Corona-Warn-App: Hier geht's zum Download

Mona Eichler Health-Redakteurin

Die Corona-Warn-App im Kampf gegen das Coronavirus steht nun zum Download bereit. Wo es die App gibt, wie die Anwendung funktioniert, welche Kritik laut wurde – Stichwort Datenschutz – und ob es in Deutschland eine Pflicht für die Corona-App geben wird.

Inhalt
  1. Corona-Warn-App ab heute zum Download bereit
  2. Wie funktioniert die Corona-Warn-App?
  3. …und der Datenschutz?
  4. App-Details: Kosten, Betriebssysteme, Akkuverbrauch
  5. App-Pflicht in Deutschland?
 

Corona-Warn-App ab heute zum Download bereit

Die neue Corona-Warn-App ist ab heute bereit zum Download. Sie soll dabei helfen, Infektionen leichter nachzuverfolgen. Nach wochenlangen Tests kann die Corona-Warn-App nun also kostenlos und freiwillig für Android und iOS heruntergeladen werden. 

Die App steht sowohl im App Store als auch bei Google Play unter dem Namen "Corona-Warn-App" zum Download bereit und wird vom Robert Koch-Institut zur Verfügung gestellt.

Hier geht's direkt zur App im App Store für iOS-Nutzer.

Hier geht's direkt zur App im Google Play Store für Android-Nutzer.

 

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die Bundesregierung hat die Corona-Warn-App von der Deutschen Telekom und der SAP AG entwickeln lassen. Sie wird Mitte Juni durch das Robert Koch-Institut veröffentlicht. Die App hat zwei digitale Funktionen:

  1. das Nachverfolgen und Dokumentieren möglicher COVID-19-Risikokontakte 
  2. das Übertragen von Corona-Testergebnissen
     

Die Dokumentation möglicher COVID-19-Risikokontakte erfolgt über die Bluetooth-Funktion von Smartphones. Dabei verbinden sich Mobiltelefone automatisch mit den Geräten in ihrer Nähe – natürlich nur, wenn bei allen die Corona-Warn-App installiert und aktiviert ist. Über die Signalstärke wird die Entfernung der einzelnen Smartphones zueinander ermittelt. Ist der Kontakt eng, tauschen die Handys via Bluetooth anonyme ID-Schlüssel, sogenannte Kurzzeit-Identifikationsnummern, aus. Die Bundesregierung bezeichnet das als "digitalen Handschlag zweier Smartphones", der dezentral nur auf dem jeweiligen Handy gespeichert wird. So entstehen anonymisierte Kontaktlisten, die spätere Infektionsketten nachzeichnen können. 

Wird ein Mensch nun positiv auf COVID-19 getestet, kommt die zweite Funktion der Tracing-App ins Spiel: Die Anwendung bietet die Möglichkeit, Corona-Testergebnisse digital zu übertragen und dadurch andere Nutzer der App zu warnen. 
Dazu können Anwender den von ihrem Arzt bereitgestellten QR-Code scannen und so ihre COVID-19-Infektion bestätigen. An sämtliche Handys, die in den Tagen zuvor in der Nähe des Erkrankten dokumentiert wurden, wird dann eine digitale Risikomeldung übermittelt.

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…und der Datenschutz?

Die Corona-Warn-App war lange Zeit heftig umstritten, da die Bundesregierung zunächst eine zentrale Speicherung der gesammelten Daten in Betracht zog. Diese hätte es Kriminellen vergleichsweise einfach gemacht, Daten zu hacken. 
Die zentrale Speicherung wurde nun aber nicht umgesetzt: Die Tracing-App speichert sämtliche Daten anonym und dezentral auf dem eigenen Smartphone. Es werden weder Geo-Daten ausgewertet, noch Ortsinformationen preisgegeben. Versand und Speicherung von personenbezogenen Daten finden nicht statt.

Lediglich eine Liste mit anonymisierten Daten wird zentral gespeichert. Das ist nötig, damit einzelne Smartphones darauf zugreifen und mögliche Risiko-Begegnungen identifizieren können. 

Um eine maximale Transparenz der App zu gewährleisten, stellten die Entwickler den kompletten Programmcode online. Hier kann er eingesehen werden. 

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App-Details: Kosten, Betriebssysteme, Akkuverbrauch

Die Corona-Warn-App wird Mitte Juni durch das Robert Koch-Institut kostenlos in den App Stores von Google und Apple zur Verfügung gestellt. 

Android-Smartphones müssen mindestens das Betriebssystem 6 installiert haben, das seit Ende 2015 auf dem Markt ist. iPhones müssen auf iOS 13.5 aktualisiert sein. Das bedeutet, dass ältere Modelle, wie das iPhone 5 oder 6, nicht mit der Corona-App kompatibel sind. 

Wer sich Sorgen darüber macht, dass die im Hintergrund auf Bluetooth laufenden Anwendung zum Akku-Fresser wird, der kann aufatmen: Die Corona-Warn-App wird kaum Akku verbrauchen. "Die App verwendet die energieeffiziente Bluetooth-Technologie BLE – Bluetooth Low Energy", erklärte SAP-Sprecher Schepp laut "Tagesschau.de". "Anders als bei der Bluetooth-Technologie, die bei drahtlosen Kopfhörern oder externen Lautsprecherboxen verwendet wird, hat das de facto keine Auswirkungen auf den Akku." 

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App-Pflicht in Deutschland?

Experten der Oxford University schätzen, dass ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung eine Warn-App nutzen müssten, damit die Corona-Epidemie gestoppt werden kann. Erste positive Auswirkungen sollen sich aber auch bei einem kleineren Nutzerkreis abzeichnen. In Deutschland würden laut einer Umfrage der "ARD" rund 42 Prozent der Befragten die Corona-App nutzen, sobald sie auf dem Markt ist. 39 Prozent lehnten die Anwendung ab. 

Unabhängig von diesen Zahlenspielen besteht in Deutschland keine Pflicht, die Corona-Warn-App zu installieren: Sie ist freiwillig. Auch bereits diskutierte Anreize wie Steuerboni oder mehr Freiheiten für Nutzer der App wird es nicht geben. 
"Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn im Gespräch mit der "Rheinischen Post". "Das Virus einzudämmen, ist ein Teamspiel. Jeder, der die App herunterlädt, hilft dabei."

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Quellen:
So hilft die Corona-Warn-App, in: bundesregierung.de
Alles Wissenswerte rund um die Warn-App, in: tagesschau.de
Digital contact tracing can slow or even stop coronavirus transmission and ease us out of lockdown, in: research.ox.ac.uk
Interview mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, in: rp-online.de

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