Sorge wegen Corona-Mutation aus Südafrika: Das folgt jetzt

Mona Eichler Health-Redakteurin

B.1.351 hat Deutschland erreicht: Die zunächst in Südafrika aufgetretene Coronavirus-Mutation wurde in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg entdeckt. In beiden Fällen haben Reiserückkehrer die Virusvariante mitgebracht. Deutschland zeigt sich besorgt und will schleunigst reagieren!

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Inhalt
  1. Corona-Mutation B.1.351 aus Südafrika: Erster Fall in NRW
  2. B.1.351 in Baden-Württemberg: Wieder Reiserückkehrer als Ausgangspunkt
  3. Virusmutationen: Nicht tödlicher, aber ansteckender
  4. Spahn plant verschärfte Einreisebestimmungen

Zwei labortechnisch nachgewiesene B.1.351-Fälle gibt es derzeit in Deutschland. Beide folgen einem ähnlichen Muster: Reiserückkehrer aus Südafrika brachten das Virus mit, ihre Corona-Tests fielen zunächst allerdings negativ aus. 

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Corona-Mutation B.1.351 aus Südafrika: Erster Fall in NRW

Am Montag (11. Januar) hat die Stadt Bottrop in Nordrhein-Westfalen bestätigt, dass die vermutlich wesentlich ansteckendere Coronavirus-Mutation bei einem Reiserückkehrer nachgewiesen werden konnte. Der Mann hatte sich vor Weihnachten aus beruflichen Gründen in Südafrika aufgehalten. Zurück in Deutschland machte er am Frankfurter Flughafen einen Corona-Test, der allerdings negativ ausfiel. Wenige Tage später entwickelte der inzwischen genesene Patient Corona typische Symptome und steckte seine Familienmitglieder an. In der Folge wurde eine sofortige häusliche Quarantäne angeordnet. Allen Betroffenen geht es inzwischen gut, wie die Stadt mitteilte. 

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B.1.351 in Baden-Württemberg: Wieder Reiserückkehrer als Ausgangspunkt

Der neuere B.1.351-Fall wurde in Baden-Württemberg bestätigt. Wie die Stadt in einer Erklärung mitteilte, habe eine Familie, die am 13. Dezember 2020 aus Südafrika eingereist war, die Virusmutation mitgebracht. Wie im Fall des Reiserückkehrers aus Nordrhein-Westfalen wurden bei der Einreise nach Deutschland Corona-Tests gemacht, die die COVID-19-Infektionen nicht offenlegten. 

Ein Sprecher des Sozialministeriums zeichnet den Vorfall nach: „Die betreffenden Personen kehrten von einem längeren Aufenthalt aus Südafrika nach Baden-Württemberg in den Zollernalbkreis zurück. Nach der Einreise ging die Familie pflichtgemäß in Quarantäne und ließ sich anschließend fünf Tage später testen. Diese Tests fielen negativ aus. In der darauffolgenden Woche entwickelten die ersten Familienmitglieder milde Krankheitssymptome. Zwischenzeitlich gibt es sechs Virus-Nachweise bei sechs Personen aus drei Haushalten.“ (Stand 12. Januar)

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Virusmutationen: Nicht tödlicher, aber ansteckender

Im August 2020 war neue Variante des SARS-CoV-2-Erregers erstmals am Ostkap in Südafrika nachgewiesen worden. Wie die Coronavirus-Mutation B.1.1.7 aus England soll B.1.351 nicht tödlicher, dafür aber wesentlich ansteckender sein. Das Robert Koch-Institut beobachtet die Situation um die Coronavirus-Mutationen sehr genau. 

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Spahn plant verschärfte Einreisebestimmungen

Zum Schutz vor den neuen, noch ansteckenderen Coronavirus-Mutationen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jüngst einen Entwurf für strengere Einreisebestimmungen vorgelegt. In dem Papier wird unter anderem eine Testpflicht für Passagiere aus Risikogebieten festgelegt. Dazu zählen allerdings nicht nur Länder mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200, sondern auch jene, in denen die Mutationen verstärkt auftreten. Das Kabinett könnte die Rechtsverordnung am Mittwoch beschließen, die neuen Regeln würden dann ab Donnerstag (14. Januar) gelten.

Obwohl die Corona-Mutationen aus Südafrika und England bereits in Deutschland nachgewiesen wurden, kann eine Corona-Pflichttest vor der Einreise helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen.   

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Quellen:
Virusvariante aus Südafrika nachgewiesen, in: bottrop.de 
Mutiertes Coronavirus aus Südafrika in Baden-Württemberg nachgewiesen, in: baden-wuerttemberg.de
Informationen zu neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika, in: rki.de
Corona-Mutation erreicht Deutschland, in: tagesschau.de

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