Corona-Impfung: Die 10 häufigsten Nebenwirkungen

Mona Eichler Health-Redakteurin

Das Paul Ehrlich-Institut (PEI) schlüsselt in seinem aktuellen Sicherheitsbericht die häufigsten Nebenwirkungen der gängigen Corona-Impfstoffe auf. Alle Infos. 

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Inhalt
  1. Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung
  2. Nebenwirkungen: Unterschiede je nach Impfstoff
  3. Die 10 häufigsten Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen
  4. Schwerwiegende Nebenwirkungen: Selten, aber möglich

In Deutschland haben laut Impfmonitoring des Robert Koch-Instituts inzwischen über 40 Millionen Menschen die Erstimpfung und knapp 23 Millionen Menschen die Zweitimpfung erhalten. Dabei immer im Blick: Die häufigsten Nebenwirkungen, die durch die gängigen Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson ausgelöst werden können. 

In seinem aktuellen Sicherheitsbericht informiert das Paul Ehrlich-Institut (PEI) darüber, welche Nebenwirkungen nach den Impfungen auftreten können. 

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Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung

Das PEI wertete die Meldungen vom 27.12.2020, dem Start der Impfkampagne in Deutschland, bis zum 31.05.2021 aus. In diesem Zeitraum waren in Deutschland etwas über 50 Millionen Impfdosen verimpft worden. Mit Blick auf die Nebenwirkungen verzeichnete das PEI insgesamt 79.106 gemeldete Verdachtsfälle, wovon 8.134 als schwerwiegend eingestuft wurden. Bei 449 dieser Meldungen war nicht bekannt, welcher Impfstoff die Nebenwirkungen ausgelöst hatte, weil die Angaben fehlten. 

Die bekannten Anteile der gemeldeten schwerwiegenden und nicht schwerwiegenden Reaktionen für die einzelnen COVID-19-Impfstoffe schlüsselt das PEI wie folgt auf: 

  • Corminaty (Biontech/Pfizer): 12,3% schwerwiegend, 87,70% nicht schwerwiegend
  • Vaxzevria (Astrazeneca): 9,50% schwerwiegend, 90,50% nicht schwerwiegend
  • Moderna: 4,60% schwerwiegend, 95,40% nicht schwerwiegend
  • Janssen (Johnson & Johnson): 1,90% schwerwiegend, 98,10 % nicht schwerwiegend

Wichtig für die Statistik ist, dass im Betrachtungszeitraum nicht alle Impfstoffe in gleicher Menge zum Einsatz kamen. Während beispielsweise Corminaty über 36 Millionen mal verimpft worden war, hatten erst rund 473.000 Impfungen mit Janssen stattgefunden.

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Nebenwirkungen: Unterschiede je nach Impfstoff

Etwa drei Viertel der Verdachtsmeldungen betreffen Frauen – unabhängig vom verabreichten Impfstoff. Das PEI betont allerdings, dass das „vermutlich auf den höheren Frauenanteil bei den Impfungen zurückzuführen“ ist. 

Zu den Nebenwirkungen stellte die Behörde fest, dass Unterschiede je nach Impfstoff ausgemacht werden konnten. Bei Biontech/Pfizer standen vor allem Kopfschmerzen, Ermüdung und Schmerzen an der Einstichstelle im Vordergrund. Nach Astrazeneca traten dagegen eher grippeähnliche Erkrankung, Fieber und Schüttelfrost auf. Zu der häufigsten Nebenwirkung beim Impfstoff von Moderna zählten Schmerzen an der Einstichstelle und der sogenannte Covid-Arm. 

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Die 10 häufigsten Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen

Wie das PEI betont, handelt es sich bei dem Großteil der Nebenwirkungen um „bekannte und in der Fachinformation aufgeführte systemische, vorübergehende unerwünschte Reaktionen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl, die insgesamt als Grippe-ähnliche Beschwerden zusammengefasst werden können“. Sie alle könnten mit schmerz- und fiebersenkenden Arzneimitteln behandelt werden. 

Die 10 häufigsten Nebenwirkungen einer Corona-Impfung sind:

  1. Kopfschmerzen
  2. Ermüdung
  3. Schmerzen an der Einstichstelle
  4. Örtliche Reaktion (Hautrötung, Juckreiz etc.)
  5. Fieber
  6. Schüttelfrost
  7. Muskelschmerzen
  8. Grippeähnliche Erkrankung
  9. Schwindelgefühl
  10. Unwohlsein

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Schwerwiegende Nebenwirkungen: Selten, aber möglich

Die Meldungen über Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung umfassen nicht nur Kopfschmerzen, Müdigkeit & Co. In sehr seltenen Fällen können erhebliche Nebenwirkungen auftreten. Schwerwiegend ist eine Nebenwirkung dann, wenn der/die Betroffene in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. 

Zu den besorgniserregendsten zählen die Vorfälle, in denen Geimpfte an Hirnvenenthrombosen erkrankten. Der Impfstoff von Astrazeneca ist aus diesem Grund nur noch für Personen über 60 Jahre empfohlen und auch bei Biontech und Jonson & Johnson traten bereits Thrombose-Fälle auf.

Erst kürzlich machte die israelische Gesundheitsbehörde darauf aufmerksam, dass man vermehrt Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) nach einer Impfung mit Biontech/Pfizer registriere. Das PEI äußerte daraufhin, man könne sich aktuell noch „kein klares Bild“ über die Situation machen. 

Sollte sich eine Herzmuskelentzündung als mögliche Nebenwirkung einer Corona-Impfung bestätigen, wird das Paul-Ehrlich-Institut darüber wahrscheinlich in einem der kommenden Sicherheitsberichte informieren. 

Quellen: 
Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), in: rki.de
Sicherheitsbericht: Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19, in: pei.de

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