Corona in Kitas: 87 Fälle nach Lolli-Test aufgedeckt!

Ines Fedder Medizinredakteurin

In Köln sind 87 Corona-Infektionen bei Kita-Kindern durch Lolli-Tests ermittelt worden. Die Hintergründe.

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Die Schließung von Schulen und Kitas führte bei den vergangenen Ministerkonferenzen immer wieder zu heftigen Streitigkeiten. Bund und Länder waren sich zwar einig, dass eine Aufrechterhaltung des Schul- und Kita-Betriebs das oberste Ziel sein muss. Dennoch wird und wurde darüber heftig debattiert.

Nachdem die Wiedereröffnung der Kitas bundesweit fast überall erfolgt ist, haben die Kindertagesstätten mittels durchdachten Testkonzepten und Durchimpfung der Erzieher kaum noch Corona-Ausbrüche. Wie gut das Ermitteln Corona-positiver Kindern im Rahmen von Kontrollen gelingt, zeigt die Stadt Köln.  

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+++Köln: 87 Corona-Fälle bei Kita-Kinder durch Lolli-Tests ermittelt+++

Seit elf Wochen befindet sich Köln in einer Testphase im Rahmen eines Pilotprojektes. Als nahezu einziges Bundesland wurden hier an den Kitas die sogenannten "Lolli-Tests" für Kinder eingeführt. Bei der Testmethode wird nicht wie gewohnt ein Teststäbchen in die Nase oder in den tiefen Rachen eingeführt, sondern die Kinder lutschen an einem Abstrichtupfer, daher der Name "Lolli". 

Nun gab die Stadt bekannt, dass bei dieser Methode in den vergangenen elf Wochen insgesamt 87 positive Corona-Fälle in Kölner Kitas verzeichnet wurden. Bei 67 Fällen waren Kita-Kinder betroffen, 20 mal habe man mit der Testmethode positive Befunde beim Lehrpersonal verzeichnet. Insgesamt habe es mehr als 30.000 Pooltestungen gegeben. Dabei wurden Proben aller Kinder einer Gruppe gemeinsam untersucht und nur bei einem positiven Testergebnis wurden die Kinder zum Einzeltest gebeten. 

Die Ergebnisse zeigen, dass Kindertagesstätten zumindest in NRW kein erhöhtes Infektionsgeschehen bergen, so der Kölner Schuldezernent, der überzeugt ist von der einfachen, kindgerechten Methode der "Lolli-Testung". Das Pilotprojekt wurde daher an Kitas bis zum 31. Juli verlängert.

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Corona-Fälle in Kitas: Wie wird ermittelt, wer in häusliche Quarantäne muss?

Was aber tun, wenn es dennoch zu einem Corona-Fall in einer Kindertagesstätte kommt? In dem Fall wird das zuständige Gesundheitsamt von der Kita verständigt. Die Behörde ermittelt Kontaktpersonen. Im Fall einer Kita wird sichergestellt, dass das positiv getestete Kind keinen Kontakt zu Kindern anderer Spielgruppen in der Einrichtung hatte und sich der Kontaktpersonenkreis auf die Betreuungsgruppe des angesteckten Kindes beschränkt.

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Kita-Verbot: Unterstützung für Kinder in häuslicher Quarantäne

Muss ein Kind in häusliche Quarantäne, fällt ein großer Teil des sozialen Umfeldes weg. Diese Tipps können dem Kind und der Familie helfen, diese Ausnahmesituation leichter durchzustehen.

  • Die Situation erklären: In altersgerechte Worte fassen, warum diese Maßnahme notwendig ist und warum Besuche von Freunden, den Großeltern oder anderen Bezugspersonen aktuell nicht möglich sind.
  • Austausch ermöglichen: Dem Kind über Telefon, Internet und soziale Medien den Austausch mit Bezugspersonen ermöglichen – besonders Videotelefonate kann das Gefühl der Zugehörigkeit verstärken.
  • Strukturen schaffen: Feste Essens-, Spiel- und Kuschelzeiten bringen Struktur in den Tag, die für Kinder in häuslicher Quarantäne besonders wichtig ist.
  • Ein Zeitgefühl vermitteln: Es kann Kindern helfen, wenn auf einem Kalender die Tage der Quarantäne abgestrichen werden, um so ein Ende zu symbolisieren, das erreichbar scheint.
  • Bewegung ermöglichen: Auch in häuslicher Quarantäne muss den Kindern ermöglicht werden, sich auszutoben. Trampoline, Springseile oder Gummitwist helfen dabei, Stress abzubauen und Energie loszuwerden und so die Zeit der Corona-bedingten Quarantäne für sich zu nutzen. 
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Quelle: 

Kölner Kitas: 87 Corona-Infektionen mit Lolli-Tests entdeckt, in: www.sueddeutsche.de
COVID-19: Tipps für Eltern, in: Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastophenschutz

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