Corona: Neuer Lockdown? Das spricht dagegen

Katharina Flick

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen seit einigen Wochen wieder an, schon ist von einem zweiten Lockdown die Rede. Diese Punkte sprechen dagegen!

Einige Fakten sprechen gegen einen erneuten Lockdown
Durch die steigenden Infektionszahlen steigt die Angst vor einem zweiten Lockdown Foto:  istock | Arnulf Hettrich
Inhalt
  1. Wie entwickelt sich das Infektionsgeschehen in Deutschland?
  2. Corona: Was spricht gegen einen zweiten Lockdown?
  3. Was kann jeder einzelne tun, um einen weiteren Lockdown zu verhindern?

Seit einigen Wochen steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus auch in Deutschland wieder an. Warum ein zweiter Lockdown unwahrscheinlich ist und wie sich die Lage aktuell entwickelt?

 

Wie entwickelt sich das Infektionsgeschehen in Deutschland?

In den letzten Wochen sah sich Deutschland mit einem besorgniserregend schnell ansteigenden Wachstum von Infektionsfällen konfrontiert. Nun scheint sich die Lage wieder ein wenig zu beruhigen. In dieser Woche liegt der Anstieg an Neuinfektionen bei 19 Prozent, das ist der niedrigste Stand seit dem 19. Juli. Die Lage ist laut dem Robert-Koch-Institut weiterhin sehr besorgniserregend, scheint jedoch diesmal schneller und mit anderen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden zu können.

Dafür spricht unter anderem der R-Wert, der sich wieder unter eins eingependelt hat. Der R-Wert zeigt die Anzahl an Personen, die im Durchschnitt von einem Corona-Infizierten angesteckt werden.

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Corona: Was spricht gegen einen zweiten Lockdown?

Gegen einen zweiten Lockdown spricht zum einen die Entwicklung des derzeitigen Infektionsgeschehens. Folgt das Infektionsgeschehen dem aktuellen Trend, sollten die Zahlen eher wieder etwas absinken als weiter anzusteigen. Der R-Wert hat sich bereits wieder unter eins eingependelt. Derzeit infizieren sich eher jüngere Menschen unter 35 Jahren mit dem Virus, die wiederum nicht zur Risikogruppe gehören. Entsprechend zeigen viele von ihnen leichte bis gar keine Symptome. Trotzdem warnen die Virologen ganz klar davor, dass auch das Infektionsgeschehen bei jüngeren Menschen unterbrochen werden muss, um auch Risikogruppen weiter zu schützen.

Als Richtwert für einen weiteren Lockdown gilt die Anzahl der Menschen, die in Krankenhäusern wegen dem Coronavirus behandelt werden müssen. Virologe Hendrik Streeck fordert daher eine klare Linie, wann diese Zahlen erreicht werden und die Ampel "von gelb auf rot springt".

Als besondere Vorsichtsmaßnahme hat das Auswärtige Amt die Reisewarnungen für 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängert. Innerhalb der Union gelten derzeit Regionen in Spanien, Belgien, Kroatien, Bulgarien und Rumänien als Corona- Risikogebiet.

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Was kann jeder einzelne tun, um einen weiteren Lockdown zu verhindern?

  • Größere Ansammlungen von Menschen vermeiden. Besonders Feiern im Familien- und Freundeskreis führen oft zu kleinen Coronaherden mit vielen Ansteckungen.
  • Maske auf: Die Maske schützt andere vor der Gefahr einer Ansteckung. Sie sollte im öffentlichen Raum, bei einer Ansammlung von vielen Menschen z.B. im Supermarkt oder im öffentlichen Nahverkehr getragen werden. Dies wird bei der Deutschen Bahn auch verstärkt kontrolliert und entsprechend geahndet.
  • Hygieneregeln strikt befolgen: Hände regelmässig mindestens 30 Sekunden mit warmem Wasser und Seife waschen. Wenn Hände waschen gerade nicht möglich ist, Desinfektionsmittel nutzen.
  • Abstand halten: Den Mindestabstand von 1,5 Meter wahren, auch wenn bereits eine Maske getragen wird.
  • Hust- und Niesetikette befolgen: Besonders in der herbstlichen Erkältungszeit sollte darauf geachtet werden, nur in die Armbeuge zu husten oder zu niesen und ausschließlich Einwegtaschentücher zu verwenden, die danach sofort im Abfalleimer entsorgt werden sollten.

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