Nach Impfgipfel: Mehr Freiheiten für Geimpfte?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Beim Impfgipfel kam es abermals zu hitzigen Diskussionen. Welche Lockerungen es für Geimpfte nun geben soll und wann die Impf-Reihenfolge ausgesetzt wird – alle Infos hier!

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Inhalt
  1. Angela Merkel: Impfpriorisierung im Juni aufgehoben!
  2. Impfgipfel: Weniger Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte und Genesene
  3. Keine Quarantäne-Pflicht für Genesene und Geimpfte
  4. Wie viele Deutsche sind bereits geimpft?

Beim Impfgipfel haben Bund und Länder über das Fortschreiten der Corona-Impfungen in Deutschland hitzig debattiert. Größere Streitpunkte waren unter anderem die Aufhebung der Impfpriorisierung und die geforderten Lockerungen für bereits Geimpfte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich im Anschluss an den Impfgipfel vorsichtig optimistisch. Und obwohl wie bei anderen Ministerkonferenzen keine handfesten Beschlüsse festgehalten wurden, gibt es dennoch positive Ergebnisse.

 

Angela Merkel: Impfpriorisierung im Juni aufgehoben!

„Die Dinge werden sich deutlich beschleunigen“, erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach rund fünf Stunden Diskussion zum Thema Impfen. Man habe jetzt im zweiten Quartal deutlich Tempo gemacht. Aktuell werden noch 80 Millionen Impfstoffdosen erwartet, darunter 50 Millionen der Firma Biontech/Pfizer, die sich als äußerst zuverlässig bewährt habe. Nun stünden viele Zweitimpfungen an. Und es werde vermehrt in den Hausarztpraxen geimpft.

Und genau diese haben in der letzten Woche  gefordert, die Impfpriorisierung aufzuheben und somit schneller und einfacher auch außerhalb der festgelegten Reihenfolge impfen zu können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält bisher jedoch noch an der Impfpriorisierung fest. In vielen Bundesländern werde bereits die Prioritätengruppe 3 geöffnet. Spätestens ab Juni können wir die Impfpriorisierungen aber aufgeben, erklärt die Kanzlerin. Und damit ist bei vollständiger Lieferung der Impfstoffe tatsächlich „spätestens“ gemeint. „Dann kann sich jeder um einen Impfstoff bemühen."

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Impfgipfel: Weniger Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte und Genesene

Ein wichtiger Streitpunkt, der heute beim Impfgipfel ebenfalls die Debatte dominierte, war die Frage, ob für Geimpfte und für Corona-Genesene bestimmte Grundrechtseinschränkungen, die im Zuge der Pandemie getroffen worden, nun wieder aufgehoben werden können. Hier ist man leider noch zu keinem umfassenden Ergebnis gekommen.

Lediglich ein paar Einschränkungen können für Genesene und Geimpfte bereits jetzt wegfallen.

 

Keine Quarantäne-Pflicht für Genesene und Geimpfte

„Das Robert Koch-Institut hat vor Kurzem festgestellt, dass von doppelte Geimpften keine Infektionsgefahr mehr ausgeht“, erklärt Angela Merkel noch einmal, bevor sie verkündet, dass daher für bereits doppelte Geimpfte oder Corona-Genesene folgende Maßnahmen entfallen:

  • Die Quarantäne-Pflicht entfällt.
  • Dort, wo Schnelltests erwartet werden (z.B. beim Friseur), müssen Geimpfte oder Genesene keine Corona-Tests mehr einbringen.

Dies gilt für:

  • Corona-Genesene, die bereits infiziert waren und ein mindestens 28 Tage altes, positives PCR-Testergebnis nachweisen können und deren Infektion nicht länger als 6 Monate her ist.
  • Personen, die bereits geimpft wurden und einen vollständigen Impfschutz mit einem der in der EU zugelassenen Impfstoffe erhalten haben.

Masken-Pflicht und Abstandsregelungen sollen für ALLE auch weiterhin gelten!

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Wie viele Deutsche sind bereits geimpft?

Laut Informationen des Robert Koch-Instituts haben derzeit knapp 23 Prozent der Menschen in Deutschland eine Corona-Erstimpfung erhalten. Sieben Prozent der Deutschen sind bereits vollständig geimpft.

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„Wir werden in eine Übergangsphase kommen, die auch nicht einfach ist“, sagt die Bundeskanzlerin. Aber man werde irgendwann die Phase erreichen, in der für jeden eine Corona-Schutzimpfung zur Verfügung steht. 

Und dies soll, wie Angela Merkel auf Nachfrage noch einmal betont, Ende des Sommers soweit sein. Ein Impfangebot, bekräftigt die Kanzlerin noch einmal, soll für alle bis spätestens 21. September vorliegen. Es sei eine gute und konstruktive Diskussion mit den Ministerpräsidenten gewesen. Weiterführende Ergebnisse bezüglich Lockerungen und Freiheiten für Geimpfte werden weiterhin diskutiert und die Ergebnisse im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes in einer Verordnung beigelegt.

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