Kita-Schließungen wegen Corona: 600 Kindergärten betroffen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Nicht nur Schulen sind von Corona betroffen. Auch Kitas trifft der Virus hart. So mussten bereits über 600 Einrichtungen schließen. Was Eltern jetzt fordern.

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Die Vorfälle in Kindertagesstätten, bei denen aufgrund von positiven Fällen die Kitas geschlossen werden mussten, häufen sich zunehmend. So gab das Familienministerium in Nordrhein-Westfalen unlängst bekannt, dass im Oktober 339 Kitas komplett schließen mussten, 291 Einrichtungen waren von Teilschließungen betroffen. Laut Meldung der Jugendämter seien 248 Kita-Kinder und 491 Kita-Mitarbeiter bisher in NRW positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

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Über 600 Kitas in NRW geschlossen: SPD fordert Umdenken bei der Corona-Bekämpfung

Den Forderungen der Eltern und Verantwortlichen, ein neues Sicherheitskonzept vorzulegen, kam die SPD angesichts der steigenden Infektionszahlen im Winter nun nach, wie rp-online berichtet. Dennis Maelzer, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in NRW, mahnte gegenüber der Presse, dass sich die Landesregierung in der Kita-Politik immer noch im „Sommermodus“ befinde, als die Infektionszahlen niedriger waren.

Der Vorschlag der SPD: eine andere Teststrategie. Es müsse mehr Möglichkeiten für freiwillige Tests für Kinder und Mitarbeiter geben, so die Forderung. In der Umsetzung soll das durch den Besuch von „mobilen Testteams“ und den sogenannten Pool-tests erfolgen. Zudem sollen in den Kindertagesstätten ähnlich wie in den Schulen mehr Luftfilter zum Einsatz kommen. Ob die Forderungen der SPD-Opposition auch umgesetzt werden, ist noch unklar. 

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Corona-Ausbrüche in Kitas: Diese Kindertagesstätten sind betroffen

Nicht nur in Schulen, auch in Kitas kommt es derzeit vermehrt zu Corona-Ausbrüchen. So wurde nun unlängst in Sachsen erneut eine Kita geschlossen. Die Corona-Fälle im Überblick:

 

+++06.11. Kita in Plauen wegen Corona geschlossen+++

In Plauen kam es erneut zu vermehrten Corona-Ausbrüchen. In der Kita Märchenland haben sich zwei Erzieher mit dem Coronavirus infiziert. Die Kindertagesstätte ist vorläufig bis kommenden Freitag geschlossen. Wie die „Freie Presse“ berichtet, werde derzeit noch eine weitere Mitarbeiterin der Kita auf Corona untersucht. 

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+++13.10 Corona-Ausbruch in Kita nach Elternabend+++

Die Kindertagesstätte „Froschberg“ in der Gemeinde Brigachtal, Baden-Württemberg, muss nach einem Corona-Ausbruch auf einem Elternabend für zehn Tage schließen. Bei einem Elternteil, das bei der Veranstaltung anwesend war, wurde das Coronavirus nachgewiesen. Infolge dessen wurden zunächst Testungen beim Kita-Personal durchgeführt. Das Ergebnis: Mindestens drei Erzieherinnen haben sich mit dem Virus infiziert, weitere Ergebnisse stehen noch aus, wie die Lokalzeitung berichtet.

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Auch die 78 Kinder der Einrichtung und alle Elternteile wurden am Montag getestet. Abhängig vom Ergebnis, würden weitere Maßnahmen ergriffen werden, teilte der Pressesprecher des Landamtrats mit. Derzeit befinden sich rund 138 Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Gemeindeverwaltung teilte gegenüber der Lokalzeitung mit, dass kein Versäumnis seitens der Kita festgestellt werden könne – die Hygienevorschriften seien eingehalten worden. Wie es trotzdem zu dem Corona-Ausbruch in der Kita kommen konnte, ist nicht bekannt.

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+++25.09. Kita in Remscheid geschlossen +++

In Remscheid musste die Kindertagesstätte "Am Holscheidsberg" aufgrund von Corona geschlossen werden. 84 Kinder und 22 Erzhieher sowie fünf weitere Mitarbeiter wurden bis zum 14. Oktober in Quarantäne geschickt. Das berichtet die "Rheinische Post".

+++ 23.09. Augsburg: 23 Kinder und 2 Erzieher in Quarantäne +++

In dem Stadtteil Westheim wurde in einer Kitagruppe ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet, daraufhin wurden 23 Kinder und zwei Erzieher in häusliche Quarantäne geschickt.

