Corona-Drama mit 15 Toten: Fahrlässige Tötung?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in einem besonders schweren Fall. Nach einem heftigen Corona-Ausbruch mit 15 Toten stehen gleich mehrere schwere Vorwürfe im Raum.  

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Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt aktuell gegen eine Rastatter Pflegeeinrichtung, in der es vor Weihnachten zu besonders schweren Corona-Ausbrüchen mit insgesamt 15 Toten und zahlreichen Infizierten gekommen war. Die Vorwürfe gegen die Einrichtung wiegen schwer. Wegen gleich mehrerer schwerer Tatbestände haben die Behörden nun die Ermittlung aufgenommen.

Nach Corona-Ausbruch mit zahlreichen Toten: Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen, teilte Staatsanwalt Michael Klose zu Beginn der Woche gegenüber den Medien mit. Ermittelt wird gegen verschiedene Personen des Trägers, so heißt es.

Die Kreisbehörde sehe unter anderem Anhaltspunkte dafür, dass man sich der fahrlässigen Tötung, Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung schuldig gemacht habe. Aber worin genau begründet sich der Verdacht?

Das Landratsamt sei sich sicher, dass sich das Coronavirus in der Einrichtung nur so stark ausbreiten konnte, weil es gravierende Mängel bei den Hygiene-Regeln und der Hygienestandards gegeben haben muss. Es habe Versäumnisse in allen Bereichen der Grund- und Behandlungspflege sowie im Medikamentenmanagement gegeben, erklärte das Landratsamt diesbezüglich in einer Pressemitteilung.

Selbst wenn es in der Einrichtung nicht zu einem Corona-Ausbruch gekommen wäre, gäbe es dennoch zahlreiche Defizite in der Einrichtung. So erklärte das Amt, dass auch unabhängig der strafrechtlich relevanten Aufarbeitung im Januar gravierende Mängel im Pflegebereich festgestellt wurden. Diese konnten bisher „trotz intensiver Begleitung und Beratung“ nicht beseitigt werden.

Nach Ausbruch mit 15 Toten in Rastatt: Diese Konsequenzen drohen jetzt

Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, dürfen in der Rastatter Einrichtung keine neuen Bewohner:innen aufgenommen werden. Zudem müssen gleich mehrere akut gefährdete Bewohner:innen in andere Einrichtungen verlegt werden.

Für die insgesamt 15 Toten und 55 Infizierten, die sich seit Ende letzten Jahres hier mit dem Coronavirus angesteckt haben, kommen diese Maßnahmen leider zu spät.