Corona-Krise: Mit Smart Distancing raus aus dem Lockdown?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Was kommt nach dem Lockdown? Laut Expertenmeinung soll „Smart Distancing“ der beste Weg raus aus der Corona-Krise sein. Aber: Was genau ist das überhaupt?

Inhalt
  1. "Smart Distancing" nach dem Lockdown? Was passiert, wenn man die Maßnahmen lockert?
  2. Was ist "Smart Distancing" überhaupt?
  3. Maskenpflicht statt "Social Distance"?
  4. Nach Lockdown: Der Weg aus der Corona-Krise
  5. "Smart Distancing" statt "Social Distance": Was kommt als nächstes?

„Smart Distancing“ soll laut führenden Experten eine gute Möglichkeit sein, den noch bestehenden Lockdown zu beenden und die Einschränkungen zu lockern. Dabei gehe es im Wesentlichen darum, einen Wiederanstieg der Infektionszahlen zu verhindern und dennoch die Verbotsbeschränkungen zu lockern. Ein großer Bestandteil beim „Smart Distancing“ ist jedoch die Verwendung von Atemmasken – und die sind derzeit bekanntlich rar gesät. 

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"Smart Distancing" nach dem Lockdown? Was passiert, wenn man die Maßnahmen lockert?

Was passiert, wenn man die bestehenden Verbote lockert, um die Wirtschaft zu entlasten und wieder einen geregelteren Alltag nachzugehen? Diese Frage beschäftigt derzeit die Experten. Denn klar ist: Es kann nicht ewig so weiter gehen mit den Beschränkungen. Heftig diskutiert und derzeit lediglich in der Stadt Jena umgesetzt ist die „Maskenpflicht“. Während sich die Bundesregierung bisher auf die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO bezieht, die sich gegen eine Maskenpflicht ausspricht, plädieren Virologen und andere Experten für die Verwendung von Atemmasken. Alleine „Social Distancing“ reiche nicht aus, damit die Ansteckungsrate bei Lockerung der Verbotsmaßnahmen nicht wieder steige. Vor allen Dingen jetzt, wo die der rasche Anstieg an Infektionen gerade erfolgreich gesunken ist.

 

Was ist "Smart Distancing" überhaupt?

In diesem Zusammenhang etablierte allem voran Virologe und Professor für Medizinische Mikrobiologie Alexander Kekulé den Begriff „Smart Distance“.  
Beim „Smart Distance“ soll man genau wie beim „Social Distance“ nicht nur ausreichend Abstand halten, sondern auch weitere Situationen meiden, die eine Ausbreitung des Virus ermöglichen.

Zu den Verhaltensweisen zählen zudem:

Das sogenannte „Smart Distancing“ sei der nächste Schritt, den man nach dem Lockdown jetzt machen müsse, damit es keinen Rückfall gäbe“, so die Empfehlung des Virologen Kekulé. Er hält „Smart Distance“ für wesentlich sinnvoller als „Social Distance“, welches Ausgangsbeschränkungen und weitere Verbote beinhaltet, die das öffentliche Leben weitestgehend lahm legen.

 

Maskenpflicht statt "Social Distance"?

Vor allem die Forderung nach einer Maskenpflicht sei nach Kekulé besonders wichtig. Die Meinung, dass Atemmasken nicht sinnvoll im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus seien, halte er für absolut unvertretbar, erklärte der Virologe bei Talkmasterin Anne Will am Sonntag (5. April) noch einmal mit Nachdruck. Atemmasken würden erheblich davor schützen, dass COVID-19-Träger unbewusst das Virus weitergeben und es sich so weiter ausbreitet.

So lautet seine Überzeugung: „Smart Distancing“ statt „Social Distancing“. Und sicherlich seien auch die Politiker von dieser Forderung nicht gänzlich abgeneigt, wenn es da nicht ein Problem gäbe: die Atemmasken selbst. Denn diese sind derzeit kaum noch auf dem Markt erhältlich. Sogar ein regelrechter Wettkampf ist auf dem Weltmarkt entbrannt, wenn es um Atemschutzmasken geht. Viele Prominente und Institutionen raten daher bereits dazu, Atemschutzmasken ganz einfach selbst zu nähen.

 

Nach Lockdown: Der Weg aus der Corona-Krise

Zu den oben genannten Forderungen, wie eine Maskenpflicht und der Verzicht auf engen Körperkontakt, müsse laut Alexander Kekulé weitere Maßnahmen folgen. Darunter unter anderem die konsequente Sicherung von Alten-und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern und weitere medizinische Einrichtungen sowie die strikte Durchführung von Sars-CoV-2-Tests, die man am besten selbst schnell und einfach durchführen kann.

„Wenn man morgens einen Test machen würde, der negativ ausfällt und später ins Pflegeheim gehe, wäre man weitestgehend sicher, dass man niemanden ansteckt“, erklärt der Virologe bei Anne Will im Talk.

Eine so strikte Testung bleibt aber derzeit wohl nur eine Wunschvorstellung, da die Kapazitäten gar nicht vorhanden seien. So werden aktuell weder das Personal im Krankenhaus noch in Pflegeheimen regelmäßig getestet. Inwieweit „Smart Distancing“ in Kombination mit der vermehrten Durchführung von Corona-Tests überhaupt durchführbar ist, bleibt fraglich.

 

"Smart Distancing" statt "Social Distance": Was kommt als nächstes?

„Smart Distancing“ ist wohl nicht nur laut Experte Alexander Kekulé ein etablierter Weg raus aus dem Lockdown. Doch bei den aktuellen knappen Kapazitäten in puncto Atemmasken und Corona-Tests ist es derzeit nicht durchführbar. Es läge an allen, so schnell wie möglich ausreichend Kapazitäten zu schaffen, um das „Social Distancing“ zu beenden und dennoch einen Wiederanstieg der Corona-Infektionen zu vermeiden - möglicherweise in naher Zukunft durch "Smart Distancing".

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