Corona in der Frühphase: Behandlung bald mit Nasenspray möglich?

Luise Bergelt

Könnte Corona bald in der Frühphase mit Nasenspray behandelt werden? Das zieht zumindest Virologe Drosten nun aufgrund der Ergebnisse einer neuen Studie in Betracht. Dabei spielt die Mutation des Virus eine Rolle.

Inhalt
  1. Gibt es bald ein Nasenspray gegen Corona?
  2. Bildung zweier Virenstämme – die Evolution der Coronaviren
  3. Coronaviren-Mutationen: ist die Konsequenz ein einfacher Schnupfen?

Wird es bald bereits in der Frühphase einer Covid19 Erkrankung eine Behandlung mit Nasenspray gegen das Coronavirus geben? Nachdem die Nasenschleimhäute als Erstinfektionsweg für das Coronavirus mit der höchsten Wahrscheinlichkeit durch Studien erkannt wurden, hält Virologe Christian Drosten das für möglich.

 

Gibt es bald ein Nasenspray gegen Corona?

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Coronaviren bevorzugt über die ACE2-Rezeptoren in der Nasenschleimhaut ihren Weg in Atemwege und Lunge finden. Auf der Basis dieser Erkentnis zieht Virologe Christian Drosten nun in seinem NDR-Info Podcast neue Überlegungen zur Behandlung einer Coronainfektion in Betracht. Dafür lägen erste Arzneistoffe wie zum Beispiel das Medikament Remdesivir sogar bereits vor. Auch Pharmaunternehmen arbeiten schon an einer passenden Darbietungsform. "Remdesivir (...) müsste man eigentlich in der Frühphase geben. (...) Man müsste sie (die Remdesivir Substanzen) zusätzlich außerdem auch noch inhalativ geben, zum Beispiel als Nasenspray. Oder auch (...) als Inhalator", erläutert der Virologe seinen Gedankengang. Es könne also in Zukunft eventuell möglich sein, COVID-19 in der Frühphase der Erkrankung mithilfe eines Nasensprays oder Inhalators zu behandeln.

 

Bildung zweier Virenstämme – die Evolution der Coronaviren

Eine Studie der Universität Oxford hat die Virenpopulation von 405 an Covid 19 erkrankten Personen untersucht und herausgefunden, dass manche Menschen zwei verschiedene Virenpopulationen der Sars-Cov-2 Viren in sich tragen. Der Virologe Drosten deutet die Ergebnisse wie folgt:

  • Aufgrund von Mutationen differenzieren sich die Viren und bilden verschiedene Populationen
  • Das Virus weist eine starke Überlebensfähigkeit auf, da sich unterschiedliche Viruspopulationen unabhängig voneinander verbreiten und auch wieder aufeinandertreffen können
  • Trotz unterschiedlicher Entwicklungen können sich Sars-Cov-2-Viren unterschiedlicher Stämme zusammen vermehren. Das begünstige wiederum weitere Mutationen

 

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Coronaviren-Mutationen: ist die Konsequenz ein einfacher Schnupfen?

Gemischte Populationen von verschiedenartigen Coronaviren ermöglichen eine bessere Anpassung an den Menschen. Eine Mutation des Coronavirus zu einem schwereren Krankheitsverlauf schätzt der Virologe Drosten als unwahrscheinlich ein. Es ergebe evolutionsbedingt keinen Sinn, da sich bei schneller auftretenden und schwerwiegenderen Symptomen der Mensch als Wirt noch schneller isoliert und weniger Mitmenschen anstecken kann. Eine Mutation zu einem schlimmeren Krankheitsverlauf würde es dem Virus also schwieriger machen, sich zu verbreiten und sei daher evolutionär fraglich. Für die allgemeine Abschwächung von Viren-Epidemien gebe es laut dem Virologen auch zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit. Die Anpassung der Viren durch Mutationen führe also eher dazu, dass sich Coronaviren zukünftig besser übertragen, aber in der Nase bleiben und zu einem einfachen Schnupfen würden.

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Neben der Bevölkerungsimmunität könnte also in Zukunft auch die Evolution des Coronavirus selbst für eine Verharmlosung der Verbreitung der Covid19 Erkrankung sorgen.

Quelle:

Coronavirus-Update: Mutationen können auch Hoffnung bieten, in: Norddeutscher Rundfunk

 

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