Corona-Mutation aus dem Amazonas: Dreimal so ansteckend

Ines Fedder Medizinredakteurin

Im Amazonas-Gebiet grassiert eine neue Corona-Mutation. Experten und Gesundheitsamt sind alarmiert. Die neue Variante soll um ein Vielfaches ansteckender sein als die bisher bekannten Varianten. Welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden.

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Deutschland ist gewarnt vor weiteren Virus-Mutationen. Nachdem die gefährliche Variante B1.1.7 bereits in Deutschland angekommen ist und laut Schätzungen hier für etwa 20 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich ist, werden immer mehr Mutationen und Varianten des Coronavirus bekannt. So wurde in Japan unlängst eine neue Variante entdeckt, die eigentlich in Brasilien grassiert und von Einwohnern aus dem Staat Amazonas in das Land gebracht wurde.

Bei der neuartigen Variante hat sich das Virus so verändert, dass definitiv von einer Mutation gesprochen werden kann, was weitreichende Folgen mit sich bringt. Die neue Virus-Mutation hat den Bundesstaat Amazonas in Brasilien fest im Griff und ist laut Aussagen der Forschungseinrichtung Fundação Oswaldo Cruz in Rio de Janeiro sogar für rund 90 Prozent der dortigen Corona-Fälle verantwortlich. Warum ist der Anteil an den Gesamt-Infektionen so hoch? 

Graphik des Coronavirus
Krankheiten & Behandlung Corona-Mutation B.1.1.7 aus England: Erhöhte Sterblichkeit

 

Corona-Mutation aus Brasilien: dreimal so ansteckend

Wie der brasilianische Gesundheitsminister Eduardo Pazuello nun mitteilte, ist die Mutation rund dreimal so ansteckend wie die bisher bekannten Varianten. Vor allem in Manaus sei die Lage prekär. Der Gesundheitsminister bezeichnet, trotz harten Anschuldigungen gegen die Regierung, sie habe diverse Versäumnisse zugelassen, den raschen Anstieg der Fallzahlen als „unerwartet“. In Brasilien sind mehr als 9,7 Millionen Menschen bisher positiv auf das Coronavirus getestet worden. Über 236.000 Menschen starben infolge von COVID-19. 

Eine Illustration eines mutierten Corona-Virus
Service Neue Corona-Mutation: US-Forscher entdecken dritte Virus-Variante

 

Virus-Mutation aus Brasilien: Wirkt der Impfstoff noch?

Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch: Laut des Gesundheitsministers Eduardo Pazuello sind die bekannten Corona-Impfstoffe auch bei dieser Variante wirksam. „Gott sei Dank hat die Analyse ergeben, dass die Impfstoffe auch gegen diese Variante wirken“, erklärte der Minister gegenüber den Medien.

Immer wieder werden neue Corona-Mutationen bekannt. So hat man in Großbritannien neben der Mutation B.1.1.7 noch eine weitere Mutation entdeckt, welche die gefährlichsten bisher bekannten Eigenschaften aller Mutationen vereint. Die Kombi-Mutation E4884K ist ansteckender und auch die Impfstoffe zeigen weniger Wirkung.

Neben der neu entdeckten Corona-Mutation aus Brasilien werden sicherlich auch noch weitere Mutanten folgen. Dank der erhöhten Genom-Sequenzierung in Deutschland wird man nun auch schneller feststellen können, ob und wann die Varianten ihren Weg nach Deutschland gefunden haben.

Quelle:

Virusmutante aus Brasilien soll dreimal ansteckender sein, in: zeit.de

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