Corona-Expertenrat: mangelhafte Aufklärung – 4 Forderungen!

In seiner fünften Stellungnahme beklagt der Corona-Expertenrat der Bundesregierung eine mangelhafte Risiko- und Gesundheitskommunikation. Das Beratergremium fordert 4 Maßnahmen zur Verbesserung. Alle Infos!

Hendrik Streeck
Auch der Virologe Hendrik Streeck ist Mitglied des Corona-Expertenrates Foto: IMAGO / teutopress

Die Fachleute plädieren für eine verständliche Aufklärung. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse müssten den Bürger:innen einfach erklärt werden. Deshalb fordert der Corona-Expertenrat nun, 4 Maßnahmen bei der Kommunikation umzusetzen.

Corona-Expertenrat beklagt Kommunikationsfehler

Der Expertenrat berät die Bundesregierung in allen Fragen rund um Corona. Zu ihm gehören unter anderem die Virologen Melanie Brinkmann, Hendrik Streeck und Christian Drosten, der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sowie die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx.

Gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern verfassten sie nun ihre fünfte Stellungnahme, in der die Kommunikation mit den Bürger:innen kritisiert wird: Schlechte Kommunikation trage zur Verunsicherung der Bevölkerung bei, biete Angriffsfläche für Falsch- und Desinformation, untergrabe das Vertrauen in staatliches Handeln und gefährde den Erfolg von wichtigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit, so der Expertenrat. Bisher gebe es keine Institution, die die Risiko- und Gesundheitskommunikation koordiniere.

Expertenrat fordert diese 4 Maßnahmen

Nach Ansicht der Fachleute seien 4 sich ergänzende Bausteine nötig, um „fachlich fundierte und evidenzbasierte Gesundheitskommunikation“ zu gewährleisten:

  1. Die Zusammenführung und Erzeugung des besten verfügbaren Wissens – so sollen auch Falschmeldungen herausgefiltert werden.

  2. Die Übersetzung relevanter Daten in zielgruppenspezifische und verständliche Informationsformate – damit die Menschen verständlich aufgeklärt und nicht „überredet“ werden.

  3. Kommunikation über die verschiedenen Kanäle einer modernen Informationsgesellschaft – und das zielgruppenspezifisch, weil die Menschen über klassische Medien unterschiedlich gut erreichbar seien.

  4. Überprüfung der erzielten Effekte und falls notwendig die Anpassung der Strategie – beispielsweise Bewertung der Maßnahmen mithilfe von Bürger:innen.

Einstimmige Empfehlung des Corona-Expertenrates

Alle 18 Mitglieder des interdisziplinär besetzten Gremiums tragen diese Stellungnahme mit. „Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstützen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar“, heißt es in der Stellungnahme. Der Expertenrat empfiehlt daher einen schnellen Ausbau der Kommunikations-Infrastruktur zur „Verbesserung der aktuellen Kommunikation und Informationsangebote nach den oben beschriebenen Prinzipien".