Corona und Grippewelle: Was passiert, wenn beides zusammenkommt?

Der Herbst naht und mit ihm die Gefahr, dass wir mit Corona und einer Grippewelle kämpfen müssen. Denn zurzeit steigen die COVID-19-Infektionszahlen – kommen dann noch schwere Grippefälle dazu, könnte das schwerwiegende Folgen haben. 

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Zusammentreffen von Corona und Grippe: Gefahr für Gesundheitssystem

Spätestens ab Oktober müssen wir damit rechnen, dass immer mehr Influenzaviren im Umlauf sind und uns die nächste Grippewelle heimsucht. Es könnte aber auch schon früher soweit sein, denn laut des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es 2019 Ende September die ersten Grippefälle in Deutschland. Zusammen mit der wieder wachsenden Zahl an Corona-Fällen droht unser Gesundheitssystem zu kollabieren – zumal die Anzahl der an COVID-19-Erkrankten im Winter durch den Aufenthalt in geschlossen Räumen noch deutlich ansteigen könnte.

Arztpraxen und Krankenhäuser könnten dann schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, Beatmungsgeräte und Intensivbetten nicht mehr für alle Patienten ausreichen. Bei Symptomen wie Husten, Halsweh, Fieber und Schnupfen müssen dann die Hausärzte feststellen, ob es sich um Corona oder die Grippe handelt. 

Zudem würden die Testzentren sowohl personell als auch von den Testmöglichkeiten an ihre Grenzen stoßen, wenn sich immer mehr Menschen vorsichtshalber testen lassen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weitere Experten warnen daher eindringlich vor einem gleichzeitigen Aufteten von Corona- und Grippe-Fällen.

Mit Grippe-Impfungen gegen den Kollaps

Die EU-Kommission rät allen Mitgliedsstaaten, möglichst früh und möglichst viele Menschen gegen Grippe zu impfen. Auch der Transport von Patienten oder medizinischem Personal über die Grenzen hinweg müsse erleichtert werden. So soll eine Doppelbelastung der Gesundheitssysteme vermieden werden.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn setzt auf Influenzaimpfungen, damit es gar nicht erst zu einer großen Grippewelle kommt. Mit 25 Millionen Impfdosen gebe es „so viel wie noch nie“: deutlich mehr als die ca. 16.5 Millionen Dosen im letzten Jahr, betonte Spahn kürzlich.

Wenn es weniger Grippekranke gibt, könnte der Ansturm auf Arztpraxen und Testzentren verringert werden. Es wären mehr Beatmungsgeräte und Intensivplätze verfügbar, die sowohl bei Corona als auch bei Grippe in schweren Fällen zum Einsatz kommen. Insgesamt würde das Gesundheitssystem entlastet.

Sollte ich mich gegen Grippe impfen lassen?

Mit den zur Verfügung stehenden 25 Millionen Impfdosen können nicht alle 83 Millionen Menschen in Deutschland geimpft werden – und das muss auch nicht sein: Die Ständige Impfkommission (Stiko) des RKI empfiehlt zwar mehr Impfungen, aber hauptsächlich für folgende Gruppen:

• Menschen ab 60 Jahren
• Schwangere
• Chronisch Kranke (z. B. Diabetes, Asthma, COPD)
• Medizinisches Personal
• Bewohner in Alten- und Pflegeheimen

Ließen sich bisher nur rund ein Drittel der Deutschen impfen, sind in diesem Jahr knapp 52 Prozent dazu bereit: Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“. Besonders ältere Menschen ziehen eine Grippe-Impfung in Erwägung, bei den 18- bis 29-Jährigen spricht sich nur ein Drittel dafür aus.

Die Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln sowie das konsequente Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes können außerdem dazu beitragen, dass sich sowohl das Corona- als auch das Grippevirus langsamer und weniger heftig verbreiten. Dann könnte das Zusammentreffen von Corona und Grippewelle glimpflicher ausgehen als befürchtet.