Trotz Impfung an Corona erkrankt: Impfdurchbrüche in diesen Fällen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Kann man trotz einer vollständigen Impfung noch an Corona erkranken? Eine neue Studie zeigt, wer durch sogenannte "Impfdurchbrüche" mit einem schweren Verlauf trotz Impfung rechnen muss.

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Inhalt
  1. Was sind eigentlich Impfdurchbrüche?
  2. An Corona erkrankt trotz Impfung? Diese Menschen sind betroffen
  3. Schwere Corona-Symptome trotz Impfung (fast) nur bei Vorerkrankten

Kann man trotz Impfung noch schwer an Corona erkranken? Und was genau steckt hinter dem Begriff der "Impfdurchbrüche"?

 

Was sind eigentlich Impfdurchbrüche?

Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützen meistens davor, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Dennoch gibt es seltene Fälle, bei denen sich Personen trotz Impfung infizieren. Experten sprechen dann von sogenannten „Impfdurchbrüchen“. Allein in Berlin wurden laut Medienberichten in den vergangenen Tagen rund 433 „Impfdurchbrüche“ gemeldet. Und wie Berlins Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel unlängst mitteilte, waren unter ihnen leider auch Todesfälle zu verzeichnen.

Bleibt nur die Frage: Wie kann das sein? Denn wenn auch bekannt ist, dass man sich trotz Corona-Impfung mit Sars-COV-2 anstecken kann, gingen Experten bisher doch davon aus, dass dann kein schwerer Verlauf mehr zu befürchten ist. Eine neue Studie aus Israel gibt nun Aufschluss darüber, wer trotzdem von schweren Verläufen betroffen sein kann. 

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An Corona erkrankt trotz Impfung? Diese Menschen sind betroffen

Ein Forscher-Team rund um Tal Brosh-Nissimov vom Samson Assuta Ashdod University Hospital untersuchte insgesamt 152 COVID-19-Patient:innen, die in 17 verschiedenen Krankenhäusern behandelt wurden. Alle waren bereits zweifach mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer immunisiert worden und erkrankten dennoch frühestens acht Tage nach der zweiten Impfung an Sars-COV-2. Durchschnittlich lagen zwischen der Hospitalisierung und der zweiten Impfung knapp 40 Tage.

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Schwere Corona-Symptome trotz Impfung (fast) nur bei Vorerkrankten

Das Ergebnis, welches nun in einem Fachmagazin veröffentlicht wurde, deckt sich mit einer Studie, die zuvor bereits an der Berliner Charité durchgeführt wurde. Nur sechs der 152 Studienteilnehmer:innen waren zuvor vollständig gesund – die überwiegende Mehrheit wies bereits eine oder mehrere der folgenden Grunderkrankungen auf:

  • Bluthochdruck: 71 Prozent der Erkrankten
  • Diabetes: 48 Prozent der Erkrankten
  • Chronische Nierenversagen: 32 Prozent der Erkrankten
  • Herzleiden: 28 Prozent der Erkrankten
  • Lungenleiden: 24 Prozent der Erkrankten
  • Krebs: 24 Prozent der Erkrankten
  • Demenz: 19 Prozent der Erkrankten

Laut Studienergebnis war bei circa 40 Prozent der schwer Erkrankten das Immunsystem durch Faktoren wie eine Kortison-Behandlung, eine Chemotherapie oder Organtransplantationen bereits herunterreguliert. 

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Das Fazit der Forscher:innen: „Zusätzliche Studien sind dringend erforderlich, um Prädiktoren für eine Impfstoffdurchbruchinfektion und einfache Korrelate des Impfschutzes zu identifizieren.“ Zudem müsse darüber nachgedacht werden, bei Menschen mit Vorerkrankungen eine weitere Corona-Impfung durchzuführen. Die Studie aus Israel gibt zwar an, wer am ehesten von einem schwereren Corona-Verlauf trotz vollständigem Impfschutz betroffen ist. Wie häufig die sogenannten Impfdurchbrüche jedoch wirklich sind, konnte noch nicht ermittelt werden.

Was die Studie aber dennoch zeigt: Die Corona-Impfung wirkt effektiv vor allem gegen schwere Corona-Verläufe, auch wenn Personen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck ein geringes Risiko einer Hospitalisierung haben. Bei den immer wieder auftetenden Impfdurchbrüchen, bei denen sich trotz einer Impfung Menschen mit Corona anstecken, besteht also nur eine geringe Gefahr, auch ernsthafte Symptome zu entwickeln.

Quelle:

Brosh-Nissimov, T., Orenbuch-Harroch, E., Chowers, M., Elbaz, M., Nesher, L., Stein, M., ... & Wiener-Well, Y. (2021). BNT162b2 vaccine breakthrough: clinical characteristics of 152 fully-vaccinated hospitalized COVID-19 patients in Israel. Clinical Microbiology and Infectio

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