Chronische Wunde: Sanfte Therapie mit Hämoglobin

Redaktion PraxisVITA

Bei chronischen Wunden kann es helfen, zusätzlich Hämoglobin-Spray von außen anzuwenden - es sorgt für eine bessere Sauerstoffversorgung und schnellere Wundheilung.

Ein Patient wird vom Arzt behandelt
Wunden werden vielfach erfolgreich mit Hämoglobin-Sprays behandelt. Von der positiven Wirkung profitieren besonders Menschen mit chronischen Wunden© LiudmylaSupynska/iStock

Vor allem Diabetiker kennen das Problem: Wunden, die über lange Zeit nicht abheilen. Rund vier Millionen Deutsche haben offene Stellen an den Beinen, die auch nach sechs Wochen noch keine Heilungstendenz zeigen. Oft bilden sich dann Fuß- oder Unterschenkelgeschwüre, die sehr schmerzhaft sind.



Chronische Wunden heilen deshalb häufig nicht, weil Sauerstoff fehlt. Im Vergleich zu gesundem Gewebe benötigt eine Wunde viel mehr davon. Denn die betroffene Stelle wird von innen nicht ausreichend durchblutet – und ist deshalb auf den Sauerstoff von außen angewiesen. Wenn aber durch Wundsekrete eine Barriere aufgebaut wird, besteht eine Unterversorgung.



 

Spray gegen chronische Wunden

Bei der Behandlung wird oft eine sogenannte Kompressionstherapie eingesetzt. Diese hat jedoch einen Nachteil: Nur bei rund 65 Prozent der Betroffenen stellt sich innerhalb von sechs Monaten der gewünschte Effekt ein. Wissenschaftler sind deshalb seit Jahren einem wirkungsvolleren Mittel auf der Spur, mit dessen Hilfe dieses Problem in den Griff zu bekommen ist. Dabei haben sie die Wirkung von Hämoglobin entdeckt.

 In der Praxis werden die Sprays als Begleitmaßnahme zu den herkömmlichen Therapien eingesetzt.

Ein Mann geht im Wald wandern
Hämoglobin wirkt in den überwiegenden Fällen zuverlässig bei chronischen Wunden. Patienten gewinnen damit viel Lebensqualität zurück© JurgaR/iStock
 

Chronische Wunden schließen sich nach etwa sechs Wochen

Mediziner haben beobachtet: Chronische Wunden werden innerhalb weniger Wochen deutlich kleiner. Nach sechs Wochen sind sie meist verschlossen. Und nicht nur das: Auch die Schmerzen können damit gelindert werden. Hämoglobin lässt dabei nicht nur chronische Wunden besser heilen. Der Wirkstoff hilft auch im Akutfall, zum Beispiel bei Verbrennungen. Wenn Wunden schlecht heilen, sollten Sie bei jeder Verletzung möglichst rasch das Spray nutzen, damit die Beschwerden nicht chronisch werden.

 Wissenschaftler der Karls-Universität Prag konnten die positive Wirkung in einer Studie bestätigen. Bei 97 Prozent der Probanten verkleinerte sich die chronische Wunde nach dem Einsatz des Hämoglobin-Sprays.



 

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Hämoglobin-Spray allerdings nicht. Je nach individuellem Krankheitsbild muss damit gerechnet werden, dass bis zu 120 Euro im Monat für die Behandlung aus eigener Tasche gezahlt werden müssen.

 
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