Corona-Maßnahmen im Januar-Lockdown

Ines Fedder Medizinredakteurin

Deutschland befindet sich aktuell immer noch im Lockdown. Welche aktuellen Corona-Maßnahmen im Januar gelten? Alle Infos hier.

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Das erste Gipfeltreffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten via Telefonschalte im neuen Jahr erforderte bereits im Vorfeld starke Nerven. Bis die Beschlussvorlage stand, war es scheinbar ein längerer Weg, sodass die Konferenz zunächst von den angesetzten 11 Uhr auf 13 Uhr nach hinten verlegt werden musste. Knapp drei Stunden später als geplant waren Bund und Länder bereit für lange Verhandlungen, obwohl eine wichtige Sache doch bereits im Vorfeld feststand:

Der bestehende Lockdown wird bis Ende Januar verlängert.

Das heißt: Gastronomie-Betriebe, die Mehrzahl der Geschäfte sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen bleiben auch weiterhin geschlossen, so wie es beim letzten Gipfeltreffen bereits festgelegt wurde.

„Wir sehen uns zu der Rückkehr der März-Maßnahme genötigt, auch wenn wir wissen, dass sie für die Menschen sehr hart ist“, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir wollen die Beschlüsse, die wir im Dezember beschlossen haben, bis zum 31. Januar verlängern.“ 

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Zudem soll es zu weiteren Verschärfungen der Corona-Maßnahmen kommen.

Um sich ein Bild von der Lage machen zu können, habe man sich im Vorfeld mit Experten besprochen, erklärt Angela Merkel das Vorgehen für die Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Das Ziel von maximal 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bleibe bestehen. Dazu müsse man folgende Maßnahmen ergreifen:

 

Härtere Kontaktbeschränkungen

Die Kontaktbeschränkungen sollen weiter verschärft werden. So sind zukünftig nur noch Treffen mit einer Person aus einem anderen Haushalt gestattet oder im Kreise der Angehörigen des eigenen Hausstandes.

Ein Treffen von maximal fünf Personen, wie es aktuell noch die Regelung ist, ist demnach nicht mehr erlaubt.

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Bewegungsradius für Hotspots

Ab einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche soll eine Einschränkung des Bewegungsradius von 15 Kilometer Luftlinie rund um den Wohnort bestehen. Nur besonders triftige Gründe, Tagesausflüge sollen ausdrücklich nicht dazu zählen, sollen die Einschränkung des Bewegungsradius aufheben. Welche das sind, wurde bisher nicht definiert.

„Einige Bundesländer praktizieren diese 15-Kilometer-Regelung schon. Das ist nichts Neues“, so Merkel.

Derzeit weisen laut dem Robert Koch-Institut 67 Landkreise in Deutschland einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von über 200 aus. 

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Schließung von Schulen und Kitas bis Ende Januar

Die Schulen und Kitas bleiben vorerst geschlossen bis Ende Januar. „Wir wissen, dass das eine harte Entscheidung ist, aber wir halten sie für notwendig“, erläutert Angela Merkel den stark umstrittenen Punkt der Ministerpräsidentenkonferenz.

 

Kinderkrankengeld-Erhöhung wegen Corona

Um zu gewährleisten, dass Eltern ihre Kinder während der Pandemie besser versorgen können, wurde beschlossen, das Kinderkrankengeld auf 10 Tage pro Elternteil zu erhöhen. Die freien Tage, die sonst nur für kranke Kinder in Anspruch genommen werden können, dürfen explizit auch für einen Betreuungsnotstand während des Lockdowns verwendet werden.

Außerdem wurde beschlossen:

  • Betriebskantinen müssen geschlossen werden oder dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Arbeitgeber sollen wenn möglich ihre Angestellten ins Homeoffice schicken.
  • Für die Testung in Alten- und Pflegeheimen soll zusätzliches Personal für die Durchführung von Corona-Schnelltests bereitgestellt werden.
  • Es wird eine sogenannte Doppel-Teststrategie für Reiserückkehrer aus Risikogebieten geben. Diese beinhaltet eine Corona-Testpflicht mit anschließender Quarantäne. Nach fünf Tagen kann ein weiterer Corona-Test die Quarantäne bei negativem Ergebnis beenden.

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Angela Merkel: „Einschneidende Maßnahmen“

„Die Maßnahmen, die wir heute beschlossen haben, sind einschneidend. Sie sind härter als vorher. Aber wir sehen uns dazu genötigt, um unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren“, erläutert die Bundeskanzlerin im Anschluss der Verkündung der weiteren Corona-Maßnahmen das Vorgehen. Nicht zuletzt die Virus-Mutation mache es nötig, dass man jetzt reagiere. „Wir haben gesehen, dass wir durch das Virus und seine Mutation noch einmal mehr Unsicherheit haben.“ Man muss zu einem Punkt kommen, wo die Infektionsketten wieder nachvollziehbar sind.

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Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist die Corona-Impfung. Die Kritik über das  einheitliche, europäische Vorgehen ließ die Bundeskanzlerin nicht an sich ran. Sie erklärte ausdrücklich: „Wir wollen keine nationalen Alleingänge.“ Und weiter: „Wir werden sicherstellen, dass, wenn Impfstoff da ist, dieser auch verimpft werden kann.“

Bis dahin gilt es, sich an die verschärften Corona-Maßnahmen zu halten, bis die Infektionszahlen nachhaltig runtergehen.

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