Corona und Gesundheit: Welche Arztbesuche sind Pflicht und welche nicht?

Mona Eichler Health-Redakteurin

Während der Coronakrise meiden viele aus Angst vor einer Ansteckung den Besuch beim Arzt. Dabei sollten manche Untersuchungen und Behandlungen trotz COVID-19 nicht aufgeschoben werden. Andere wiederum können warten. Ein Überblick.

Inhalt
  1. Routine- und Vorsorgeuntersuchungen können warten
  2. Im Zweifelsfall: Vorab telefonisch informieren
  3. Nicht zögern bei akuten Schmerzen
  4. Was tun bei Verdacht auf Corona? 
  5. Sonderregelungen für Kinder- und Frauenarzt

Es ist nur zu verständlich: Aus Angst, sich mit Corona zu infizieren, wollen viele Menschen aktuell nicht zum Arzt gehen und dort mit anderen Erkrankten im Wartezimmer sitzen. Was, wenn einer davon SARS-CoV-2 unwissentlich in sich trägt und die Mitwartenden über Tröpfcheninfektion ansteckt? Vor allem für Menschen, die zu einer der Corona-Risikogruppen gehören, kein angenehmer Gedanke.

Doch auch während der Coronakrise muss man auf sich und seine Gesundheit achten und sollte wichtige Untersuchungen beim Arzt nicht einfach absagen. Zwar ist jeder Fall individuell zu entscheiden, dennoch gibt es einen Leitfaden, an dem sich jeder orientieren kann. Grob gesagt können Routine- und Vorsorgeuntersuchungen warten, während sich chronisch Kranke (zunächst telefonisch) direkt bei ihrem Arzt melden und einen Kurzzeitplan absprechen sollten.
Wichtig ist aber: Wer akute Schmerzen hat, muss einen Arzt aufsuchen. Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst und Notärzte sind in der Coronakrise im Einsatz und können telefonisch nach Hause bestellt werden. Alle Informationen hierzu finden Sie in diesem Artikel.

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Routine- und Vorsorgeuntersuchungen können warten

Wer schon lange einmal den Vitamin-D-Gehalt im Blut checken lassen wollte, muss das nicht während der Corona-Pandemie tun. Kleinere Routine- und Vorsorgeuntersuchungen können ohne große Probleme nach hinten verschoben werden. 

Allerdings sollten Sie das in (telefonischer) Absprache mit Ihrem Arzt tun und nicht einfach der Praxis fernbleiben. Es gibt nämlich auch Vorsorgeuntersuchungen, die trotz Corona nicht warten sollten. Dazu gehören unter anderem Arztbesuche, die in Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung wie Krebs oder Diabetes stehen.

 

Im Zweifelsfall: Vorab telefonisch informieren

Nicht nur, aber vor allem chronisch Kranke sollten sämtliche Arztbesuche momentan mit ihrem behandelnden Fachmann besprechen. Rufen Sie während der Sprechzeiten an und informieren Sie sich.

Fragen Sie dabei nach Telemedizin-Angeboten: Immer mehr Arztpraxen bieten inzwischen Sprechstunden per Videokonferenz an. In den meisten Fällen eignen diese sich nicht bei akuten Beschwerden, können aber bei chronischen Leiden, die dem jeweiligen Arzt bekannt sind, weiterhelfen.

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Nicht zögern bei akuten Schmerzen

Trotz Corona gilt weiterhin: Wer akute, im schlimmsten Fall starke oder plötzlich auftretende Schmerzen hat, sollte zum Arzt gehen. 
Dazu gehören nicht nur lebensbedrohliche Schlaganfall- oder Herzinfarktsymptome – bei denen umgehend der Notarzt gerufen werden muss –, sondern auch zunächst harmlos wirkende Schmerzen. "Auch bei einer einfachen Blasenentzündung sollte man als Patient nicht warten, sondern sich zeitnah an den Hausarzt wenden, um eventuell auftretende Komplikationen zu vermeiden", betont Anke Richter-Scheer, Hausärztin im niedersächsischen Bad Oeynhausen und Vorstandsmitglied im Deutschen Hausärzteverband. 

Auch laufende Behandlungen beim Zahnarzt sollten nicht ohne Absprache abgebrochen werden – selbst, wenn der akute Schmerz schon abgeheilt ist. 

 

Was tun bei Verdacht auf Corona? 

Wer glaubt, an Corona erkrankt zu sein und die typischen Symptome – darunter Husten, Fieber und Atemnot – aufweist, sollte sich selbstverständlich einem Test unterziehen. 

Gehen Sie allerdings nie einfach so zum Hausarzt, sondern rufen Sie vorab in der Praxis an, um sich über das jeweilige Vorgehen zu informieren. Die meisten Arztpraxen bieten sogenannte Infektionssprechstunden an.

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Sonderregelungen für Kinder- und Frauenarzt

Bei der Frage, welche Arztbesuche in Corona-Zeiten aufgeschoben werden können, gibt es einige Sonderregelungen. 

Die Vorsorge Untersuchung U6 beim Kinderarzt muss beispielsweise aktuell nicht zwingend bis zum zwölften Lebensmonat stattgefunden haben. Sie kann nachgeholt werden. Für U2 bis U5 gilt das nicht. Informieren Sie sich dazu am besten bei Ihrem Kinderarzt. 

Besuche beim Frauenarzt dürfen nur sehr selektiert aufgeschoben werden. Schwangere Frauen sollten weiterhin zu sämtlichen Untersuchungen beim Arzt erscheinen. Ob beispielsweise eine Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung nach hinten verschoben werden kann, muss der behandelnde Arzt entscheiden. 

Rufen Sie in jedem Fall vorher in der Praxis an und informieren sich über neue Regelungen, Abläufe und Hygienevorschriften. 


Quelle:
Arztbesuche in der Corona-Krise, in: n-tv.de

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