Lauterbachs Corona-Herbststrategie: Kostenlose Bürgertests nicht mehr für alle

Karl Lauterbach plant Anpassungen bei den Corona-Bürgertests. Diese sollen nicht mehr für alle kostenlos sein. Alle Infos!

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Alle News rund um Corona hier im News-Ticker!

+++22.06. Lauterbach legt "Corona-Herbststrategie" vor+++

Ab dem heutigen Mittwoch beraten die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern über die so genannte Corona-Herbststrategie von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Dieser sieben Punkte umfassende Plan sieht unter anderem eine deutliche Beschränkung von anlasslosen Bürgertests vor.

Kostenlose Bürgertests bald nicht mehr kostenlos

Wie das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND) berichtet, sollen Corona-Bürgertests in Zukunft nur noch für vulnerable Gruppen und bei Symptomen kostenlos durchgeführt werden – etwa für:

  • Präventivtestungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern

  • Menschen mit "einer Kontraindikation zur Impfung" (z.B. Schwangere im ersten Trimester)

  • Kleinkinder und Menschen mit vielen Kontakten vor Großveranstaltungen

  • Geflüchtete aus der Ukraine

Anlasslose kostenfreie Bürgertests soll es nicht mehr geben.

Keine kostenlosen Bürgertests mehr: Und dann?

Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte bereits die Auswahl derer, die sich kostenlos testen dürften. Bei Präventivtestungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern würden wichtige Gruppen nicht berücksichtigt: Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pfleger:innen.

"Deshalb darf es keinen Kahlschlag bei den kostenlosen Bürgertests geben", sagte er laut "ZDF". Wie viel Bürgertests in Zukunft kosten sollen, ist derzeit nicht bekannt.

+++7-Tage-Inzidenz schwankt weiter+++

Das RKI meldet heute eine bundesweite 7-Tage-Inzidenz von 488,7. Gestern lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen und Woche bei 458,5. Vor einer Woche hatte die Inzidenz 472,4 betragen.

In den vergangenen 24 Stunden wurden den Gesundheitsämtern in Deutschland 119.232 Corona-Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle gemeldet. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland 27.454.225 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert. 140.462 Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben.

+++17.06. EMA prüft Varianten-Impfstoff gegen Omikron+++

Der Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer ist auf die Omikron-Mutante angepasst und soll noch besser vor einer Ansteckung mit dieser Corona-Variante schützen. Bislang gibt es in der EU noch kein zugelassenes Vakzin, dass gezielt gegen Omikron schützt und bei einer erneuten Booster-Impfung zum Einsatz kommen könnte. Die Pharmaunternehmen arbeiten jedoch mit Hochdruck daran: Auch Moderna entwickelt derzeit einen angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante und will die Daten in den nächsten Wochen an die Zulassungsbehörde übergeben.

EMA: Beschleunigte Prüfung vor nächster Corona-Welle

Laut einem Bericht des Ärzteblatts hat die EMA ein schnelles Prüfverfahren des Impfstoffs von Biontech/Pfizer eingeleitet. So soll sichergestellt werden, dass das neue Vakzin noch vor einer möglichen Corona-Welle im Herbst in allen EU-Ländern bereitsteht.

Die EMA erklärte dazu, dass zunächst Daten zur chemischen Zusammensetzung, Herstellung und Kontrollen geprüft würden. Sobald die Hersteller klinische Daten übermittelten, würden die Experten auch die Wirksamkeit bewerten. Einzelheiten zu den spezifischen Virusvarianten, gegen die der Impfstoff schützen soll, gibt es laut EMA noch nicht.

Noch kein Zulassungsantrag für neuen Varianten-Impfstoff

Nach dem Verfahren zur Prüfung wird die EMA das neue Vakzin ständig durch die Daten aus Tests und Studien überwachen. Dem Bericht zufolge wurde bisher jedoch noch gar kein Zulassungsantrag gestellt. Biontech/Pfizer wollen demnach in Kürze auch das Zulassungsverfahren bei der US-Arzneimittelbehörde FDA starten. Wie lange Prüfung des neuen Varianten-Impfstoffs durch die EMA dauert und wann es eine Zulassung geben könnte, ist noch nicht bekannt.

