Cordyceps: Welche Wirkung hat der Pilz?

Redaktion PraxisVITA

Der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zufolge verleiht Cordyceps viel Lebenskraft. Diese Wirkung schätzen unter anderem asiatische Sportler. Der Pilz wird aber auch bei Erkrankungen der Nieren, der Lunge sowie der Leber empfohlen – und er soll ein Aphrodisiakum sein.

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Cordyceps soll unter anderem die Gesundheit von Nieren und Leber schützen. Foto:  iStock/prottachapanit
Inhalt
  1. Was ist Cordyceps?
  2. Welche Wirkung und Anwendungsgebiete hat Cordyceps?
  3. Welche Dosierung ist empfehlenswert?
  4. Was ist bei der Anwendung von Cordyceps noch zu erwarten?
 

Was ist Cordyceps?

Der Heilpilz trägt den botanischen Namen Cordyceps sinensis. Er lebt nicht – wie viele andere TCM-Pilze – auf vermoderndem Holz. Vielmehr befällt Cordyceps Larven oder Puppen verschiedener Insektenarten im tibetischen Hochland. Das brachte ihm die Namen tibetischer oder chinesischer Raupenpilz ein.

Erste Erwähnungen zur Anwendung als Heilmittel stammen aus dem 15. Jahrhundert. Da Cordyceps sinensis nicht kultiviert, also gezüchtet, werden kann, kommen Pilze von einheimischen Sammlern. Das führt zu hohen Preisen.

 

Welche Wirkung und Anwendungsgebiete hat Cordyceps?

Heilpraktiker setzen Cordyceps beispielsweise bei Funktionsstörungen der Nieren ein. Durch den Pilz soll sich die Nierenfunktion verbessern, was man anhand der Ausscheidungsrate des Stoffwechselproduktes Kreatinin (Kreatinin-Clearance) bestimmen kann. Da viele Hormone in der Nebenniere gebildet werden, sind hormonelle Störungen laut TCM ein weiteres Anwendungsgebiet. Auch die Leber soll der Pilz schützen.

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Chinesische Sportler schätzen die vitalisierende Wirkung von Cordyceps: TCM-Ärzte empfehlen den Pilz, um die Durchblutung zu verbessern und die Sauerstoffversorgung zu erhöhen. Das soll zu mehr Leistungsfähigkeit und zu mehr Ausdauer führen. Gelenk- und Muskelschmerzen verschwinden nach Aussage von Heilpraktikern schneller; der Körper regeneriere sich nach Wettkämpfen besser.

Nicht zuletzt wird der Pilz in der traditionellen chinesischen Medizin als Aphrodisiakum geschätzt: bei sexuellen Funktionsstörungen. Er soll aber auch bei einer unregelmäßigen Menstruation dazu beitragen, den Zyklus zu normalisieren.

 

Welche Dosierung ist empfehlenswert?

Einheitliche Ratschläge zur Dosierung gibt es nicht. Informieren Sie sich anhand der Angaben auf der Packung, was der Hersteller empfiehlt – Cordyceps wird in getrockneter, pulverisierter Form in Kapseln oder als Tabletten verkauft.

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Grundsätzlich gilt: Die erforderliche Tagesdosis sollte auf mehrere Portionen verteilt werden. Dazu werden etwa zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee getrunken. Bei der Behandlung kann es anfangs zu Verdauungsstörungen kommen.

 

Was ist bei der Anwendung von Cordyceps noch zu erwarten?

Zu Heilpilzen wie Cordyceps gibt es kaum aussagekräftige Studien. Anders als bei Arzneimitteln aus der Schulmedizin lassen sich daher keine definitiven Aussagen treffen, welche Wirkung oder welche Nebenwirkungen Cordyceps hat.

Ärztlich empfohlene Therapien sollten daher unbedingt weitergeführt werden. Darüber hinaus sollten auch keine Medikamente ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden. Cordyceps kann bestehende Therapien ergänzen.

Quellen:

  • Döll, M. (2012): Vitalpilze für ein gesundes Leben: Immunstärkend - Stoffwechselanregend – Entgiftend. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, Stuttgart
  • Schmaus, F. (2018): Das große Handbuch der Mykotherapie: Heilen mit Pilzen: Gesundheit aus der Natur. MykoTroph, Limeshain
  • Schmaus, F. (2014): Die Natur als Apotheke nutzen – Heilen mit Pilzen: Krankheiten natürlich und ursächlich heilen und dauerhaft gesund bleiben. MykoTroph, Limeshain
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