Corona in der Schwangerschaft: Kind in Singapur kommt mit Antikörpern zur Welt

Bildet ein Neugeborenes Corona-Antikörper, wenn seine Mutter in der Schwangerschaft an COVID-19 erkrankt? Ein Fall in Singapur sorgt für Aufmerksamkeit.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Während eines Urlaubs in Europa steckt sich eine 31-jährige Schwangere aus Singapur mit COVID-19 an. Ihr Kind wird später mit Antiviren im Blut geboren – während die Mutter keine mehr aufweist. „Sehr interessant“, wie die Mutter selbst findet. 

COVID-19-Infektion in der 10. Schwangerschaftswoche

Celine Ng-Chan war im März 2020 mit ihrem Mann, ihren Eltern und ihrer zweijährigen Tochter im Familienurlaub in Europa. Damals war sie in der zehnten Woche schwanger mit ihrem zweiten Kind, einem Jungen. Die Frauen der Familie erkrankten an COVID-19, nur Ng-Chans Ehemann und Vater steckten sich nicht an. Celine und ihre Tochter hatten die Infektion dank schwacher Krankheitssymptome nach zweieinhalb Wochen überstanden. Die 58-jährige Mutter der Schwangeren entwickelte indes so dramatische Symptome, dass sie vier Wochen lang künstlich beatmet werden musste. 

Trotz ihrer eigenen Erkrankung hatte die schwangere Celine Ng-Chan keine Angst davor, ihren Sohn mit SARS-CoV-2 anzustecken: „Ich hatte gelesen, dass das Übertragungsrisiko [von Mutter auf Baby] sehr gering ist“, erklärt die Mutter im Interview mit der singapurischen Zeitung „Straits Times“.

Neugebornes mit Corona-Antikörpern im Blut

Am 7. November brachte Celine Ng-Chan ihren Sohn zur Welt. Der Kleine wog zum Zeitpunkt seiner Geburt 3,5 Kilogramm. Eine Nebensache, denn die Ärzte stellten noch etwas anderes fest: Das Neugeborene hatte Corona-Antikörper im Blut. 

„Das ist sehr interessant“, befand Ng-Chan mit Blick auf die Tatsache, dass sie selbst keine COVID-19-Antikörper mehr im Blut hat – wie übrigens auch der erste Deutsche Corona-Patient ein halbes Jahr nach seiner Infektion. „Meine Ärztin vermutet, dass ich während der Schwangerschaft meine COVID-19-Antikörper auf mein Baby übertragen habe“, erzählt Celine Ng-Chan weiter. 

SARS-CoV-2-Infektion im Mutterleib?

Die Datenlage zur Frage, ob Mütter das Coronavirus während der Schwangerschaft beziehungsweise bei der Geburt auf ihr Neugeborenes übertragen können, ist widersprüchlich. Aus China sind derzeit 20 Fälle bekannt, bei denen die Kinder trotz positiv getesteter Mutter das Coronavirus nicht in sich trugen. Im Juli wurde dagegen von einer 23-jährigen Mutter aus Frankreich berichtet, deren Sohn coronapositiv zur Welt kam. Im Gegensatz zu Celine Ng-Chan war die junge Frau allerdings nicht am Anfang ihrer Schwangerschaft an Corona erkrankt, sondern ganz am Ende: Erst drei Tage vor der Geburt hatte sie Symptome entwickelt und einen Arzt aufgesucht. Bis dahin war ihre Schwangerschaft problemlos. Der Einzelfallbericht wurde Mitte Juli in „Nature Communications“ dargelegt. Bereits im März 2020 hatte das amerikanische Ärzteblatt „Journal of the American Medical Association“ eine Untersuchung veröffentlicht, bei der zwar Antikörper im Blut von Neugeborenen nachgewiesen werden konnten, nicht aber SARS-CoV-2 selbst – wie im aktuellen Fall des Neugeborenen aus Singapur.