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Corona-Hotspots: Abriegelung als letzte Option?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Nicht nur die Kanzlerin Angela Merkel, auch der Präsident des Robert Koch-Instituts schlägt Alarm. Wenn die Infektionszahlen nicht sinken, hält er eine Abschottung von Corona-Hotspots durchaus für möglich.

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Inhalt
  1. Abschottung von Corona-Hotspots?
  2. Corona-Hotspots: Mobilität ist ein Problem
  3. Corona: Lage bald nicht mehr zu bändigen?

Die steigenden Infektionszahlen geben weiter Anlass zur Sorge. Nach den zähen Verhandlungen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten und den dort beschlossenen verschärften Maßnahmen kann es durchaus noch zu weiteren Verschärfungen kommen. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält ein radikales Abschotten von Corona-Hotspots durchaus für möglich. Was bedeutet das im Zweifelsfall?

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Abschottung von Corona-Hotspots?

„Vor neun Monaten habe ich in einem ähnlichen Interview gesagt, dass ich mir das (d.i eine Abriegelung) nicht vorstellen kann. Inzwischen kann ich mir vorstellen, dass solche Maßnahmen durchgeführt würden“, erklärt der RKI-Chef gegenüber dem Nachrichtensender Phoenix.

Wieler warnt eindringlich: „Wenn die Maßnahmen nicht verschärft werden, werden die Infektionszahlen weiter hochgehen.“ 10.000 Neuinfektionen täglich seien dem RKI-Präsidenten zufolge möglich. Die aktuell getroffenen Maßnahmen, z.B. eine Sperrstunde bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern binnen einer Woche, hält Wieler für zu „unverbindlich“. Er empfielt, dass etwa das Tragen von Masken in Innenräumen verpflichtend ist. 

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Corona-Hotspots: Mobilität ist ein Problem

Besonders wichtig sei es, die Mobilität in den Griff zu bekommen. Also gegebenenfalls sogar Personen aus Risikogebieten in Hotspots abzuschotten. „Mobilität ist einer der Treiber dieser Pandemie“, ist sich Lothar Wieler sicher. Das umstrittene Beherbergungsverbot sei ein erster Schritt. Dieses jedoch wurde trotz des bundesweiten Beschlusses in vielen Bundesländern gekippt. 

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Corona: Lage bald nicht mehr zu bändigen?

Die Zahl der Neuinfektionen geben dem RKI-Chef allem Anschein nach Recht. So stieg die Anzahl der Neuinfektionen erneut auf einen Höchstwert. 

Dass die Zahl der Infizierten im Herbst ansteigt, war abzusehen. Jedoch: Auf die Anzahl der Intensivpatienten stieg in den vergangenen Tagen ebenfalls.

Der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, warnt. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir schon im November die Zahl von rund 2.000 Intensivpatienten mit Corona-Infektionen erreichen werden“, berichtet das Ärtzteblatt. Bei einer weiteren steigenden Zahl an Neuinfektionen auf mehr als 10.000 pro Tag werde es für die Gesundheitsämter außerdem zusätzlich nicht mehr möglich sein, die Infektionslage durch Kontaktverfolgung im Griff zu behalten, erklärte Gaß.

Die Lage scheint bereits jetzt beunruhigend. Ob es tatsächlich zu einer Abschottung der Corona-Hotspots kommt, bleibt abzuwarten.

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Quellen:

RKI-Chef hält Abriegelung von Corona-Hotspots für möglich, in: welt.de

Krankenhäuser rechnen mit 2.000 COVID-19-Intensivpatienten, in: aerzteblatt.de

Robert Koch-Institut meldet 7.334 neue Corona-Fälle, in: Spiegel.de

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