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 +++ 23.09. Regensburg: Zwei Kindertagesstätten nach Infektion bei Erziehern in Quarantäne +++

In Wörth an der Donau wurde eine Betreuungskraft positiv auf das Coronavirus getestet, beide Kindergartengruppen und drei Erzieherinnen sind daraufhin bis zum 30. September in häuslicher Quarantäne geschickt worden.

+++ 23.09. Westphalen: Evangelische Kita schließt nach Infektion einer Betreuerin +++

In Höxter wurde jetzt vorsorglich eine Kitagruppe in häusliche Quarantäne geschickt, da sich eine Erzieherin mit dem Virus infiziert hatte. "Kontaktpersonen sind durch das Gesundheitsamt informiert und für 14 Tage in Quarantäne geschickt worden“, heißt es in der Presseerklärung des Evangelischen Kirchenkreises.

+++ 22.09. Bad Königshofen: Alle Kitas geschlossen +++

Das unterfränkische Bad Königshofen ist besonders stark von Infektionen mit dem Coronavirus betroffen. Die bayrische Stadt schloss am Dienstag alle Schulen und Kitas. Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Tage gelten, es wird beraten, wie es danach weitergeht.

+++ 22.09. Krefeld: Gesundheitsamt schließt zwei Schulen und eine Kita +++

In Krefeld mussten jetzt 110 Schüler von zwei Schulen und eine ganze Kitagruppe in häusliche Quarantäne, nachdem jeweils Fälle von COVID-19 Infektionen aufgetreten waren.

+++ 21.09.  Magdeburg: Nach Forschungswettbewerb – 30 Kinder, Betreuer und Gäste müssen in Quarantäne +++

Die Kindertagesstätte "Spielkiste" in Magdeburg wurde als Landessieger des Wettbewerbs "Forschergeist" ausgezeichnet. Ein Gast der Preisverleihung wurde danach positiv auf COVID-19 getestet. Die Folge: 30 Kinder, Betreuer, Gäste und Eltern müssen sich nun in häusliche Quarantäne begeben.

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+++ 21.09. Wedel: 130 Kinder und 31 Mitarbeiter in Quarantäne+++

Nachdem ein Kind in Wedel in Schleswig Holstein positiv auf das Coronavirus getestet wurde ist eine komplette Kita am Montag für zwei Wochen geschlossen worden. "Da es sich nicht klar eingrenzen ließ, mit wem das betroffene Kind Kontakt hatte, hat das Gesundheitsamt entschieden, für alle 130 Kinder und 31 Mitarbeiterinnen eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen", teilte die zuständige Kreisverwaltung Pinneberg mit.

 

Corona in Kitas: Wie wird ermittelt, wer in häusliche Quarantäne muss?

Das zuständige Gesundheitsamt wird von der Kita verständigt. Die Behörde ermittelt Kontaktpersonen. Im Fall einer Kita wird sichergestellt, dass das positiv getestete Kind keinen Kontakt zu Kindern anderer Spielgruppen in der Einrichtung hatte und sich der Kontaktpersonenkreis auf die Betreuungsgruppe des angesteckten Kindes beschränkt.

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Kita-Verbot: Unterstützung für Kinder in häuslicher Quarantäne

Muss ein Kind in häusliche Quarantäne fällt ein großer Teil des sozialen Umfeldes weg. Diese Tipps können dem Kind und der Familie helfen, diese Ausnahmesituation leichter durchzustehen.

  • Die Situation erklären: In altersgerechte Worte fassen, warum diese Maßnahme notwendig ist und warum Besuche von Freunden, den Großeltern oder anderen Bezugspersonen aktuell nicht möglich sind.
  • Austausch ermöglichen: Dem Kind über Telefon, Internet und soziale Medien den Austausch mit Bezugspersonen ermöglichen – besonders Videotelefonie kann das Gefühl der Zugehörigkeit verstärken
  • Strukturen schaffen: Feste Essenszeiten, Spiel-, Kuschel- und Tobezeiten bringen Struktur in den Tag, die für Kinder in häuslicher Quarantäne besonders wichtig sind.
  • Ein Zeitgefühl vermitteln: Es kann Kindern helfen, wenn auf einem Kalender die Tage der Quarantäne abgestrichen werden, um so ein Ende zu symbolisieren, das erreichbar scheint.
  • Bewegung ermöglichen: Auch in häuslicher Quarantäne muss den Kindern ermöglicht werden, sich auszutoben. Trampoline, Springseile oder Gummitwist helfen dabei, Stress abzubauen und Energie loszuwerden und so die Zeit der Corona bedingten Quarantäne für sich zu nutzen.

Quelle:

COVID-19: Tipps für Eltern, in: Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastophenschutz

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