Quelle:

EMA prüft Variantenimpfstoff von Pfizer/Biontech in: aerzteblatt.de

+++15.06. Corona-Zahlen steigen rasant an+++

Das „Comeback“ von Corona kam für viele schneller als gedacht. Die aktuellen Zahlen zeigen: Wir sind mitten drin in der Sommerwelle. Das Robert-Koch-Institut meldete am heutigen Mittwoch (15.06.) eine bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 472,4. Noch am Vortag lag der Wert bei 447,3. Der Vergleich zur Vorwoche (Inzidenz bei 238,1) zeigt jedoch deutlich: Die Corona-Zahlen steigen rasant. So wurden von den Gesundheitsämtern am heutigen Mittwoch 92.344 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Vorwoche: 84.655).

Dabei bedenke man: Längst werden vom RKI nicht mehr alle Fälle erfasst. Wie stark die Corona-Dynamik an Fahrt aufgenommen hat, zeigt auch eine aktuelle Grafik der Zeitung „Welt“.

Die aktuelle Entwicklung lässt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht kalt. Bei Twitter kommentierte er die Grafik wie folgt: „Eine Sommerwelle war zu erwarten.“

Lauterbach empfiehlt Rückkehr zum Maske-Tragen und 4. Impfung

Gegenüber der „Rheinischen Post“ äußerte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angesichts der steigenden Zahlen besorgt. „Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden. Das bedeutet auch für die nächsten Wochen wenig Entspannung", prognostiziert Lauterbach.

Einen „Sommereffekt“, wie es ihn in den letzten Pandemie-Jahren gegeben habe, den sehe Lauterbach in diesem Jahr hingegen nicht. „Weil die aktuelle Virusvariante sehr leicht übertragbar ist und weil fast alle Vorsichtsmaßnahmen ausgelaufen sind, verpufft in diesem Jahr der Sommereffekt in der Pandemie“, ist sich der Gesundheitsexperte sicher. Was aber tun, wenn die Zahlen nun weiter steigen?

Rückkehr zur Maskenpflicht

Um auch in diesem Jahr gut durch den Sommer zu kommen, empfiehlt Karl Lauterbach via Twitter „freiwilliges Tragen von Masken im Innenraum und eine 4. Impfung. Das seien die besten Gegenmittel, so der Minister. Gegenüber der „Rheinischen Post“ wird Lauterbach noch einmal konkreter: „Älteren und Vorerkrankten empfehle ich daher dringend, sich nochmal impfen zu lassen. Das verhindert nicht unbedingt eine Infektion, aber es verhindert schwere Krankheitsverläufe.“

Über den Sinn einer vierten Corona-Impfung für alle sind sich nicht alle Expert:innen einig, da ihr Nutzen laut Studienlage nicht eindeutig bestätigt werden kann. Für besonders gefährdete Gruppen wird sie jedoch offiziell empfohlen.

Das Warten auf einen angepassten Impfstoff an die Omikron-Variante kann sich hingegen noch ein wenig in die Länge ziehen. Wann dieser auf den Markt kommt, ist leider noch nicht klar. Viele rechnen erst im Herbst mit einem Omikron-Impfstoff.

+++10.06. Virologe Drosten beunruhigt wegen steigender Sterberate+++

„Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei!“ Da waren sich am vergangenen Freitag alle einig, als der Corona-Expertenrat mögliche Szenarien für den Herbst/Winter 2022 vorgestellt hat. Auch die aktuell wieder ansteigenden Corona-Zahlen bestätigen das. Gegenüber dem „Spiegel“ hat Virologe Christian Drosten sich ebenfalls zur aktuellen Corona-Situation geäußert.

Demnach sei der Virologe ein wenig beunruhigt, was die steigenden Todesfälle in Portugal angeht. Zwar sei die Zunahme an Infektionsfällen durch die Omikron-Variante BA.5 zwar nicht weiter überraschend, jedoch sei der Anstieg der Sterbefälle in Portugal, dort, wo die Variante BA.5 zuletzt stark anstieg, etwas besorgniserregend.

Vergleiche man die Zahlen, sei hier eine Steigung bei den Todeszahlen zu erkennen. Die Frage, die sich auch dem Experten stellt, ist: Warum? Denn auch in anderen europäischen Ländern, wo es zuletzt einen BA.5-Anstieg gab, gab es keine Zunahme der Letalität. „Dafür gibt es keine offensichtlichen Erklärungen“, sagt Christian Drosten gegenüber dem „Spiegel“. Für mehr Klarheit müsse man noch etwas abwarten. Erst dann könne man sehen, „ob sich etwas Ähnliches bei uns einstellt“, erklärt der Experte weiter.

