Corona-Krise: Wann den Notarzt rufen?

Mona Eichler

Atemnot und hohes Fieber – wenn es um die Frage geht, wann man in Corona-Krise den Notarzt rufen sollte, würden die meisten diese beiden Symptome nennen. Aber ab wann handelt es sich um einen Notfall und wann sollte man besser den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen? 

 

Inhalt
  1. Notarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst: Wer kommt wann?
  2. Medizinsiche Hilfe zu Zeiten der Corona-Krise
  3. Notarzt rufen: Symptome genau beschreiben
  4. Medizinische Behandlung in Corona-Zeiten ist gesichert

Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Geschäfte und Homeoffice-Regelungen erwecken den Eindruck, es liege alles brach – für die Notärzte und Rettungsdienste hierzulande gilt in Zeiten der Corona-Pandemie allerdings das genaue Gegenteil von Stillstand. Sie kümmern sich nicht nur mit um die aktuell über 103.000 COVID-19-Erkrankten, sondern auch um Notfälle fernab des Virus.

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Notarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst: Wer kommt wann?

In der aktuellen Pandemie sind die Notärzte und Rettungsdienste zwar überlastet, doch nach wie vor im Einsatz. Deswegen ist es momentan noch wichtiger als bisher, vor einem möglichen Notruf zu entscheiden, welcher der beiden Services der richtige ist: der Notarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst.

Die Notrufnummer 112 ist – wie schon vor der Corona-Pandemie – Notfällen zugeteilt. Dazu zählen Situationen, in denen man schnelle medizinische Hilfe benötigt. Der Malteser Hilfsdienst e. V. (MHD) fasst diese wie folgt zusammen: 

  • Anzeichen für einen Herzinfarkt (starker Brustschmerz, Atemnot, kalter Schweiß)
  • Anzeichen für einen Schlaganfall (Seh- und Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen)
  • Unfälle mit schweren Verletzungen/hohem Blutverlust
  • Ohnmacht/Bewusstlosigkeit
  • allergischer Schock (Anaphylaxie)
  • starke Schmerzen
  • schwere Verbrennungen
  • Asthmaanfall (anfallsartige Atemnot)


Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter der Telefonnummer 116117 zu erreichen und immer dann die richtige Adresse, wenn kein Notfall, wohl aber akute medizinische Beschwerden vorliegen.

 

Medizinsiche Hilfe zu Zeiten der Corona-Krise

Hat man den Verdacht, am Coronavirus erkrankt zu sein, ohne dabei unter akuter Atemnot oder anderen bedrohlichen Symptomen zu leiden, kann man sich telefonisch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Wegen der ausgelasteten Krankenhauskapazitäten sollte man bei einem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion zunächst immer erst telefonisch Hilfe suchen,  bevor man sich ins Krankenhaus oder in eine Arztpraxis gehen. 

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat sämtliche Coronavirus-Hotlines der einzelnen Bundesländer in einer PDF aufgelistet.

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Notarzt rufen: Symptome genau beschreiben

Unabhängig davon, an welche medizinische Einrichtung man sich wendet, gilt: Man sollte seine Beschwerden so gebündelt wie möglich zusammenfassen und auf mögliche Corona-Risikofaktoren hinweisen. Dazu zählt der Kontakt mit infizierten Personen und die Reise zu einem Corona-Risikogebiet.

Hat man Krankheitssymptome wie Fieber oder Husten, ruft aber aus einem anderen Grund den Notarzt, sollte man ihm trotzdem die Symptome mitteilen. Denn nur so lässt sich eine Coronavirus-Infektion festellen und Maßnahmen ergreifen, um Ansteckungen zu verhindern.

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Medizinische Behandlung in Corona-Zeiten ist gesichert

Zweifelsohne steht das Gesundheitswesen in Deutschland derzeit unter einer Belastungsprobe. Durch die vielen Corona-Erkrankten kann es zu zeitlichen Verzögerungen und längeren Wartezeiten bei der Behandlung von Beschwerden kommen, die keine Notfälle sind. Dennoch sind Kapazitäten frei, um auch minder schwere Fälle zu behandeln.

Quellen:

Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard, in: rki.de

Aktuelle Hinweise zum Coronavirus, in: 116117.de

Coronavirus - Hotlines der einzelnen Bundesländer, in: bbk.bund.de

112 und 116117: Ärztliche Notrufnummern in Deutschland, in: malteser.de

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