Corona-Ausbruch in Altenheim: Mehrere Tote, Besuchsverbot und Streit um Booster-Impfungen

Mona Eichler Health-Redakteurin

Ein Corona-Ausbruch in einem Altenheim forderte mehrere Todesopfer. Ein striktes Besuchsverbot wurde verhängt. Sind verschobene Booster-Impfungen mitschuldig? Alle Infos!

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Ein Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Lindow, Brandenburg sorgt für Diskussion. Innerhalb von drei Wochen meldete die Einrichtung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin neun Todesfälle an verschiedenen Tagen und mehrere Infektionen innerhalb der Belegschaft.

Strittig ist die Frage um die Booster-Impfungen in dem Heim. 

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Corona-Ausbruch: Neun Tote in drei Wochen

Wie die Referentin des Landrates, Britta Avantario, am Donnerstag mitteilte, waren alle Verstorbenen über 80 Jahre, teilweise über 90 Jahre alt. Über die Geschlechter der Toten ist nichts bekannt. In der Pflegeeinrichtung herrscht ein striktes Besuchsverbot. 

Die Meldung der Vorkommnisse sei verzögert erfolgt, obwohl es in solchen Fällen eine unverzügliche Meldepflicht an das Gesundheitsamt gebe. 

 

Streitfrage Booster-Impfungen

Avantario erklärte weiterhin, dass die meisten der betreuten Bewohner:innen in dem Heim in Lindow doppelt geimpft seien. Wie die Heimleitung betonte, sei eine Booster-Impfaktion im Oktober geplant gewesen. Diese habe jedoch zweimal verschoben werden müssen, da kein Impfstoff zur Verfügung gestanden habe. 

Gegenüber der "Bild"-Zeitung kommentierte das Gesundheitsministerium: "Impfstoff gab es im Oktober für alle, die bestellt haben." 

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Lindow: Corona-Ausbruch dauert an

Die Situation in der Pflegeeinrichtung, in der die Bewohner:innen vorwiegend stationär betreut werden, ist noch nicht unter Kontrolle. Wie Britta Avantario bestätigte, sind mehrere Mitarbeitende des Altenheims mit Corona infiziert. Wie viele genau ließ die Referentin offen. 

Auch, ob die neue Omikron-Variante an dem Ausbruch beteiligt ist, ist nicht bekannt. 

 

Hygienekonzepts des Heims im Fokus

Ebenfalls bekannt ist inzwischen, dass das Altenheim in Lindow bereits vor einigen Wochen überprüft wurde. Die ersten Sterbefälle hatten das Interesse der Behörden geweckt. In der Folge wurde das Test- und Hygienekonzept der Einrichtung kontrolliert.  

Britta Avantario erklärte zusammenfassend, dass ein vorliegendes Testkonzept sowie tägliche Corona-Tests für die Mitarbeitenden umgesetzt worden seien. Im Rahmen der behördlichen Überprüfung sei allerdings die Meldepflicht an das Gesundheitsamt angemahnt worden. 

 

Corona-Ausbrüche in Altenheimen: Zahlen für Brandenburg

Laut Zahlen des Gesundheitsministeriums Brandenburg ist rund jedes siebte stationäre Pflegeheim aktuell von einem Corona-Ausbruch betroffen: 47 von 340 Einrichtungen kämpfen gegen das Coronavirus im Haus. Hierbei wird allerdings nicht unterschieden, ob es sich um größere Corona-Ausbrüche, wie den aktuellen in Lindow, oder um einzelne Infektionen handelt.

Von landesweit fast 25.000 Bewohnerinnen und Bewohnern sind 235 Personen an Corona erkrankt, von 21.200 Mitarbeitenden sind es 147 positive Fälle – beide Quoten liegen damit unter 1 Prozent.

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