Quelle:

Drosten sorgt sich wegen wachsender Sterberate bei Omikron, in: Spiegel.de

+++08.06. Corona-Expertenrat gibt Stellungnahme ab+++

In der heutigen Bundespressekonferenz haben Prof. Dr. Heyo Kroemer, Prof. Leif Eric Sander, Prof. Christian Karagiannidis und Prof. Cornelia Betsch die bereits elfte Stellungnahme des Corona-Expertenrats erläutert und Empfehlungen ausgegeben, welche Szenarien im kommenden Herbst/Winter möglich wären. Dabei gilt es explizit „keine Panik zu verbreiten“, sondern die „pandemiemüde Bevölkerung“ auf die kommenden Monate vorzubereiten. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagt Prof. Heyo Kroemer einleitend und erklärt, welche möglichen Szenarien aus Sicht des Expertenrats denkbar sind.

3 mögliche Szenarien für den Corona-Herbst

1.    Szenario – der günstige Fall: Es breitet sich im Vergleich zu Omikron eine noch harmlosere Variante aus mit milderem Verlauf. Hier wären keine stärker eingreifenden Schutzmechanismen mehr notwendig.

2.    Szenario – das sogenannte Basis-Szenario: Die Omikron-Variante entwickelt sich weiter, aber die Virulenz bleibt ungefähr gleich wie die aktuell zirkulierende Virus-Variante. Es kommt zwar immer wieder zu wellenartigen Infektionen, die auch mit einer hohen Belastung des Gesundheitssystems einhergehen, es müssen aber keine stark eingreifenden Schutzmechanismen greifen. Es ist mit saisonalen Anstiegen der Infektionen zu rechnen.

3.    Szenario – das ungünstigste Szenario: Es dominiert eine Virusvariante, die noch ansteckender und auch krankmachender ist. Intensivstationen werden stark belastet. Allgemeine Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebote werden wieder notwendig.

Ausgenommen bei möglichen Szenarien für den Corona-Herbst und -Winter haben die Expert:innen die Möglichkeit, dass sich eine Virusvariante durchsetzt, die vollständig der Corona-Impfung entgeht.

Ist künftig noch Quarantäne notwendig?

Auf die Frage, ob künftig auch Quarantäne-Maßnahmen eine Rolle spielen, hat der Expertenrat eine eindeutige Meinung. Quarantäne-Maßnahmen sind nur noch dann notwendig, wenn eine deutlich krankmachendere Variante sich durchsetzt, wie es im „ungünstigen Szenario“ der Fall wäre.

Wie geht Deutschland in den Corona-Herbst?

Bei den hier vorgestellten Szenarien, denen entsprechende Maßnahmen folgen müssen, handelt es sich ausdrücklich um Prognosen. „Keines dieser Szenarien können wir sicher vorhersagen“, sagt Prof. Leif Eric Sander von der Charité. Man habe ein Virus, was sich ständig weiterentwickelt. Die Stellungnahme des Expertenrats stellt einen Versuch dar, für den kommenden Herbst-Winter zeitnah Maßnahmen zu treffen. Wichtig dabei sind unter anderem folgende Punkte:

  • eine frühzeitige Intervention, um sich an das Infektionsgeschehen anzupassen,

  • eine gute Patient:innen-Versorgung durch regionale und bundesweite Versorgungskonzepte,

  • eine Datenerhebung, die ein digitales Echtzeitlagebild möglich macht und

  • ein vernünftiges Verhaltensmanagement mit entsprechender Kommunikation.

Der Expertenrat sei sich sicher: Man befinde sich auf dem richtigen Weg. Man habe alle Erfahrungen gemacht mit dem Virus und vielleicht auch mit der Krankheit. Nun müsse man die Bevölkerung, abgestimmt durch Bund und Länder, explizit auf die kommenden Monate vorbereiten.

Wie geht es jetzt weiter?

Ende Juni soll ein Expertengremium der Bundesregierung eine Evaluierung der Maßnahmen für die kommenden Monate vorlegen. Im Anschluss beraten Bund und Länder, was zu tun ist. Das derzeitige Infektionsschutzgesetz läuft am 23. September aus.

