Corona-Verbreitung: Forscher vermutet streunende Hunde

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die Verbreitung des Coronavirus schreitet weiter voran. Forscher suchen nach Ursprung und Ursache der schnellen Ausbreitung. Eine Vermutung: Streunende Hunde haben als „Zwischenwirt“ gedient.

Inhalt
  1. Verbreitung von COVID-19 über streunende Hunde?
  2. Coronavirus bei Hunden: Wie konnte sich Hunde Sars-CoV-2 anstecken?
  3. Forscher erklärt Symptom Magendarm-Beschwerden bei Corona
  4. Corona-Pandemie hätte verhindert werden können
  5. COVID-19 Ursprung doch nicht auf Tiermarkt?

Wie hat sich das Coronavirus so schnell verbreitet? Immer noch suchen Forscher auf der ganzen Welt nach dem Ursprung des Ausbruchs der Corona-Pandemie. Als Träger des sogenannten Sars-CoV-2-Virus wird vermutet, dass die Fledermaus das Virus in sich tragen soll, welches anschließend vom Tier auf den Menschen übertragen wurde. Unklar ist jedoch noch, ob bestimmte Tiere bei der Verbreitung als Zwischenwirt gedient haben. Man vermute, dass Schlangen oder Pangolinen bei der Mutation des Virus eine Rolle spielen, einig sind sich die Forscher diesbezüglich jedoch nicht. Nun sorgt eine neue These für Aufsehen.

 

Verbreitung von COVID-19 über streunende Hunde?

Professor Xuhua Xia, Biologieprofessor der Universität von Ottawa, schließt nach seinen Erkenntnissen nicht aus, dass das Virus sich auch über streunende Hunde weiterverbreitet haben könnte. Inwiefern diese auf der Suche nach dem Ursprung der Corona-Pandemie eine Rolle spielen? Er vermute, dass Hunde, die Fledermäuse gefressen haben, dazu beitrugen, dass das Virus mutierte und sich so an den menschlichen Organismus anpassen konnte. Erst so wurde die Übertragung von Tier zu Mensch überhaupt möglich, so seine These.

 

Coronavirus bei Hunden: Wie konnte sich Hunde Sars-CoV-2 anstecken?

Xuhua Xia untersuchte das Virus darauf, wie es sich verändert hat, wenn es in einen Organismus eindringt. Er erklärt: ein Virus hinterlasse „Kampfspuren“ am Organismus, die man später im Nachhinein beobachten kann. Seine Erkenntnis: Die Coronaviren von Hunden (CCoVS) weisen die gleichen „Kampfspuren“ auf wie die des neuen, mutierten Virus Sars-CoV-2. Auch mit den ursprünglichen Coronaviren der Fledermaus BatCoV RaTG13 bestünde eine verblüffende Ähnlichkeit. 

 

Forscher erklärt Symptom Magendarm-Beschwerden bei Corona

Am besten andocken könne das mutierte Virus laut Professor Xuhua Xia im Magen-Darm-Trakt des Menschen. Der Grund sei der im menschlichen Darm befindliche ACE2-Rezeptor, der bestens an das neue Virus angepasst ist. Es sei daher nicht verwunderlich, so erklärt der Professor, dass fast 50 Prozent der mit Corona infizierten Personen als Symptom Verdauungsprobleme aufweisen.

 

Corona-Pandemie hätte verhindert werden können

Bereits im Jahr 2013 sei BaTCoV RaTG13 im Kot einer Fledermaus in der chinesischen Provinz Yunnan entdeckt worden. Nicht nur Professor Xuhua Xia kritisiert, dass man das ursprüngliche „Fledermausvirus“ anschließend nicht frühzeitig untersucht hatte. Weitere Untersuchungen des Virus erfolgten erst Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan im „Institute of Virology“ – in genau der Stadt, in der sich das Virus anschließend verbreitete. Ein Zufall? Nicht unbedingt, wie es jetzt heißt.

 

COVID-19 Ursprung doch nicht auf Tiermarkt?

Es bestünde der berechtigte Verdacht, dass das mutierte Virus genau in diesem Labor ausgebrochen sei, wo es ursprünglich untersucht wurde – und nicht wie allseits behauptet, auf einem exotischen Tiermarkt der Stadt.

Unter anderem die Washington Post berichtet, dass es vermutlich einen Unfall im chinesischen Labor des „Institute of Virology“ in Wuhan gegeben habe. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte gegenüber der Tagesschau zu dieser These: „Das würde ich mal nicht ausschließen, dass die WHO sich auch mit dieser Frage auseinandersetzen muss.“ 

Menschen auf einem Platz
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Bereits im Februar seien chinesische Studien veröffentlicht wurden, in denen bestätigt wird, dass die Verbreitung von COVID-19 aus einem chinesischen Labor in Wuhan ausgeht, berichtet die Washington Post. Die Veröffentlichung der Studie wurde bereits zurückgezogen.

Die Erforschung der Verbreitung von Corona – ob durch Hunde, Fledermäuse oder Schlangen – und die Suche nach dem ursprünglichen Wirt gehen derweilen bei Forschern auf der ganzen Welt weiter. Vorrang hat dennoch das Ziel: Die weitere Verbreitung zu verhindern und einen geeigneten Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln.

Quellen:

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