Corona-Verlauf: Diese 5 Gene sind entscheidend!

Ines Fedder Medizinredakteurin

Warum erkranken einige schwerer als andere bei einer Corona-Infektion? Forscher haben jetzt herausgefunden, welche 5 Gene dafür verantwortlich sind.

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Inhalt
  1. Corona in den Genen: Warum erkranken einige schwerer?
  2. Corona-Verlauf: Diese 5 Gene entscheiden über Schweregrad
  3. Corona-Risiko für Rheuma-Patienten?

Warum erkranken einige Menschen sehr schwer an Corona und einige sind nahezu symptomfrei? Diese Frage stellen sich nicht nur viele in der Bevölkerung, sondern natürlich auch die Wissenschaftler, die von Tag zu Tag neue Erkenntnisse über SARS-CoV-2 sammeln. Nachdem schon herausgefunden wurde, dass Männer in der Regel schwerer an Corona erkranken, fanden Wissenschaftler der University of Endingburgh nun heraus, welche Gene für die Schwere des Verlaufs entscheidend sein können. 

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Corona in den Genen: Warum erkranken einige schwerer?

Die Erkenntnis: Es gibt offenbar Menschen, die aufgrund ihrer Gene ein höheres Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf haben. Bestimmte Genvarianten sind schuld, dass im Körper Entzündungsreaktionen gefördert werden und dadurch die Immunabwehr beeinflusst wird.

 

Corona-Verlauf: Diese 5 Gene entscheiden über Schweregrad

Die Forscher aus England untersuchten für die Studie das Erbgut von rund 2.244 Corona-Patienten mit einem schweren Verlauf aus insgesamt 208 Intensivstationen. Ein anschließender Abgleich mit DNA-Daten aus der breiten Bevölkerung ergab, dass diese fünf Gene maßgeblich eine Rolle spielten bei Schwersterkrankten: IFNAR2, OAS1, TYK2, DPP9 und CCR2.

Die Gene IFNAR2 und OAS1 sind mit einer angeborenen Immunabwehr verknüpft, die eine wichtige Rolle bei der Ausschüttung von antiviralen Botenstoffen spielen. Patienten mit einer schweren COVID-Erkrankung haben oft diese Genvariante in sich. 

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Corona-Risiko für Rheuma-Patienten?

Die drei weiteren Gene TYK2, DPP9 und CCR2 treten häufig im Zusammenhang mit schweren Entzündungsprozessen im Körper auf, wie es etwa bei rheumatoider Arthritis der Fall ist. Es wurde daher bereits daran geforscht, ob ein Rheuma-Medikament auch bei Corona helfen kann. So ist das Medikament Baricitinib bereits in der Behandlung von Corona-Patienten im Einsatz. 

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Gene können also den Verlauf von Corona-Erkrankungen entscheidend beeinflussen und das Wissen über sie kann bei der Behandlung von COVID-19 lebenswichtig sein.

Quelle:

Pairo-Castineira, E., Clohisey, S., Klaric, L., Bretherick, A. D., Rawlik, K., Pasko, D., ... & Furniss, J. (2020). Genetic mechanisms of critical illness in Covid-19. Nature, 1-1.

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