Corona-Risikogebiete in Deutschland: Das müssen Urlauber wissen!

Daphne Sekertzi

Vier Bundesländer haben nun mehrere deutsche Regionen und Bezirke als Corona-Risikogebiete eingestuft. Dort gelten strikte Einreisebestimmungen, die unter anderem eine Quarantänepflicht vorsehen. Welche Regionen in Deutschland als Risikogebiete gelten und was Urlauber bei der Ein- und Ausreise tun müssen, erfahren Sie hier.

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Seit Monaten raten Politiker den Bürgern dazu, in Zeiten der Corona-Pandemie Urlaub in heimischen Gefilden zu machen – doch für viele Menschen ist das nicht mehr ohne Weiteres möglich: Wegen steigender Infektionszahlen gelten nun in vier Bundesländern strenge Einreisebestimmungen und -verbote für Urlauber aus Corona-Risikogebieten in Deutschland.

 

Corona-Risikogebiete in Deutschland

Das Gesundheitsministerium und das Innenministerium haben in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) die Sieben-Tages-Inzidenz als zentrales Kriterium festgelegt, nach dem eine Region als Risikogebiet eingestuft wird. Treten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb sieben Tagen auf, besteht „ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2“, wie das RKI auf seiner Seite schreibt.

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Das RKI weist jedoch keine inländischen, sondern nur ausländische Risikogebiete aus. Das heißt: Auch wenn eine Region in Deutschland die kritische 50-Marke überschreitet, erhält sie von offizieller Seite nicht den Status als Risikogebiet. Allerdings haben sich Bund und Länder bereits im Mai darauf geeinigt, bei erhöhter Sieben-Tages-Inzidenz besondere Maßnahmen in Bezug auf innerdeutsche Ein- und Ausreisen zu ergreifen.

Die Bundesländer können eigenmächtig entscheiden, ob und ab wann sie ein innerdeutsches Gebiet als Risikogebiet ausrufen und welche Maßnahmen für Urlauber aus Corona-Hotspots sie ergreifen. Neben der Sieben-Tages-Inzidenz spielt für die Einschätzung als Risikogebiet auch der Umstand eine Rolle, ob es sich in den betreffenden Regionen um lokale oder flächendeckende Ausbrüche handelt.

 

Quarantänepflicht für inländische Urlauber in vier Bundesländern

In insgesamt sieben Gebieten in Deutschland überschreiten zurzeit die Corona-Fallzahlen die kritische 50er-Marke. Der Landkreis Vechta sowie Hamm, Remscheid (NRW) und vier Berliner Bezirke (Neukölln, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg) meldeten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Halten sich Urlauber in diesen Gebieten auf, müssen sie sich bei ihrer Rückkehr für 14 Tage in Quarantäne begeben und sich beim örtlichen Gesundheitsamt melden – das gilt zumindest für Urlauber aus vier Bundesländern: Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

In den drei erstgenannten Bundesländern heben zwei negative Corona-Tests, die nicht älter als 48 Stunden sind, die Quarantänepflicht auf. Die Tests sollen für die Reiserückkehrer kostenlos sein. Zudem entfällt in Schleswig-Holstein die Quarantäne-Pflicht auch dann, wenn sich die Urlauber weniger als 48 Stunden im Corona-Risikogebiet aufgehalten haben. Werden die Quarantänebestimmungen von den Reiserückkehrern missachtet, drohen Bußgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro.

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Deutsche Corona-Risikogebiete: Was gilt für die Einreise und Ausreise?

Nicht nur für Urlauber, die aus Corona-Risikogebieten zurückkehren, gelten besondere Regeln, sondern auch für Bürger, die inmitten eines Corona-Hotspots wohnen und die innerhalb Deutschlands Urlaub machen möchten. Zwar besteht kein Ausreiseverbot für Menschen aus deutschen Corona-Risikogebieten, ihre Einreise ist in manchen Bundesländern jedoch erschwert.

So dürfen etwa Einwohner aus Hamm oder Remscheid derzeit nicht nach Rügen einreisen. Außerdem haben einige Bundesländer ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, was einem faktischen Einreiseverbot gleichkommt: Hotels und Pensionen dürfen diese Gäste nicht aufnehmen, wenn sie kein negatives Testergebnis vorlegen können. Die Kosten für den Test werden in dem Fall jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen. 

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In diesen Bundesländern herrscht ein Beherbergungsverbot: 

  • Baden-Württemberg
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Schleswig-Holstein
 

In welchen Bundesländern entfällt die Quarantänepflicht für inländische Reiserückkehrer? 

Berlin hat die Quarantänepflicht für Urlauber aus deutschen Risikogebieten zum 3. Oktober aufgehoben. Die Einwohner aller übrigen Bundesländer, außer Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, müssen bei ihrer Rückkehr aus deutschen Risikogebieten weder in Quarantäne noch einen negativen Corona-Test vorlegen.

Weil in jedem Bundesland jeweils andere Corona-Bestimmungen für die Ein- und Ausreise für Menschen aus deutschen Corona-Risikogebieten gelten – und diese sich jederzeit ändern können – sollten sich Reisende regelmäßig über Einreise- und Beherbergungsmöglichkeiten informieren.

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Quelle:

Hinweise für Einreisende aus dem In- und Ausland, in: schleswig-holstein.de

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