Corona-Langzeitfolgen bei jungen Menschen: Diese 8 sind die häufigsten

Daphne Sekertzi

Nach einer Corona-Infektion kommt es häufig zu Folgebeschwerden, die Wochen oder gar Monate anhalten können. Davon betroffen sind nicht nur ältere oder chronisch kranke Menschen. Corona-Langzeitfolgen können auch junge Menschen entwickeln. Forscher haben nun erstmals herausgearbeitet, welche Spätfolgen bei Menschen ab 18 Jahren auftreten können.

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Bisher hat sich gezeigt, dass es bei einem Großteil der Corona-Erkrankten nach der akuten Infektion zu Langzeitfolgen kommen kann. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen „Long-Covid“. Auch jungen Menschen sind nicht davor geschützt. Eine Übersichtsarbeit zeigt nun erstmals systematisch, welche Beschwerden und Einschränkungen nach überstandenem COVID-19 bei zuvor gesunden, jüngeren Personen auftreten können.

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Schwere Corona-Langzeitfolgen bei jungen Menschen

In der Meta-Analyse flossen insgesamt 31 Studien zum Thema Corona-Langzeitfolgen ein, die bis September 2020 veröffentlicht wurden. Die Forscher durchforsteten dafür verschiedene wissenschaftliche Datenbanken und Veröffentlichungen von Institutionen. Der Fokus lag dabei ausschließlich auf Studien, die  sich mit Folgesymptomen bei gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 50 Jahren mit diagnostizierter Corona-Infektion beschäftigten. Die Krankheitsverläufe der untersuchten Personen waren leicht bis mittelschwer.

Die herangezogenen Studien umfassten sowohl Längsschnittstudien, in denen eine Gruppe von Menschen zu mehreren Zeitpunkten befragt wurden, als auch Querschnittsstudien, die eine einmalige Befragung beinhalteten. Zudem wurden einige Fallberichte in die Meta-Analyse aufgenommen. 

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Die Daten ergaben, dass folgende Corona-Langzeitfolgen bei jungen Menschen auftreten können:

  • Fatigue (bei 39 bis 73 Prozent der befragten Personen)
  • Kurzatmigkeit (39 bis 73 Prozent)
  • Abnahme der Lebensqualität (44 bis 69 Prozent)
  • Eingeschränkte Lungenfunktion, einschließlich Lungenfibrosen (39 bis 83 Prozent)
  • Entzündliche Herzerkrankungen (3 bis 26 Prozent)
  • Gehirnveränderungen mit anhaltenden neurologischen Symptomen (55 Prozent)
  • Häufigeres Auftreten von psychiatrischen Diagnosen wie Angststörungen, Depressionen und Zwangsstörungen (2,5 bis 3,4 Prozent)
  • Keine vollständige Wiederherstellung des Geruchs- und Geschmackssinns (33 bis 36 Prozent)

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Corona-Spätfolgen halten länger an als angenommen

Die Ergebnisse verdeutlichen: COVID-19 kann sich auch bei jüngeren Menschen zu einer langwierigen „Multisystem-Infektion“ entwickeln, die die Lebensqualität stark einschränken kann. Besonders Fatigue sowie Atem- und Lungenfunktionsprobleme sind häufig auftretende Corona-Folgesymptome, an denen mindestens mehr als ein Drittel der Befragten nach akuter Infektion litten – und das deutlich länger als bisher angenommen.

Laut der WHO beträgt die Genesungszeit (Rekonvaleszenz) nach einem milden Corona-Verlauf etwa zwei Wochen, nach einem schweren Verlauf bis zu sechs Wochen. Von diesen Angaben weichen die Ergebnisse der Meta-Analyse stark ab. So sollen bis zu drei Monate vergangen sein, bis die Symptome bei den Probanden abgeklungen waren.

Aus den Daten – so das Fazit der Studie – könnten Schlüsse für die zukünftige Belastung des Gesundheitssystems gezogen werden. Außerdem plädieren die Wissenschaftler dafür, zur Diagnose von Corona-Folgeschäden verstärkt Lungenfunktionstests einzusetzen sowie spezielle Tests, um frühzeitig schwerwiegende Corona-Langzeitfolgen, sowohl bei jungen als auch bei älteren Menschen, zu identifizieren.

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Quelle:

Willi, Sandra [u.a] (2021): COVID-19 sequelae in adults aged less than 50 years: A systematic review, in: Science Direct

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