Corona-Impfung – wann, wo und wie? 11 Fakten zum Impfprozess!

Redaktion PraxisVITA

Nach Biontech hat nun auch das amerikanische Pharmaunternehmen Moderna eine Zulassung für seinen Corona-Impfstoff von der EU erhalten. Alles, was Sie über die Impfung wissen müssen!

Inhalt
  1. Wo kann ich mich impfen lassen?
  2. Wann kann ich mich impfen lassen?
  3. Wie ist die Impfreihenfolge?
  4. Was kostet eine Corona-Impfung?
  5. Wer sollte sich nicht impfen lassen?
  6. Wie wird gegen Corona geimpft und wann greift der Schutz?
  7. Wie lange hält der Impfschutz? 
  8. Wird es eine (indirekte) Impfpflicht geben?
  9. Wie wirken die Corona-Impfstoff von Biontech und Moderna?
  10. Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
  11. Gibt es weitere Corona-Impfstoffe?

Durch die am Mittwoch (06.01) erfolgte Zulassung des Moderna-Impfstoffs für den europäischen Raum, können nun mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. In den letzten beiden Wochen seit dem Impfstart wurde ausschließelich der Biontech-Impfstoff verabreicht. Doch wie wirksam und sicher sind die beiden Vakzine überhaupt? Und was muss man über den Impfprozess wissen? Alle Antworten im Überblick!

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Wo kann ich mich impfen lassen?

Seit dem 27. Dezember wird mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus geimpft. Anders als bei anderen Impfungen, findet das nicht etwa beim Hausarzt statt, sondern in eigens dafür errichteten Impfzentren. Insgesamt sind bundesweit 442 Einrichtungen geplant, viele sind bereits jetzt in Betrieb. Dort erhalten zunächst gemäß der Corona-Impfverordnung über 80-Jährige, Pflegebedürftige und ihre Pfleger eine Impfung. Darüber hinaus sind mobile Impfteams unterwegs, die allen voran in Alten- und Pflegeheimen im Einsatz sind. Sobald alle Risikogruppen versorgt sind,  soll in der zweiten Impfphase in den Arztpraxen geimpft werden.

 

Wann kann ich mich impfen lassen?

In vielen Bundesländern werden Impfberechtigte postalisch über den Impfstart informiert, etwa in Berlin oder in Hamburg. Die Terminvergabe dieser Impfzentren ist Sache der Bundesländer und jedes regelt das anders. Meist ist eine telefonische und/oder Online-Terminbuchung möglich. Erst wenn alle Personen der von der Bundesregierung definierten Risikogruppen geimpft wurden, kann sich jeder impfen, der möchte. Den Angaben der Bundesregierung zufolge wird das noch bis zum Sommer dauern.

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Wie ist die Impfreihenfolge?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat drei Gruppen benannt, die zuerst gegen COVID-19 geimpft werden sollen: 

  1. Personen ab 80 Jahren und Pflegebedürftige, deren Pfleger/Betreuer und Personen, die ambulant oder stationär in der Pflege tätig sind. Zu dieser Gruppe zählt auch Personal in medizinischen Einrichtungen mit einem hohen Ansteckungsrisiko: Mitarbeiter*innen von Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten sowie Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung und in den Impfzentren.
  2. Personen ab 70 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen (Demenz- und Transplantationspatienten, Menschen mit Trisomie 21 oder geistigen Behinderungen), Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen. In diese Gruppe fallen auch Ärztinnen und Ärzte, Polizisten und andere Ordnungskräfte.
  3. Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke (Asthma, Diabetes, HIV etc), Personen in staatlichen Einrichtungen, Erzieher, Lehrer, Mitarbeiter im Einzelhandel, Apotheker, Feuerwehrleute.
 

Was kostet eine Corona-Impfung?

Pro Dosis kostet der Biontech-Impfstoff etwa 12 Euro, der von Moderna ist mit 14,70 Euro noch etwas teurer. Auch wenn die Impfung freiwillig ist, tragen die Kosten nicht die Bürger, der Bund kommt dafür auf.  

 

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

In Großbritannien gab es mehrere Fälle von allergischen Reaktionen infolge der Corona-Impfung. Experten raten daher dazu, sich vorerst nicht impfen zu lassen, wenn man in der Vergangenheit einen anaphylaktischen Schock erlitten oder schwere allergische Reaktionen auf Medikamente oder Lebensmittel gezeigt hat. Für Menschen mit einfachen Allergien wurde allerdings erst kürzlich Entwarnung gegeben: Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe erklärt hat, besteht bei bekannten Lebensmittel- und Medikamentenallergien kein erhöhtes Risiko einer schwere allergische Reaktionen nach einer Corona-Impfung. Das habe eine eingehende Prüfung der Datenlage ergeben.

