Freiheiten für Corona-Geimpfte: Bundesjustizministerin will nicht bis Sommer warten

Mona Eichler Health-Redakteurin

Nach Gesundheitsminister Jens Spahn setzt sich auch Justizministerin Christine Lambrecht für eine Besserstellung von Corona-Geimpften ein – und das unabhängig vom Impfangebot in Deutschland.

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Inhalt
  1. Justizministerin: Geimpfte mit negativ getesteten Personen gleichstellen
  2. RKI: Geimpfte Personen nicht mehr ansteckend
  3. Forderung nach Freiheiten für Geimpfte
  4. Jens Spahn: Nach der Impfung zum Friseur 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Geimpften mehr Freiheiten zuzugestehen. Für sie sei das „ein logischer Schritt“. 

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Justizministerin: Geimpfte mit negativ getesteten Personen gleichstellen

Im Interview mit der „Bild“-Zeitung sprach sich die Politikerin dafür aus, Grundrechte dort zurückzugeben, wo keine Ansteckungsgefahr mehr bestehe. Dies beziehe sich auf vollständige geimpfte Personen genauso wie auf Menschen, die einen negativen, tagesaktuellen Corona-Test vorweisen könnten.

„Wenn wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte“, betonte Lambrecht. „Es ist ein logischer Schritt, Geimpfte mit negativ getesteten Personen gleichzustellen.“

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RKI: Geimpfte Personen nicht mehr ansteckend

Anstoß der Diskussion sind neueste Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts (RKI). Demzufolge geht von zweifach beziehungsweise vollständig geimpften Personen keine Ansteckungsgefahr mehr aus. In ihrem Bericht schreibt die Behörde: 

„Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.“

 

Forderung nach Freiheiten für Geimpfte

Kritik an der Forderung nach mehr Freiheiten für Geimpfte gibt es allerdings auch. Vor allem, was das Timing anbelangt. Bereits seit vergangenem Jahr pochen Kritiker darauf, eine Besserstellung für Geimpfte dürfe erst dann erfolgen, wenn allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot gemacht wurde. Andernfalls entstehe ein Ungleichgewicht.

Stand 7. April sind 10.547.269 Personen (12,7%) zum ersten Mal gegen Corona geimpft. 4.534.775 Menschen (5,5%) haben bereits die Zweitimpfung erhalten. Ein Impfangebot für alle Bundesbürger soll bis Sommer 2021 kommen. Ministerin Lambrecht will mit einer Besserstellung von Geimpften nicht solange warten: „Wir leben in keinem Obrigkeitsstaat, der Grundrechte nach Belieben einschränken oder zurückgeben kann.“ 

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Jens Spahn: Nach der Impfung zum Friseur 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits am Wochenende betont, dass vollständig Geimpfte Grundrechte zurückerlangen sollten. Im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ sagte der Politiker: „Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne.“ Es bleibt abzuwarten, ob und wenn ja wann mehr Freiheiten für Geimpfte tatsächlich umgesetzt werden.

Quellen:
Neue RKI-Erkenntnisse: Mehr Freiheit für Geimpfte möglich, in: tagesschau.de
Justizministerin fordert Freiheiten für Geimpfte, in: bild.de
Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), in: rki.de

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