Corona-Impfung bei Kindern: Diese Nebenwirkungen treten auf

Redaktion PraxisVITA

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine offizielle Empfehlung für die Corona-Impfung für Kinder ab 12 Jahren. Nun gibt es erste Informationen zu den Nebenwirkungen und Impfreaktionen. Welche Symptome treten bei Kindern auf?

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat am 16. August auch in Deutschland dazu geraten, dass Kinder ab 12 Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. In anderen Ländern erhalten sie den Piks schon seit längerem – nun liegen erste Daten vor: Demnach kann die Corona-Impfung auch bei Kindern zu Nebenwirkungen und Impfreaktionen führen.

 

Stiko rät spät zu Corona-Impfung bei Kindern

Erlaubt war es schon länger, doch viele Eltern haben noch abgewartet, bis auch die Stiko eine Impfung für Kinder empfiehlt. Dies ist im August geschehen: Alle 12- bis 17-Jährigen sollten sich gegen SARS-CoV-2 impfen lassen – nicht nur wie bisher die Kinder mit Vorerkrankungen. Die Kommission hatte lange gezögert, sich dann aber doch zu dem Schritt entschlossen, weil „nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.

Denn COVID-19 kann auch bei Kindern schwere Folgen haben und zum Beispiel zum PIMS-Syndrom oder Long-Covid führen, abgesehen von den psychosozialen Folgen eines Lockdowns. Eine Impfung kann dem vorbeugen.

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Corona-Impfung bei Kindern: Zwei Vakzine zugelassen

Für die Impfung der unter 18-Jährigen sind bei uns die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. In den USA haben sich bereits knapp zehn Millionen Kinder und Jugendliche impfen lassen. Die Auswertung dieser Daten sowie auch erste Daten aus Deutschland geben nun Auskunft darüber, mit welchen Impfreaktionen und Nebenwirkungen bei den 12- bis 17-Jährigen zu rechnen ist. 

Dass es zu Symptomen kommt, ist ganz normal: Die Impfung aktiviert das Immunsystem, das bei Kindern viel schneller und besser reagiert als etwa bei älteren Menschen oder Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Mit Impfreaktionen ist also zu rechnen – aber wie sieht es bei den Nebenwirkungen aus?

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Corona-Impfungen für unter 12-Jährige erst ab 2022 Schnelltests wichtig

Biontech/Pfizer möchte auch für fünf- bis elfjährige Kinder eine schnellstmögliche Zulassung ihres Corona-Impfstoffs. Die Auswertung der bisherigen Daten habe ergeben, dass das Vakzin für unter 12-Jährige sicher und wirksam sei, wie das Unternehmen kürzlich mitteilte. Die Zulassung wird jedoch noch einige Monate auf sich warten lassen – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet erst Anfang 2022 damit.

Umso wichtiger sind bis dahin sichere und leicht anwendbare Corona-Tests für Kinder, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen und Ansteckungen in der Kita oder Schule zu vermeiden. Beim Kauf von Selbsttests sollten Eltern auf das CE-Zeichen achten – es gibt an, dass der Test die EU-Richtlinien erfüllt. Das trifft z.B auf den Panbio COVID 19 Antigentest von Abbott zu (in Apotheken frei verkäuflich erhältlich, PZN-Nr. 17508027). Er ist derzeit der einzige Antigen-Schnelltest auf dem deutschen Markt, für den Leistungsdaten zur Anwendung bei Kindern und Säuglingen vorliegen.

 

Impfreaktionen nach Corona-Impfungen bei Kindern

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kommen Impfreaktionen bei den 12- bis 17-Jährigen etwas häufiger vor als in der nächsten Altersklasse der 18- bis 25-Jährigen. Diese Reaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und verschwinden nach wenigen Tagen wieder – sie zeigen, dass das Immunsystem wie gewünscht arbeitet.  

Dies sind die häufigsten Impfreaktionen bei Kindern:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Schwellung/Schmerzen an den Lymphknoten 
  • Gelenkschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle
  • Fieber

Die Symptome fielen meist mild bis mittel aus – schwere Impfreaktionen kamen nur selten vor und das überwiegend beim Impfstoff von Biontech/Pfizer.

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Corona-Impfungen bei Kindern: Nebenwirkungen sehr selten 

Zwei schwere Nebenwirkungen – wie sie von den Erwachsenen bekannt sind – wurden auch bei den Kindern und Jugendlichen in sehr seltenen Fällen (1:18.000) beobachtet: Wenn sie vorkamen, traten Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen wenige Tage nach der Impfung auf und das vor allem bei den männlichen Impflingen. Der Verlauf war meist nicht schwer, nach einigen Tagen verschwanden die Symptome – wie leichte Schmerzen im Brustkorb – von selbst. 

Andere Nebenwirkungen, wie Thrombosen oder neurologische Störungen, sind bisher nicht aufgefallen. Experten rechnen nicht damit, dass diese Nebenwirkungen Folgen für die Betroffenen haben werden – aufgrund der Datenlage können aber noch keine langfristigen Aussagen dazu getroffen werden. Ob und wie die Herzmuskelentzündungen überhaupt mit der Impfung zusammenhängen, ist zudem noch unklar.

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Nach derzeitigem Wissensstand führen Corona-Impfungen bei Kindern also nur in sehr seltenen Fällen zu Nebenwirkungen – größtenteils kommt es lediglich zu milden Impfreaktionen.

Quellen:
Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung bei Kindern und Jugendlichen beobachtet? in: infektionsschutz.de
Sollten Eltern ihre Kinder nun impfen lassen? in: deutschlandfunk.de
Corona-Impfung für Kinder: Diese Nebenwirkungen gab es bisher in: t-online.de

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