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Wie wird gegen Corona geimpft und wann greift der Schutz?

Die Corona-Impfung muss einmal aufgefrischt werden: Rund drei Wochen nach der ersten Impfung mit dem Biontech-Serum erfolgt eine zweite. Im Falle einer Injektion mit dem Moderna-Impfstoff müssen vier Wochen zwischen den beiden Terminen liegen.

Der Biontech/Pfizer-Wirkstoff hat bisherigen Untersuchungen zufolge eine große Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2. Rund vier Wochen nach der ersten Impfung besteht ein umfassender Impfschutz. „BNT162b2 zeigt in der primären Endpunktanalyse 28 Tage nach der ersten Impfung eine 95%ige Wirksamkeit gegen COVID-19“, ließ Biontech Ende November wissen. 

 

Wie lange hält der Impfschutz? 

Biontech-Gründer Uğur Şahin sagte in der Pressekonferenz vom 22. Dezember 2020, man gehe von einem Impfschutz für „mindestens drei Monate“ aus. Dieselbe Zeitangabe hat auch Moderna für seinen Impfstoff angegeben. Es wird allerdings weiterhin geforscht, um die Dauer des Impfschutzes zu verlängern.

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Wird es eine (indirekte) Impfpflicht geben?

Experten schätzen, dass in Deutschland 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein müssten, um eine Herdenimmunität gegen COVID-19 zu erreichen – also rund 58 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Aktuell sind allerdings nur rund 48 Prozent der Menschen in Deutschland bereit, sich impfen zu lassen. Mitte April waren es noch 79 Prozent. Trotzdem wird es keine offizielle Impfpflicht geben. 

Viele Menschen allerdings fürchten eine indirekte Impfpflicht: Was passiert, wenn nur noch Menschen mit nachgewiesener Corona-Impfung in Restaurants, Bars und Kinos gehen oder in ein Flugzeug steigen dürfen? Es gibt sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Tatsache ist, dass beispielsweise Restaurantbetreiber aufgrund des Hausrechts entscheiden dürfen, nur Geimpfte zu bedienen. Vor allem aber in den Anfangszeiten der Impfungen in Deutschland, in denen die wenigstens Bürger einen Impfschutz vorweisen werden können, ist so ein Vorgehen unwahrscheinlich.

 

Wie wirken die Corona-Impfstoff von Biontech und Moderna?

Beide Wirkstoffe zählen zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Diesen enthalten im Gegensatz zu bekannteren Impfstoffen nicht etwa abgeschwächtes oder abgetötetes Virusmaterial, sondern die genetische Information des Erregers. Die Injektion erfolgt in den Deltamuskel am Oberarm. Das hat den einfachen Grund, dass dieser Muskel leicht zugänglich ist. Das menschliche Immunsystem erkennt die neuen Geninformationen und produziert daraufhin Antigene. Im Falle einer später COVID-19-Infektion kann das Coronavirus dann schnell und direkt bekämpft werden.

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Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?

Weltweit sind nur wenige Fälle von extremen Nebenwirkungen nach einer Impfung mit den Biontech- und Moderna-Präparaten bekannt. In Einzelfällen erlitten die Geimpften einen allergischen Schock, genauere Untersuchungen dazu laufen noch. 

Im Regelfall muss man mit den üblichen Impf-Nebenwirkungen rechnen:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Schüttelfrost
  • Durchfall
  • Fieber
  • Muskel- und Gliederschmerzen

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Gibt es weitere Corona-Impfstoffe?

Neben den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna hat sich die EU auch Impfstoffdosen folgender Hersteller gesichert: 

  • Astrazeneca (400 Mio. Dosen) 
  • Janssen Pharmaceutica (400 Mio. Dosen) 
  • Sanofi-GSK (300 Mio. Dosen)
  • Curevac (405 Mio. Dosen)

Die Impfstoffdosen werden im Falle einer Zulassung, wie im Fall der Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna, unter den Mitgliedsstaaten verteilt. 

Quellen:
Biontech COVID-19, in: biontech.de
Die 25 wichtigsten Fragen zum Corona-Impfstoff, in: tagesspiegel.de
Spahn rechtfertigt Impf-Reihenfolge, in: tagesschau.de
Erster Corona-Impfstoff für die EU ist genehmigt, in: zeit.de

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