Corona-Test Kosten: Wer zahlt wann und woher kommen die krassen Preisunterschiede?

Mona Eichler Health-Redakteurin

Die Kosten für den Corona-Test variieren stark von Anbieter zu Anbieter und werden nicht mehr automatisch von der Krankenkasse übernommen. Die Übersicht fällt schwer: Urlaub, Krankheitssymptome, ein Risikohinweis der Corona-Warn-App… Wer wird wann zum Selbstzahler und wieso sind die Preise für einen Corona-Test so unterschiedlich?

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Inhalt
  1. In diesen Fällen zahlen Sie Ihren Corona-Test selbst
  2. Corona-Test Kosten: In diesen Fällen übernimmt die Krankenkasse
  3. Woher kommen die Preisunterschiede beim Corona-Test?

Corona-Test-Kosten: Wer zahlt denn nun? Die Zeit der grundsätzlich kostenfreien Corona-Tests ist endgültig vorbei. Nur in Bayern können sich aktuell auch Bewohner ohne Symptome noch kostenfrei testen lassen – die Rechnung übernimmt dann der Freistaat Bayern. In allen anderen Bundesländern gibt es inzwischen Situationen, in denen die Menschen ihren Corona-Test selbst zahlen müssen. 

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In diesen Fällen zahlen Sie Ihren Corona-Test selbst

Pauschal lässt sich sagen, dass die Kosten für den Corona-Test immer dann selbst getragen werden müssen, wenn es um rein persönliche Belange geht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn Sie getestet werden wollen,

  • weil Sie in den Urlaub fahren und das Hotel vor Ort einen negativen Corona-Test verlangt
  • obwohl Sie keine Symptome haben 
  • obwohl Ihre Corona-Warn-App kein erhöhtes Ansteckungsrisiko (rotes Warnfeld) anzeigt

Verlangt der Arbeitgeber einen negativen Corona-Test, ist dieser ebenfalls keine Kassenleistung. In diesem Fall müssen Sie mit Ihrem Vorgesetzten über eine Kostenübernahme sprechen. 

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Corona-Test Kosten: In diesen Fällen übernimmt die Krankenkasse

Gemäß der Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die rückwirkend zum 14. Mai in Kraft getreten ist, können sich bestimmte Personengruppen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dazu gehören Menschen, die

  • typische Corona-Symptome aufweisen, wie Husten oder Geschmacksverlust
  • ohne Symptome ins Krankenhaus eingewiesen wurden/eingewiesen werden sollen
  • eine Benachrichtigung über die Corona-Warn-App erhalten haben (rotes Warnfeld für erhöhtes Risiko)  
  • von einem lokalen Corona-Ausbruch in einer Einrichtung, zu Hause oder auf der Arbeit betroffen sind 
  • Mitarbeiter eines Altenheims oder einer Klinik (auch symptomfrei) sind
  • Lehrer*innen und Erzieher*innen (Regelungen bundesweit unterschiedlich)
  • sich in den letzten 14 Tagen in einem internationalen Risikogebiet aufgehalten haben (Test muss innerhalb von zehn Tagen nach Einreise erfolgen; gilt bis voraussichtlich 1. Dezember 2020)

Damit die Kosten für den Corona-Test übernommen werden, muss dieser von einem Arzt oder der Gesundheitsbehörde angeordnet werden. 

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Woher kommen die Preisunterschiede beim Corona-Test?

In Dortmund müssen Selbstzahler für einen PCR-Test im Testzentrum am Hauptbahnhof aktuell 75 Euro zahlen (Stand November 2020). Laut Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kostet der Test in Berlin beim Anbieter Quicktest aktuell 158,65 Euro pro Person. Das Bundesministerium für Gesundheit informiert online darüber, dass jeder Leistungserbringer für die Labordiagnostik pauschal 50,50 € erhält. Wie erklären sich dann aber die unterschiedlichen Preise für Corona-Tests?

Laut der Gebührenordnung für Ärzte belaufen sich die Mindestpreise für die Laborleistungen auf 128,23 Euro, erklärt Andreas Bobrowski, der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, der "FAZ". Die deutlichen Preisunterschiede bei Corona-Test haben demnach zwei Hauptgründe. Zum einen gebe es einige Anbieter, die aufgrund moderner Geräte effizienter – und damit preisgünstiger – testen können. Zum anderen müssen einige kleinere Labore ihre Preise senken, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Die Corona-Test-Kosten können daher stark variieren.

Quellen:
Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, in: bundesgesundheitsministerium.de
Fragen und Antworten bei Einreisen aus Risikogebieten, in: bundesgesundheitsministerium.de
Warum Corona-Tests unterschiedlich viel kosten, in: faz.net

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