+++07.06. 39 Tote nach Corona-Ausbruch: Hygienestandards nicht eingehalten? +++

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt wegen des Anfangsverdachts auf unzureichend eingehaltene Hygienestandards im Pflegeheim Haus Paulus in Rastatt. Man vermutet, dass sich das Coronavirus dadurch weiterverbreiten und noch mehr Todesopfer fordern konnte.

Wie die Behörde mitteilte, werde geprüft, „ob mangelhafte Vorkehrungen gegen die Ausbreitung desCovid-19-Virus oder anderweitige Verstöße gegen Hygiene- undPflegestandards den Tod verursacht oder mitverursacht haben.“ Im Raum stünden „unzureichende Wundversorgung,unzureichende Behandlung von Erkrankungen, fehlerhafte Versorgung mitMedikamenten und freiheitsentziehende Maßnahmen ohne richterlicheGenehmigung.“ Angeblich seien Bewohner:innen ans Bett fixiert worden.

Corona-Ausbruch in Pflegeheim: Ermittlungen auf 20 Todesfälle ausgeweitet

Diesem Verdacht wird jetzt in insgesamt 20 Fällen nachgegangen. Die Bewohner:innen des Pflegeheims waren zwischen Mitte Dezember 2021 und Mitte Februar 2022 verstorben, entweder direkt an oder im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

19 weitere Menschen in der Anlage waren bereits vorher gestorben. Auch bei ihnen prüft die Staatsanwaltschaft, ob hygienische Mängel zum Tod beigetragen haben könnten.

39 Tote nach Corona-Ausbruch: Betreiber weist Anschuldigungen zurück

Das Pflegeheim in Rastatt wird von der Kursana-Gruppe betrieben. Diese weist einen Zusammenhang zwischen den Mängeln und den Todesfällen zurück. Schuld seien vielmehr die hohe Impfskepsis und die niedrige Impfquote in Deutschland, so eine Sprecherin. Daher sei eine Verbreitung des Coronavirus trotz umfassender Schutzkonzepte nicht immer zu verhindern. Die Verstorbenen seien im Schnitt weiter über 80 Jahre alt gewesen, 11 von ihnen hätten sich gar nicht oder nur einmal impfen lassen, keiner sei geboostert gewesen.

Die Staatsanwaltschaft geht nach dem Corona-Ausbruch mit 39 Todesfällen von schwierigen Ermittlungen aus, die sich lange hinziehen könnten.

Quelle:

Ermittlungen wegen Corona-Toter in Rastatter Pflegeheim ausgeweitet in: krankenkassen.de

+++31.05. Weltärztechef warnt vor Omikron-Variante BA.5+++

Die explosionsartigen Anstiege der Fallzahlen in Portugal haben ihre Wirkung nicht verfehlt. So äußert Weltärztechef Ulrich Montgomery nun gegenüber der „Rheinischen Post“, dass er sich durchaus Sorgen mache, der Omikron-Subtyp BA.5 könne sich auch in Deutschland stark ausbreiten.

"Corona ist noch nicht vorbei – das belegt der heftige Ausbruch von Omikron in Portugal", erklärte Montgomery gegenüber der „Rheinischen Post“.

Laut Weltärztechef werde sich BA.5 auch in Deutschland ausbreiten und dann auch die bereits Geimpften vermehrt treffen. „Je klüger wir uns jetzt verhalten, umso weniger drastische Maßnahmen brauchen wir in Herbst und Winter“, sagt Montgomery und rät: „Freiwillig Maske tragen, wo auch immer viele Menschen zusammenkommen."

Vorbereitung auf sechste Omikron-Welle in Deutschland

Ähnlich wie bereits zuvor Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der bereits ankündigte, im Herbst wieder die Maskenpflicht-Option einzuführen, plädiert auch Montgomery zu vorbereitenden Maßnahmen auf eine mögliche sechste Omikron-Welle. Im Infektionsschutzgesetz müsse „der Werkzeugkasten“ erhalten bleiben und klar definiert werden. Dieser umschließe auch eine Maskenpflicht oder Lockdown-Maßnahmen.

