Corona-Mutation aus England: Auswirkung bei Kindern

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die Coronavirus-Mutation B.1.1.7, die in England für hohe Infektionszahlen sorgt, sollen Kinders besonders anfällig für eine Infektion sein. Was steckt dahinter? Und welchen Einfluss hat die Mutation auf die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer?

 

Corona-Mutation aus England: Virus-Mutante B.1.1.7 um 70 Prozent ansteckender

Eine neue Corona-Variante breitet sich aktuell nicht nur im Süden Englands aus. Sie wurde inzwischen auch in Deutschland, Europa und anderen Kontinenten nachgewiesen. So wurde in Rom ein Fall der neuen Virus-Variante gemeldet – bei dem Patienten handelt es sich um einen Mann, der kürzlich von einer Großbritannienreise zurückgekehrt war. Auch in Dänemark soll es laut Gesundheitsminister Jens Spahn bereits Fälle geben, die aber nach Angaben der dänischen Behörden „unter Kontrolle“ seien. Zudem wurde über Fälle in Australien, Belgien und den Niederlanden berichtet.

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Forscher nehmen die neue Virus-Mutation natürlich genau unter die Lupe. Eine Sache, die derzeit besonders viel Sorge bereitet: Ersten Hinweisen zufolge hat das Virus eine besondere Wirkung auf Kinder. Sie sollen anfälliger auf das neue Coronavirus reagieren. Experten der britischen New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group berichteten unlängst, dass seit der Ausbreitung der Mutante in Großbritannien immer häufiger Corona-Fälle bei Kindern registriert wurden.

Laut einer Untersuchung grassiert die B.1.1.7-Mutation vor allem bei der Altersgruppe der 11 bis 16-Jährigen. Ob diese Studie jedoch bereits jetzt aussagekräftig ist, daran zweifeln Experten noch. Man gehe trotz gering erhöhter Anzahl von Infizierten bei Kindern nicht davon aus, dass die zweite Corona-Variante speziell Kinder angreift oder besonders in der Lage ist, diese zu infizieren, so berichtet u.a. der "Spiegel"

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Reaktion auf die Virusmutation: Stärkere Maßnahmen im Lockdown

Europa hat dennoch bereits auf die Entwicklungen in Großbritannien  reagiert: Mit verschärften Maßnahmen im Lockdown, die auch eine Schulschließung mit einschließt. Die härteren Maßnahmen seien laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ausdrücklich auch getroffen wurden, weil die Angst vor der Corona-Mutante aus England besteht. Denn sie soll weitaus ansteckender sein und im schlimmsten Fall stärkere Auswirkungen auf die derzeit bestehenden Corona-Maßnahmen auch in Schulen haben

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Coronavirus mutiert: Was bedeutet das für die Impfung?

Besonders beschäftigt Mediziner aktuell die Frage nach der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die neue Corona-Variante. Bisher gingen viele Forscher davon aus, dass die Impfung auch gegen die neue Virus-Variante wirkt. Sorge bereitete einigen Medizinern die Tatsache, dass die neue Variante auffällig viele Veränderungen an dem sogenannten Spike-Protein aufweist. Denn genau an diesem Protein setzt der Biontech-Impfstoff, mit dem in Großbritannien geimpft wird, an. Diese Sorge konnte nun allerdings durch eine neue Studie reduziert werden.

Die in Großbritannien auftgetretende Mutation B.1.1.7 blockiert den Impfstoff von Biontech/Pfizer, der derzeit im Deutschland verimpft wird, nicht. Das geht aus einer Studie hervor, die von Forschern des Herstellers Pfizer an der University of Texas durchgeführt wurde. Dabei wurden Blutproben von 20 Personen entnommen, die bereits geimpft wurden. Deren Antikörper wehrten erfolgreich die neue Corona-Mutation aus England ab, wie man bei den Laborversuchen in der Petrischale beobachten konnte. 

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Quellen:

Virologe Drosten: Informationslage „noch lückenhaft“, in: deutschlandfunk.de

'Worst moment of whole epidemic': Britain says new virus strain up to 70 per cent more transmissible, in: smh.com.au

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