Coronavirus: WHO warnt vor Ibuprofen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Es waren bereits Gerüchte im Umlauf, die dann jedoch dementiert wurden. Nun greift die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein: Bei Corona-Verdacht rät diese von Ibuprofen ab. Alle Hintergründe hier!

Inhalt
  1. Ibuprofen bei Corona-Verdacht oder Grippe: Welches Schmerzmittel nehmen?
  2. Corona-Krise: Ibuprofen schädlicher als gedacht?
  3. Coronavirus und Ibuprofen: Panikmache über die sozialen Netzwerke

Gibt es Medikamente, die bei einer Corona-Infektion schädlich sind? Daraus lässt sich schließen, wenn man die aktuelle Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation nachkommt. Demnach empfiehlt die WHO, bei einem Corona-Verdachtsfall auf die Einnahme von Ibuprofen zu verzichten und auf alternative Schmerzmittel zurückzugreifen. Eine Einnahme von Ibuprofen zur Selbstbehandlung sollte ohne einen ärztlichen Rat besser nicht erfolgen, so die ausdrückliche Warnung.

Zwar gebe es keine Studien, die belegen, dass Ibuprofen bei Corona-Infizierung mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sei, die Experten der Weltgesundheitsorganisation prüfen jedoch gerade sämtliche Verdachtsfälle", erklärt der Sprecher der WHO Christian Lindmeier am Dienstag (17.03.2020) bei einer Pressekonferenz.
Er betonte allerdings ausdrücklich noch einmal, dass ein generelles Verbot von Ibuprofen nicht bestünde und nach ärztlichem Rat durchaus weiterhin eingenommen werden darf.

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Ibuprofen bei Corona-Verdacht oder Grippe: Welches Schmerzmittel nehmen?

Schwierig wird es dann, wenn die vorherrschenden Symptome nicht eindeutig von einer Grippe oder einer Corona-Infizierung zu unterscheiden sind. Bei Husten, Glieder- oder Kopfschmerzen sollten insbesondere Risikopatienten daher lieber zum Schmerzmittel Paracetamol greifen. "Wir raten im Verdachtsfall zu Paracetamol und nicht zu Ibuprofen, erklärt der WHO-Sprecher Christian Lindmeier. 

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Corona-Krise: Ibuprofen schädlicher als gedacht?

Erste Hinweise auf eine negative Auswirkung des Schmerzmittels Ibuprofen bei Corona wurden bereits in der vergangenen Woche laut. So riet der französische Gesundheitsminister bereits vor einigen Tagen davon ab, Ibuprofen einzunehmen. 
Genau wie der Wirkstoff ASS (Acetylsalicysäure) gehört Ibuprofen zu den sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Bereits vor der Corona-Krise wurden diese schmerzstillenden Wirkstoffe jedoch als bedenklich eingestuft, wie eine aktuelle Studie der Stiftung Warentest zeigt. Experten vermuten jetzt allerdings, dass Ibuprofen aber auch ASS durch die blutgerinnende Wirkung bei einer Infizierung mit Covid-19 besonders schädlich sind, da das Risiko für innere Blutungen steigt.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) empfiehlt derweilen "eine vorsichtige Haltung gegenüber dem Gebrauch von Medikamenten auf der Basis von Ibuprofen."

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Coronavirus und Ibuprofen: Panikmache über die sozialen Netzwerke

Ein ähnliches Gerücht, Ibuprofen sei bei Corona-Infizierung schädlich, verbreitete sich in den vergangenen Tagen bereits in den sozialen Medien. Demnach haben die Forscher der Uniklinik in Wien einen negativen Zusammenhang von COVID-19 und Ibuprofen hergestellt. Das Klinikum dementierte jedoch diese Falschmeldung. Ob und wie weit eine negative Auswirkung von Ibuprofen und Corona bestünde, werde nun untersucht. 

Derweilen sind Mediziner weiterhin auf der Suche nach einem sinnvollen Heilmittel gegen das Coronavirus. Aktuell werde die Wirkung einer Blutplasma-Behandlung geprüft, bei der Antikörper von bereits geheilten COVID-19-Patienten bei Erkrankten eingesetzt wird. Erste Ergebnisse aus dem Ausland seien erfolgsversprechend.

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