Corona-Impfschaden: Wer haftet?

Mona Eichler Health-Redakteurin

Die Sorge um Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung ist immer noch groß. Eine zentrale Frage dabei: Wer haftet, wenn es zu einem Impfschaden kommt? Alle wichtigen Antworten.

Video Platzhalter

Die Frage, wer bei einem Corona-Impfschaden haftet, ist berechtigt. Schon vor dem Beginn der Impfkampagne in Deutschland Ende Dezember 2020 war die Diskussion um mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfungen allgegenwärtig. Denn eine Immunisierung gegen COVID-19 – egal mit welchem der zugelassenen Impfstoffe – kann Nebenwirkungen hervorrufen. 

RCoronavirus in Rot und DNA-Illustration vor blauem Hintergrund
Krankheiten & Behandlung Thrombosen nach Vektor-Impfung gegen Corona: Neue Theorie zur Ursache

 

Corona-Impfschaden: Wer haftet?

Als der Impfstoff von AstraZeneca nach ersten Thrombose-Vorfällen nur noch für Menschen über 60 Jahren empfohlen wurde, hieß es zunächst, dass Jüngere, die den Impfstoff trotzdem nehmen, auf eigenes Risiko handeln. Bei einem möglichen Impfschaden müssten sie selbst die Haftung übernehmen. Aber ist das wirklich der Fall? 

Nein. Das Infektionsschutzgesetz mit der neuesten Satzung aus dem Mai 2021 regelt eindeutig und rückwirkend zum Dezember 2020, wer im Fall eines Impfschadens durch die Corona-Impfung haftbar ist: der Staat. Wie das „ZDF“ berichtet, gilt das auch in Fällen, in denen sich Unter-60-Jährige mit AstraZeneca immunisieren lassen.

Das Bundesgesundheitsministerium fasst die Regelungen wie folgt zusammen: „Die Länder haften, wenn die bekannten Nebenwirkungen auftreten. Der Bund übernimmt die Haftung, wenn unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Bei Produktfehlern übernimmt der Hersteller die Haftung. Der impfende Arzt wiederum haftet dafür, dass er die Impfung korrekt verabreicht.“

Person bekommt Impfung
Krankheiten & Behandlung Corona-Impfung: EMA prüft 4 seltene Nebenwirkungen

 

Unterschied zwischen Impfreaktion und Nebenwirkung

Experten wie Politiker unterscheiden beim Thema Corona-Impfung zwischen einer gewöhnlichen Impfreaktion, die zu erwarten ist, und einer wirklichen Nebenwirkung. Der deutlichste Unterschied: Eine Impfreaktion tritt meist noch am Tag der Impfung auf, eine Impfnebenwirkung später. „Wer mit vier bis 16 Tagen Abstand zur Impfung Nebenwirkungen feststellt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen“, betont das Gesundheitsministerium online. 

In Deutschland dokumentiert das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) alle gemeldeten Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen. Vor Kurzem veröffentlichte das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel eine Liste der 10 häufigsten Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen, darunter Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Schüttelfrost und Fieber. Zu den unerwünschten, starken Nebenwirkungen einer Impfung zählen Ausnahmeerscheinungen wie Thrombose-Fälle, auftretende Muskelschwäche oder Gesichtslähmungen

In diesen Fällen ist eindeutig geregelt, wer für den Corona-Impfschaden haftet.

Frau mit Impfreaktion am Arm
Service COVID-Arm: Was hat es mit dieser Impf-Nebenwirkung auf sich?

Quellen:
Zahlen, Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung, in: bundesgesundheitsministerium.de
Infektionsschutzgesetz-Update: Staat haftet bei Impfschäden, in: zdf.de
 

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.