Chronischer Husten: Woher kommt ständiger Hustenreiz?

Verena Elson Medizinredakteurin

Husten ist häufig der nervige Begleiter von Schnupfen und Halsschmerzen im Zuge eines grippalen Infekts. Doch wenn der Husten ohne Erkältung auftritt oder mehrere Wochen anhält, kann es sich um einen chronischen Husten handeln – hinter diesem können verschiedene Erkrankungen stecken.

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Inhalt
  1. Anhaltender Husten: Ab wann gilt er als chronisch?
  2. Chronischer Husten: Ursachen sind unterschiedlich
  3. Asthma: Husten nachts, Kurzatmigkeit, heftige Hustenanfälle
  4. Chronische Bronchitis: Dauerhusten mit Auswurf
  5. Postnasal-Drip-Syndrom: Ständiger Reizhusten und chronischer Schleim im Hals
  6. „Stiller“ Reflux: Husten nach dem Essen, Räusperzwang, Heiserkeit
  7. Hartnäckiger Husten: Immer ein Fall für den Arzt
 

Anhaltender Husten: Ab wann gilt er als chronisch?

Als chronischer Husten gilt ein länger als acht Wochen anhaltender Husten. Dieser Zeitraum wurde zur Definition gewählt, weil Atemwegsinfekte, die einen akuten Husten auslösen, nach dieser Zeit üblicherweise abgeheilt sind.

 

Chronischer Husten: Ursachen sind unterschiedlich

Hinter chronischem Husten können verschiedene Erkrankungen stecken, er kann aber auch ohne erkennbare Ursache auftreten. Zudem kann chronischer Husten eine Nebenwirkung verschiedener Medikamente sein. Im Folgenden sind die häufigsten Ursachen eines chronischen Hustens aufgeführt.

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Asthma: Husten nachts, Kurzatmigkeit, heftige Hustenanfälle

Bei Asthma bronchiale sind die unteren Atemwege chronisch entzündet. Die Bronchien reagieren überempfindlich auf eigentlich harmlose Reize und verengen sich anfallsartig, was zu den typischen Asthmaanfällen mit Atemnot und heftigen Hustenanfällen führt.

Zusätzlich leiden Asthmatiker häufig unter chronischen Beschwerden jenseits der quälenden Asthmaanfälle. Dazu zählen:

  • Nächtlicher Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Mühsames Ausatmen
  • Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen
  • Engegefühl in der Brust
 

Chronische Bronchitis: Dauerhusten mit Auswurf

Unter einer chronischen Bronchitis versteht man die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Sind die Bronchien zusätzlich verengt, sprechen Mediziner von einer chronisch-obstruktiven Bronchitis, umgangssprachlich Raucherhusten genannt. Dieser kann sich weiterentwickeln zur sogenannten chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Typisches Symptom der chronischen Bronchitis ist Husten mit zähem, weißlichem Auswurf, der verstärkt morgens auftritt.

Der häufigste Auslöser der chronischen Bronchitis ist Rauchen – darum ist ein Rauchstopp die effektivste Maßnahme, um den Dauerhusten zu lindern.

Eine Frau liegt hustend im Bett
Krankheiten & Behandlung Chronische Bronchitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

 

Postnasal-Drip-Syndrom: Ständiger Reizhusten und chronischer Schleim im Hals

Das sogenannte Postnasal-Drip-Syndrom kann beispielsweise im Zuge eines allergischen Schnupfens oder einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung entstehen. Da das Sekret nicht mehr über die verstopfte Nase ablaufen kann, läuft es stattdessen durch die Luftröhre in die unteren Atemwege. Um den Schleim loszuwerden, reagiert der Körper mit einem Hustenreiz.

Der Husten ist meist trocken, kann aber auch mit Auswurf einhergehen. Weitere typische Symptome sind Räusperzwang, ein „Kloßgefühl“ im Hals sowie Heiserkeit. Viele Betroffene bemerken zudem vor allem im Liegen, wie der Schleim aus der Nase in den Rachen läuft.

Ohne Therapie kann das Post-Nasal-Drip-Syndrom eine chronische Entzündung in den unteren Atemwegen hervorrufen und beispielsweise zu Asthma oder chronischer Bronchitis führen. Ein Arztbesuch ist bei den oben genannten Symptomen darum immer angeraten.

 

„Stiller“ Reflux: Husten nach dem Essen, Räusperzwang, Heiserkeit

Bei der sogenannten Refluxkrankheit läuft Magensäure zurück in die Speiseröhre, teilweise bis in den Rachen. Der Grund dafür ist in den meisten Fällen, dass der Schließmuskel der Speiseröhre nur noch eingeschränkt funktioniert.

Steigt die Magensäure bis in den Rachen, zeigt sich das typischerweise durch Symptome wie Heiserkeit, Reizhusten, Räusperzwang, Halsschmerzen, eine vermehrte Schleimbildung sowie ein Kloßgefühl im Hals. Ein typisches Symptom der Refluxkrankheit ist auch das Husten nach dem Essen.

Das Trügerische: Das „Hauptsymptom“ der Refluxkrankheit, Sodbrennen, tritt dabei nicht zwangsläufig auf. Fehlt es ganz, sprechen Mediziner von einem „stillen Reflux“. Die unspezifischen Symptome erschweren die Diagnose in diesem Fall häufig.

Eine Schüssel Haferbrei mit Bananen
Hausmittel Soforthilfe bei Reflux

 

Hartnäckiger Husten: Immer ein Fall für den Arzt

Es gibt viele weitere mögliche Ursachen für einen langanhaltenden Husten, darunter auch schwerwiegende Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Lungenkrebs oder Herzerkrankungen. Deshalb ist ein Arztbesuch bei chronischem Husten immer dringend angeraten.

Quellen:

Chronischer Husten: was ist zu beachten?, in: aerzteblatt.de

Was ist chronischer Husten?, in: lungenaerzte-im-netz.de

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