+++30.05. Corona-Zahlen in Portugal explodieren: Ausbreitung von BA.5+++

Ausgerechnet jetzt, wo die Urlaubssaison beginnt, hat Portugal mit hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Ein massiver Anstieg der Corona-Neuinfektionen – alle 24 Stunden mehr als 30.000 Corona-Neuinfektionen –, begründen sogar ein Nachdenken darüber, ob die Maskenpflicht in Portugal wieder eingeführt werden soll. Der größte Hotspot befindet sich derzeit im Großraum Lissabon. Virologen sprechen hier von einer „Explosion neuer Ansteckungen“. Auch die Zahl der Corona-Toten steigt in Portugal wieder. Die Zahl der Patient:innen, die in Kliniken behandelt werden müssen, liegt derzeit bei knapp 2.000 COVID-Patient:innen – eine Anzahl, die sich angesichts der Umstände noch vor einigen Monaten sehr gering angehört hat. Jedoch: Die Bettenbelegung mit Corona-Erkrankten wuchs innerhalb nur einer Woche um ganze 27 Prozent an.

Portugal: Omikron-Subtyp BA.5 breitet sich aus

Laut der Statistik des EU-Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) verzeichnet Portugal aktuell die höchste Inzidenz auf dem gesamten europäischen Kontinent. Der portugiesische Mediziner Gustavo Tato Borges, Präsident des Ärzteverbandes, warnt: Die offiziellen Zahlen seien möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs. „In Wirklichkeit könnte es doppelt so viele Fälle geben“, so der Experte gegenüber den Medien.

Grund für die derzeit heftige Ausbreitung des Coronavirus in Portugal ist die vermehrte Ausbreitung des Subtyps BA.5. Die Variante wurde ursprünglich in Südafrika festgestellt, bahnt sich aber nun ihren Weg nach Europa. Sie gilt zwar als ansteckender als andere Virustypen, einen schwereren Verlauf scheint sie jedoch nicht zu auszulösen. Auch Christian Drosten ordnete unlängst die mögliche Gefahr von BA.5 noch einmal genauer ein.

In Deutschland ist der Anteil der Omikron-Variante BA.5 noch relativ gering. Laut dem Robert Koch-Institut liegt dieser hier bei rund 1,4 Prozent. Jedoch: Expert:innen gehen von einer langsamen Steigerung aus, wie es auch in Portugal der Fall war. Von einer neuen Corona-Welle mit harten Restriktionen gehe man aber weder in Deutschland noch Portugal aus.

+++27.05. Masken tragen ab Herbst 2022 wieder Pflicht?+++

Expert:innen gehen davon aus, dass die Corona-Fallzahlen in den kalten Monaten wieder steigen werden. Daher will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach das Infektionsschutzgesetz überarbeiten lassen, um für diesen Notfall gewappnet zu sein, wie er in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" am Mittwoch bekannt gab. "Das läuft ja am 23. September aus. Und dann wird die Frage erneut zu diskutieren sein, ob zum Beispiel Maskentragen in Innenräumen wieder verpflichtend wird", sagte Lauterbach.

Demnach wolle er für den Fall einer erneuten Corona-Welle im Herbst eine Maskenpflicht in Innenräumen ermöglichen. Lauterbach halte es "auch für unbedingt notwendig, dass wir uns für diesen Herbst diese Möglichkeit schaffen".

Lauterbach: Maskenpflicht-Option als Vorsichtsmaßnahme

Der Gesundheitsminister machte Markus Lanz gegenüber klar: "Das Infektionsschutzgesetz beschreibt ja nicht, was gemacht wird oder was gemacht werden soll, sondern es beschreibt, was wir nutzen können an Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen, wenn es denn dann nötig wäre." Die Gesundheitsminister der Bundesländer würden die Überarbeitung des Gesetzes begrüßen.

FDP-Kritik zu neuen Maskenpflicht-Plänen

Indes kritisiert Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) das Vorhaben von Karl Lauterbach. „Ich bin dafür, dass wir uns nach Recht und Gesetz richten. Das sieht eine Evaluierung vor“, sagte er gegenüber den Funke-Zeitungen. Er plädiert dafür, dass die Resultate der Evaluierung "unbedingt" einbezogen werden sollten, "bevor wir uns auf einzelne Maßnahmen vorschnell festlegen. Auch der stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki schließt sich Buschmann an und setzt sich für eine parlamentarische Aufarbeitung der bisherigen Corona-Politik ein.

