Corona-Spätfolgen: Potenzstörung nach COVID-19?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Es gibt bisher zahlreiche Spätfolgen, die eine Corona-Erkrankung mit sich bringen kann. Mehreren Berichten zufolge sollen nun auch Potenzprobleme zu den Corona-Langzeitfolgen zählen.

Inhalt
  1. Corona-Spätfolgen: COVID-19 wirkt sich auf die Potenz aus
  2. Mediziner berichten über Potenzprobleme bei COVID-Patienten
  3. Corona: Gehirn, Gefäße und Potenz betroffen?
 

Corona-Spätfolgen: COVID-19 wirkt sich auf die Potenz aus

Immer noch werden die Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung erforscht. Und immer wieder tauchen neue Spätfolgen auf, die genauer untersucht werden müssen. So werden unter dem Begriff „Long Covid“ diverse Corona-Spätfolgen gelistet. Darunter fallen z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit (Fatique), Gliederschmerzen, Atemprobleme und eine anhaltende Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns. Nun kommt ein weiteres Problem hinzu: Viele männliche Betroffene berichten von einer Potenzstörung nach überstandener Corona-Erkrankung. 

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Mediziner berichten über Potenzprobleme bei COVID-Patienten

So berichtet Dr. Dena Grayson gegenüber dem US-Sender NBC, dass COVID-19 auch zu einer erektilen Dysfunktion führen könne. „Wir wissen ja bereits, dass es Probleme mit den Blutgefäßen bereitet. Dies ist etwas, das wirklich Anlass zur Sorge gibt.“

Prof. Dr. Gernot Rohde, Leiter der Post-Covid-Ambulanz am Uniklinikum in Frankfurt am Main, bestätigt, dass es einen „durchaus relevanten Anteil“ an Patienten gibt, die von Potenzstörungen berichten. 

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Corona: Gehirn, Gefäße und Potenz betroffen?

Aber warum ist das eigentlich so? Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezetrums Bioscientia, erklärte den Zusammenhang folgendermaßen: „Was wir lernen, ist, dass COVID-19 eine systemische Erkrankung ist, die nicht nur die Lungen betrifft. Das neurologische System und die Gefäße werden angegriffen, und insofern sind auch Potenzstörungen oder auch andere neurologische Symptome relativ wahrscheinlich zu sehen“, so der Experte im Interview mit RTL/ntv. 

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Wie genau die Potenzstörung zustande kommt, müsse man aber noch weiter untersuchen. Es könne auch daran liegen, dass die Betroffenen nach einer durchgemachten COVID-Erkrankung einfach erschöpft sind, so Dr. Georg-Christian Zinn. Es können jedoch auch neurologische Probleme dahinter stecken. Dass sich das Coronavirus auf das Gehirn auswirkt, ist bereits bekannt, auch dass möglicherweise Thrombosen entstehen könnten und es zu Gefäßveränderungen kommen kann. Wie es nun scheint, muss nun auch mit Potenzproblemen nach einer Corona-Erkrankung gerechnet werden. 

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Quelle:

COVID-19 könnte Potenzstörung auslösen, in: n-tv.de

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