Corona-Studie: Herzschäden selbst bei milden Symptomen möglich

Katharina Flick

Covid-19 führt neusten Untersuchungen zufolge bei einem Großteil der Patienten zu Herzschäden - unabhängig vom Alter und von der Schwere des Verlaufs.

Inhalt
  1. Drei Viertel der Corona-Patienten mit Auffälligkeiten am Herzen
  2. Herzschäden auch bei milden Corona-Verläufen
  3. Folgen für junge Patienten nicht abzusehen
  4. Studie: Coronavirus vermehrt sich im Herzen

Frankfurter Wissenschaftler stellten jetzt den Zusammenhang zwischen einer Covid-19-Erkrankung und Herzschäden bei den betroffenen Patienten fest. Dabei fiel auf, dass auch jüngere Menschen und Patienten mit milden Verläufen betroffen waren.

 

Drei Viertel der Corona-Patienten mit Auffälligkeiten am Herzen

Die Wissenschaftlerin Dr. Valentina Puntmann hat in einer neuen Studie der Universitätsklinik Frankfurt Corona-Patienten etwa zwei Monate nach Beginn ihrer Erkrankung untersucht. 36% der Patienten hatten auch nach überstandener Krankheit über anhaltende Kurzatmigkeit und allgemeine Erschöpfung geklagt

Bei über 78% der Patienten, die die Corona-Infektion überstanden haben, wurden Auffälligkeiten am Herzen festgestellt. 60% hatten eine Herzmuskelentzündung. Eine Herzmuskelentzündung ist eine schwerwiegende Erkrankung, die häufig durch grippale Infekte ausgelöst wird und im schlimmsten Fall bleibende Schäden, wie Herzrhythmusstörungen, zur Folge haben kann. 

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Herzschädigungen nicht durch das Virus selbst, sondern durch Entzündungen in Folge der Erkrankung ausgelöst werden.

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Herzschäden auch bei milden Corona-Verläufen

Besonders besorgniserregend: Bei den 100 untersuchten Fällen handelte es sich zum Großteil um Patienten mit milden Verläufen der Covid-19-Erkrankung. Von den 100 untersuchten Fällen der Studie hatten die meisten die Coronainfektion wegen milden Symptomen zuhause auskuriert, 18% von ihnen hatten sogar gar keine Symptome gezeigt. Lediglich 28% benötigten eine Sauerstoffzufuhr. 

Scheinbar sind Vorerkrankungen und das Alter der Patienten nicht die entscheidenden Faktoren für die Entstehung von Herzschäden infolge einer Coronainfektion. Die untersuchten Patienten waren zwischen 45 und 53 Jahre alt. Zudem war bei keinem der Patienten vorher eine Herzinsuffizienz bekannt.

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Folgen für junge Patienten nicht abzusehen

Welche Auswirkungen das Coronavirus auf sehr junge Patienten unter 18 Jahren habe, darüber könne die Studie keine Aussage treffen, erklärte die leitende Wissenschaftlerin Dr. Puntmann. Bisher können die Ärzte weder Behandlungsmethoden noch Handlungsempfehlungen für die Patienten aussprechen.

Ebenso unklar sind die Langzeitfolgen. Die Wissenschaftler rechnen jedoch damit, dass einige Corona-Patienten dauerhaft einen kleinen Herzschaden davontragen werden. Dies soll in einer regelmässigen Überprüfung der Probanden überprüft werden.

 

Studie: Coronavirus vermehrt sich im Herzen

In einer vorangegangenen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) war bereits ein Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und Herzschäden hergestellt worden.  Die Wissenschaflter wiesen nach, dass das Coronavirus auch Zellen des Herzens infizieren kann und es zur Vermehrung nutzt. In der Studie wurden 39 sehr alte Patienten, die an den Folgen des Coronavirus gestorben waren, untersucht. Bei mehr als 75% wurde das Coronavirus im Herzgewebe nachgewiesen.

Da sich die Frankfurter Studie mit wieder genesenen Patienten befasst, sorgen die Erkenntnisse für neue Bewegung in der Diskussion über die Spätfolgen von Corona.

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Quellen:

Valentina O. Puntmann (2020): Outcomes of Cardiovascular Magnetic Resonance Imaging in Patients Recently Recovered From Coronavirus Disease 2019 (COVID-19), in: Jama Network

Dauerhafte Herzschäden bei milden Verläufen: Kardiologie.org

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