+++25.05. Änderung bei der Corona-Einreiseverordnung+++

Gesundheitsminister Karl Lauterbach plant, die Corona-Einreiseregeln über die Sommermonate weiter zu lockern. „Bis Ende August setzen wir die 3G-Regel bei der Einreise aus", erklärte der Minister gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schon am Mittwoch soll die Änderung der Corona-Einreiseverordnung vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Wie soll diese Änderung genau aussehen?

Gelockerte Einreiseregeln im Sommer: Brauche ich den Impfnachweis noch?

Ab dem 1. Juni sollen Reiserückkehrer und andere Einreisende dann nicht mehr verpflichtet sein, einen 3G-Nachweis (geimpft, genesen oder getestet) zu erbringen. Für Einreisende aus einem Virusvariantengebiet gilt jedoch weiterhin eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. "Wenn solche Gebiete definiert werden, müssen Einreisende in Quarantäne", so Karl Lauterbach gegenüber den Funke-Medien. Hier jedoch gilt: Derzeit ist kein Land als Virusvariantengebiet eingestuft.

Impfzertifikat läuft bei vielen ab

Für viele Menschen sollte dies eine willkommene Lockerung sein, da bei vielen bereits in den kommenden Wochen ohnehin das Impfzertifikat abläuft. Was dann zu tun ist, erfahren Sie hier bei den Gesetzesänderungen.

+++11.05. Testpflicht für Schüler:innen in Hamburg aufgehoben+++

In Hamburg werden die Corona-Maßnahmen noch einmal gelockert. Genauer gesagt an den Schulen in Hamburg. Hier gilt ab kommenden Montag: Keine Testpflicht mehr - und zwar für niemanden. "Die Pflicht, zwei Mal pro Woche einen Schnelltest zu machen, wird für alle Schülerinnen und Schüler vom kommenden Montag an aufgehoben“, erklärte Schulsenator Ties Rabe am Dienstag gegenüber den Medien. Schüler:innen und Lehrer:innen können sich jedoch freiwillig zweimal die Woche testen lassen. Ein Testangebot soll also weiterhin bestehen bleiben.

Testpflicht für Schüler:innen in der Kritik

Mit diesem Schritt kommt der Hamburger Senat vielen Betroffenen einen Schritt entgegen. Denn: Die bereits zuvor gelockerte Testregel stieß auf harsche Kritik. So waren zuvor lediglich geimpfte Schüler:innen von der Testpflicht befreit. Gegen die Ungleichbehandlung hagelte es Proteste seitens der Eltern und Schüler:innen. Nun hat das Aufbegehren Früchte getragen. Künftig müssen jetzt keine Schüler:innen mehr getestet werden.

+++Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht+++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht von 522,7 auf aktuell 507,1 gesunken. Das berichtet das Robert Koch-Institut am Mittwochmorgen. So meldeten die Gesundheitsämter dem RKI insgesamt 97.010 Corona-Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Außerdem wurden weitere 231 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 gemeldet.

+++09.05. US-Behörde schränkt Zugang zu Johnson & Johnson ein+++

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat den Zugang zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA erheblich eingeschränkt. Künftig sollen nur noch Erwachsene den Impfstoff erhalten, die einen mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna nicht erhalten können oder wollen. Das erklärte die FDA in den vergangenen Tagen. Der Grund für die Beschränkung und die damit einhergehende Änderung der Notfallzulassung sei das erhöhte Risiko von schweren Blutgerinnseln, welches bei Impfstoffen wie Johnson & Johnson oder AstraZeneca in der Vergangenheit beobachtet wurden.

Impfstoff Johnson & Johnson spielt nur noch eine geringe Rolle

Bereits ab Dezember vergangenen Jahres hatte die FDA empfohlen, sich nur noch mit einem mRNA-Impfstoff immunisieren zu lassen. Zwar spiele der Impfstoff von Johnson und Johnson nur noch eine geringe Rolle, trotzdem erkenne man an, dass der COVID-Impfstoff der Firma Janssen noch eine Rolle bei der Reaktion auf die aktuelle Pandemie zu spielen habe, sagt FDA-Sprecher Peter Marks.

Auch in Deutschland wird die Immunisierung durch die sogenannten mRNA-Impfstoffe empfohlen. Ganz neu zugelassen ist der Impfstoff Novavax. Er ist der erste proteinbasierte Impfstoff, der auch in der EU zugelassen wurde.