet sind. Um den Wegfall an Platzkapazitäten zu kompensieren, fährt die Bahn beliebte Strecken häufiger am Tag an.

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Die Bahn hat zudem angekündigt, die Maskenpflicht in den Zügen vor und während der Feiertage verstärkt zu kontrollieren. Bei Maskenverweigerern greift der sogenannte „Beförderungsausschluss“ – sie werden des Zuges verwiesen. Sollte sich der Fahrgast wehren, könnte auch die Bundespolizei eingeschaltet werden.

Infektionsrisiko in Bahnen: Kann man sich über die Luft mit Corona anstecken?

Die Bahn hat wiederholt darauf verwiesen, dass die Züge so belüftet werden, dass die Luft nach einigen Minuten vollständig ausgetauscht wird. In ICE’s etwa liege die Luftwechselrate bei siebeneinhalb Minuten. Doch anders als in Flugzeugen verfügen die Klimaanlagen in Zügen keine Hochleistungsfilter, die auch Coronaviren aus der Luft filtern können. Damit ist eine Übertragung des Virus über die Klimaanlage theoretisch möglich, jedoch „äußerst unwahrscheinlich“, wie die Bahn in einer Mitteilung erklärte. Denn zum einen seien die Lüftungswege lang und zum einen werde die Luft getrocknet.

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Infektionsrisiko in der Bahn reduzieren – das können Sie selber tun

Neben den Maßnahmen, die die Deutsche Bahn zum Schutz ihrer Kunden ergreift, kann man auch selbst viel tun, um das Infektionsrisiko während der Zugfahrt auf ein Minimum zu reduzieren.

1. Wenn möglich, reisen Sie einige Tage vor Heiligabend in Ihre Heimat und vermeiden Sie Stoßzeiten. Viele fahren erst am 23.12 oder am 24.12 frühmorgens. Durch Homeoffice und die Schließung von Schulen, kann der Zeitpunkt der Reise ohnehin flexibler gestaltet werden.

2. Achten Sie bei der Buchung des Bahn-Tickets auf die Auslastung der Züge und weichen sie auf Linien aus, bei denen weniger als die Hälfte der Sitzplätze besetzt ist. Diese Angabe können Sie auf der Homepage der Bahn und in der App einsehen. Meist sind IC’s nicht so stark ausgelastet wie ICE’s, da sie vergleichsweise weniger schnell ans Ziel kommen.

3. Oft bietet sich in der Bahn folgende Bild dar: Die 1. Klasse ist menschenleer, während die Abteile der 2. Klasse brechend voll sind. Wer es vermeiden möchte, dicht an dicht mit anderen zusammenzusitzen und sich einem erhöhten Infektionsrisiko in der Bahn auszusetzen, sollte über ein 1-Klasse-Ticket nachdenken.

Was das Bahnfahren an Weihnachten noch sicherer macht, sind die AHA-Regeln: Die Maske über Mund und Nase ziehen, so gut es geht, Abstand von anderen Fahrgästen halten und die Hände regelmäßig waschen und desinfizieren – so können Sie mit einfachen Mitteln das Infektionsrisiko senken.

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Quellen

SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), in: rki.de (Robert Koch-Institut)

Studie: SARS-CoV-2 überlebt auf Oberflächen auch bei höheren Temperaturen, in: aerzteblatt.de 

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